Waldkindergarten in Neunburg: Ansturm überrascht Stadt und BRK

Überwältigt zeigte sich Bürgermeister Martin Birner (CSU) bei der Informationsveranstaltung zum Waldkindergarten: Mit einem solchen Ansturm hatten weder er noch die Vertreter des künftigen Trägers BRK gerechnet. Sie vermittelten viele Details.
65 Neunburger hatten bereits bei einer Umfrage ihr Interesse an einer solchen Einrichtung bekundet, aber dass sich dann auch so viele näher informieren wollten, hatte niemand erwartet. Am Ende mussten die Vertreter des BRK noch Nachschub an Infomappen und Anmeldeformularen aus ihren Fahrzeugen holen.
Der Sitzungssaal im historischen Teil des Rathauses verfügt nur über eine begrenzte Zahl an Sitzplätzen für Zuhörer. Obwohl diesmal die Stadträte ihre Plätze nicht beanspruchten, mussten zusätzlich Stühle geholt werden. Mehr als 60 Eltern und Großeltern wollten sich informieren.
Standort in Bärnhof ausgewählt
Bürgermeister Birner erinnerte an die umfangreiche Vorarbeit der Stadt. Besonders seine Stellvertreterin Margit Reichl und die Familienbeauftragte, Stadträtin Verena Binder (beide CSU), hatten sich dem Thema angenommen und unter anderemeinige Waldkindergärtenunter die Lupe genommen. Gleiches galt für die Suche nach einem geeigneten Waldstück. „Wald ist in dem Fall nicht gleich Wald“, verdeutlichte Birner und stellte das geplante Areal in Bärnhof in der Nähe des Bauhofes vor.
Dieser Standort sei ideal mit dem Auto und dem Fahrrad zu erreichen. Damit wurde auch gleich die spätere Frage von Eltern nach der Erreichbarkeit und Zugängigkeit für Rettungsfahrzeuge beantwortet. Birner zeigte sich zudem sicher, dass dort das „sehr ehrgeizige Ziel“ der Umsetzung bis zum September machbar wäre.
Die Neugierde der Kinder steigern
Ebenso überrascht war Josef Schmid, Bereichsleiter Kindergärten des BRK-Kreisverbandes, der der Träger sein wird. Maximal vier bis fünf Familien seien eher die Regel. Mit Sebastian Weigl, Andrea Dobler-Eisenhut und Melanie May informierte er über das Besondere eines Waldkindergartens.
Das Konzept beinhalte Eigeninitiative nach dem Motto „Unser Spielplatz ist der Wald“. Damit sollten die Neugierde und die Lebenslust der Kinder gesteigert werden, verbunden damit, die Geheimnisse der Natur zu entdecken. Klare Zielsetzung sei, starke, selbstbewusste Kinder ins Leben zu entlassen.
Tagesablauf ist klar strukturiert
Von 7.30 bis 8 Uhr könnten die Kinder gebracht werden, anschließend gehe es gemeinsam zu Fuß zum Basisplatz. Dem Morgenkreis, einem Begrüßungsritual, und einen Blick auf den Tag schließe sich das gemeinsame Frühstück an, gefolgt vom Freispiel mit Projekten und Walderkundungen ab 9.30 Uhr. Um 11.45 Uhr ist gemeinsames Mittagessen und ab 12.45 Uhr wieder Freispiel. Ab 13.30 Uhr ginge es gemeinsam zurück zum Bringplatz.
Ein kindgerechtes Mittagessen werde angeboten. An 30 Tagen im Jahr sei der Waldkindergarten geschlossen, in Ferienzeiten sei eine Betreuung in den ortsansässigen Kindertageseinrichtungen möglich.
Vorgesehen sei die Aufnahme ab drei Jahren. Derzeit sei die Kapazität auf 25 Kinder aus dem Stadtgebiet Neuburg begrenzt. Ein Bustransport sei nicht geplant.
Container für schlechtes Wetter geplant
Aus ihren fünfjährigen Erfahrungen in Maxhütte gingen Dobler-Eisenhut und May unter anderem auf die richtige Bekleidung ein. Die sei wichtig, weil die Kinder jeder Witterung ausgesetzt seien. Als Unterstand bei Dauerregen oder Glatteis plane die Stadt zwei Wohncontainer. Grundsätzlich kämen die Kinder gut damit klar und zeigten auch keine erhöhte Infektionsempfindlichkeit, womit eine weitere Frage beantwortet wurde.
Erstaunlich sei immer wieder, mit wie wenig Spielzeug die Kinder dort auskämen. „Die Kinder, die wir in den fünf Jahren in die Schule entlassen haben, wiesen alle eine perfekte Schulreife auf. Sie überzeugten dort vor allem durch Ausdauer und Konzentration“, sagte Dobler-Eisenhut.
Auch die übrigen Fragen der Eltern konnten offenbar zufriedenstellend beantwortet werden. Der Ansturm auf die Anmeldeformulare am Ende ließ einen guten Start für das Projekt erahnen.