Statt wegwerfen: Verschenkbörse in Langquaid kommt gut an

Von Alexandra Nurtsch · 21. Mai 2023 um 11:00

Seit zwei Jahren gibt es die Verschenkbörse in Langquaid. Was hier als Pilotprojekt begann, wurde mittlerweile auch an anderen Wertstoffzentren umgesetzt, denn die Resonanz ist groß.

Leseratten, Schallplattenfans und Kuscheltierliebhaber kommen hier auf ihre Kosten. Aber auch Leute, die für ein altes Service einen Teller suchen oder einfach Geschirr für einen Polterabend brauchen, werden in der Verschenkbörse am Langquaider Wertstoffzentrum fündig. Was für den einen nutzlos ist und ausgemustert wird, kann ein anderer gut gebrauchen. Darum gibt es seit zwei Jahren die Verschenkbörse am Langquaider Wertstoffzentrum.

„Es kommen die tollsten Sachen und oft sind sie nur ein paar Minuten hier“, sagt Alfred Haage. Der Leiter des Wertstoffzentrums und sein Team, zu dem Helga Heim und Josef Englbrecht gehören, achten genau darauf, dass nur saubere und gut erhaltene Dinge in der Verschenkbörse angeboten werden – eben Dinge, die andere Leute vielleicht gern hätten. Wichtig ist ihnen auch, dass die Sachen ansprechend präsentiert werden. Regelmäßig sortieren sie aus und entsorgen Waren, die niemand haben will.

Anbau statt Zelt

Nicht umsonst sind die drei stolz auf ihre Verschenkbörse und hätten auch schon von mehreren Besuchern gehört, dass ihre „die Schönste“ sei. Untergebracht ist die Verschenkbörse in einem Anbau aus Holz, anfangs waren die Waren in einem großen Zelt aufgebaut, doch ein Sturm hatte es über den Zaun auf die Straße geweht.

Dass die Verschenkbörse gut läuft, war für die drei keine Überraschung. Schon einige Jahre bevor das Pilotprojekt gestartet wurde, hatte Haage einen Tisch für gut erhaltene Gegenstände in die Wertstoffhalle gestellt. Doch das habe Ärger gegeben, sagt er. Umso mehr freut es ihn, dass es nun die Verschenkbörsen gibt. Der eine könne es nicht mehr gebrauchen, der andere freue sich darüber – für beide Seiten eine Win-win-Situation, sagt Helga Heim.

Das Ziel der Verschenkbörsen sei vordergründig, Abfälle zu vermeiden, heißt es aus der Pressestelle des Landratsamts. Durch das Verschenken von guten und brauchbaren Gegenständen könne jeder einzelne einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten. Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung zu dem Angebot seien durchwegs positiv. Ein positiver Nebeneffekt sei zudem die Schaffung einer Begegnungsstätte für die Landkreisbürger sowie eines Angebots für sozial schwächere Menschen.

Angenommen werden darf alles, bis auf Kleidung, elektronische Geräte und Gegenstände, die der TÜV-Prüfpflicht unterliegen. Zum Teil seien die Sachen neu und originalverpackt, sagt Englbrecht. Besonders begehrt seien Sachen für Kinder, wie Bücher oder Räder. „Aber vorbestellen kann man nicht“, sagt Haage und verweist auf einen Fall, bei dem expliziert nach einer grauen 80 Liter Regentonne mit Deckel gesucht worden sei. So etwas müsse man sich dann schon kaufen.

Kuriose Situationen

Fünf Teile dürfen mitgenommen werden. „Manche würden uns die Verschenkbörse ausräumen“, sagt Helga Heim. Zu den Anfangszeiten hätten Flohmarktgänger regelmäßig den Kofferraum ihres Autos gefüllt. „Das geht natürlich nicht“, sagt sie. Das Angebot richte sich nur an Privatpersonen. Rund die Hälfte der Besucher des Langquaider Wertstoffzentrums werfen zumindest einen Blick in den Anbau – und werden häufig fündig.

Immer wieder werden Haage, Heim und Englbrecht Zeugen von kuriosen Situationen. Sei es die Frau, die Bilder wieder aus der Verschenkbörse holt, weil die ihr Mann vorher irrtümlicherweise abgegeben hat, oder der Mann, der den gerade mitgenommenen Spiegel wieder bringt, nachdem es Zuhause deswegen Ärger gegeben hatte. Oder auch die Diskussionen zwischen Eltern und ihren Kindern, ob es das Spielzeug wirklich noch braucht. Nicht selten sagen die Eltern dann in Richtung Haage und Kollegen: „In einem Jahr bringe ich es euch wieder.“

Das ist die Verschenkbörse am Wertstoffzentrum

Das Wertstoffzentrum Langquaid ist in der Florianstraße 15. Es ist in den Sommermonaten montags von 9 bis 12 Uhr, mittwochs und freitags 14 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 13 Uhr geöffnet. In dieser Zeit ist auch die Verschenkbörse offen.

Verschenkbörsen gibt es auch in den Wertstoffzentren Neustadt, Bad Abbach, Riedenburg, Arnhofen und Haunsbach bei Elsendorf. In naher Zukunft soll es auch eine Verschenkbörse im Wertstoffzentrum Kelheim geben, heißt es aus dem Landratsamt.

Auf der Homepage des Landkreises unter www.landkreis-kelheim.de/schenken können ebenfalls gut erhaltene Gegenstände zum Verschenken angeboten werden. Auch Häuslebauer können hier kostenlos ihren Erdaushub inserieren.

Für Polterabendgeschirr gibt es extra eine Kiste.