Geplante Unterkunft für Flüchtlinge in Maxhütte: Bürger haben Fragen

Von Norbert Wanner · 23. Mai 2023 um 15:05

Das Projekt „Boardinghouse als Unterkunft für Flüchtlinge“ an der Amberger Straße sorgt weiter für hohe Wellen. Anwohner, die bereits zahlreich zu einerSitzung des Umwelt-, Bau- und Verkehrsausschusses in die Stadthalle gekommen waren, haben sich zu einer Initiative besorgter Bürger zusammengeschlossen.

Es entstand ein offener Brief samt Unterschriftenliste, die inzwischen 451 Einträge umfasst. Wie Vertreter der Initiative mit den Sprechern Renate und Hans Schönstein der Mittelbayerischen sagten, gehe es nicht um eine totale Ablehnung des Vorhabens. Vielmehr seien Fragen zu dem Plan aufgeworfen worden. Keinesfalls wollen sich die Anwohner als fremdenfeindlich oder als Wutbürger verstanden wissen, was durch die Atmosphäre des Gesprächs widergespiegelt wurde.

Die Tatsache, dass Flüchtlinge untergebracht werden müssen, stelle niemand in Abrede. Im offenen Brief heißt es demnach: „Wir Bürger der angrenzenden Ortsteile Birkenhöhe, Birkenzell und Ponholz haben hinsichtlich dieser Maßnahme größte Bedenken. Grundsätzlich verstehen und befürworten wir, Menschen in Not zu helfen.“ Die Betroffenen kritisieren, was schon in derAusschusssitzung in verschiedenen Wortmeldungen von Stadträten gerügt worden war: „Wir Bürger werden vor vollendete Tatsachen gestellt, ohne jegliche Vorinformation oder jegliches Einbinden.“ Ein Sachverhalt, der eben auch für die Stadtverwaltung und den Stadtrat gilt.

Fünf Punkte sind es insgesamt, zu denen Bedenken formuliert wurden:

1. Die Lage der Immobilie in einem Gebiet mit dörflichem Charakter

In der Nähe gebe es keine Freizeiteinrichtungen, keine passende Infrastruktur, nicht einmal eine vernünftige Busanbindung. „Wir wollen auf keinen Fall Zustände wie in Burglengenfeld oder anderen Orten, wo Gruppen junger Männer durch den Ort ziehen.“

2. Weiter wird von der Bürgerinitiative ein Sicherheitskonzept gefordert

Wie Renate und Hans Schönstein ausführen, die im Namen der Gruppe sprechen, habe der Eigentümer der Immobilie einem Treffen mit Vertretern der Initiative zugestimmt. Dabei sei auch zur Sprache gekommen, dass das Personal, das sich um die untergebrachten Flüchtlinge kümmern solle, lediglich aus einem Hausmeister bestehe, der nicht immer vor Ort wäre. Jedoch könnten sich die Anwohner gern ehrenamtlich engagieren. „Wie soll da Integration und Unterstützung von womöglich schwer traumatisierten Menschen funktionieren“, stellten die Bürger beim Pressegespräch vor Ort als Frage in den Raum.

3. Eine der größten Befürchtungen ist eine mögliche Vergrößerung

„Wir befürchten, dass die Anzahl der Unterkunftsbewohner durch weitere bauliche Maßnahmen vergrößert werden könnte (Container), sodass die Zahl der Migranten im Verhältnis zu den Dorfbewohnern nicht mehr passt.“

4. Vorwurf: Immobilienbesitzer hat nur die Profitmaximierung im Sinn

„Wir sehen, dass der Immobilienbesitzer aus Regensburg dieses Projekt aus rein wirtschaftlichen Gründen durchziehen will und wir Bürger vor Ort die negativen Folgen zu tragen haben.“

5. Anwohner sorgen sich um eine Verschärfung der Situation bei den Kindergärten

„Wir fürchten auch, dass durch einen weiteren Zuzug die sowieso schon sehr angespannte Situation in den hiesigen Kinderkrippen und Kindergärten weiter zunimmt.“

Zusammengefasst fordert das Sprecherduo „Garantien und Konzepte“. Wie könne sichergestellt werden, dass es nicht zu der befürchteten Containerlösung kommt? Welche professionelle Hilfe steht für die Geflüchteten bereit? Antworten erhoffen sich die Bürger von einem Besuch des Landrates, der am Mittwoch, 24. Mai, stattfinden soll.