„Vorzeigeprojekt“: Richtfest für neue Senioren-Einrichtung in Burglengenfeld

103 Eigentums- und Mietwohnungen, dazu 28 Appartements für Senioren, Investitionsvolumen bis zu 40 Millionen Euro – das sind die Eckdaten von Burglengenfelds aktuell größter Baustelle. Am Mittwoch wurde für einen Teil des Projekts am früheren Weiß-Gelände Richtfest gefeiert: für das Senioren-Service-Haus.
Der Investor, Unternehmer Georg Ehrenreich aus Teublitz, hatte dazu nicht nur die direkt am Bau beteiligten Handwerker und Planer geladen. Er freute sich auch über das Erscheinen von Bürgermeister Thomas Gesche, stellvertretendem Landrat Jakob Scharf, mehrerer Stadträte, Stadtbaumeister Franz Haneder und SWB-Vorstand Johannes Ortner.
Zwei Wohngemeinschaften für Senioren
Konkreter Anlass des Treffens war also die Fertigstellung des Rohbaus für das Service-Haus. In zwei langgestreckten Flügeln und einem quadratischen Gebäudetrakt soll es betreutes Wohnen in optimierter Form beherbergen. Das heißt: Senioren können sich einzeln oder mit ihrem Partner ein Appartement mieten und dann, je nach Bedarf, diverse Leistungen hinzubuchen. Letztlich sollen alle Dienste, wie man sie auch von einem Pflegeheim her kennt, abrufbar sein.
Ein weiteres Angebot ist speziell für Personen gedacht, die für sich oder einen Angehörigen Tagespflege in Anspruch nehmen möchten. Drittens spielen zwei Senioren-WGs mit jeweils zwölf Plätzen eine zentrale Rolle. Menschen, die unter einer Demenzerkrankung leiden, sollen dort individuelle Betreuung erhalten, aber zugleich mit ihren Mitbewohnern zum Beispiel kochen.
Eröffnung dürfte im Frühjahr 2024 sein
Bis es soweit sein wird, ist freilich noch Geduld gefragt. Die Eröffnung der Einrichtung dürfte im Frühjahr 2024 sein, berichtete Christian Weiß, Geschäftsführer des gleichnamigen Sozialteams, das die Immobilie von Ehrenreich gepachtet hat. Nun sei immerhin schon der Startschuss gefallen, „das Gebäude mit Leben zu füllen“, sagte Weiß. Das Sozialteam ist ein Familienunternehmen, das vor gut 30 Jahren gegründet worden ist. Service-Häuser, wie jetzt eines in Burglengenfeld entsteht, betreibt es bereits zehn. Die Zahl der Beschäftigten liegt mittlerweile bei rund 850.
Anfang 2021 rückten auf dem Gelände die Abbruchbagger an. Die Mittelbayerische sprach damals mit dem Geschäftsführer der beauftragten Firma. Lesen Sie dazu:Weiß-Areal: ein Fall für Spezialisten
Stellvertretender Landrat Scharf verriet, dass er erst recherchieren musste, um herauszufinden, was es mit dem Projekt auf dem Weiß-Areal auf sich hat. Schnell sei er zu der Überzeugung gekommen, dass das „heute ein außergewöhnlicher Termin ist“. Dem Investor sowie dem Betreiber der Senioreneinrichtung könne er nur gratulieren. Sie hätten sich, „wenn auch nicht nur aus Menschenliebe“, eines „elementaren Themas“ angenommen: der Versorgung der Menschen im Alter. Dank privater Initiative entstehe ein zukunftsträchtiges Projekt.
Das Stadtoberhaupt gratuliert auch der Kommune
Bürgermeister Gesche gratulierte gleich in mehrfacher Hinsicht. Ehrenreich realisiere mit dem Ensemble am früheren Weiß-Gelände ein Vorzeigeprojekt. Für die Betreuung von Senioren würden modernste Rahmenbedingungen geschaffen. Zu gratulieren sei auch der Stadt Burglengenfeld, denn nach vielen Jahren der Ungewissheit sei es gelungen, ein „Problemfeld“ aus der Welt zu schaffen. Der Teublitzer Unternehmer habe den Mut gehabt, sich der Aufgabe zu stellen. Gemeinsam habe man erfolgreich am Bebauungsplan gearbeitet. Das, was nun entstehe, bedeute für das gesamte Quartier eine „absolute Aufwertung“.
Im Sommer 2020 wurden dem Stadtrat die konkreten Pläne für die neue Nutzung des Areals an der Dr.-Kurt-Schumacher-Straße präsentiert. Lesen Sie dazu:Weises Konzept für das Weiß-Gelände
Schlussendlich, so Gesche weiter, seien auch die künftigen Bewohner zu beglückwünschen, insbesondere jene, die einen Platz im Service-Haus ergattern. Für eine Einrichtung dieser Art sei der Standort nämlich perfekt. Im Umkreis von nur 150 Metern befänden sich wichtige Praxen von Ärzten und Therapeuten.
Georg Ehrenreich erinnerte an die nervenaufreibende Phase, die dem Spatenstich vorausgegangen war. Zwei Jahre habe er verhandelt, bis der Kaufvertrag für das Grundstück 2019 in trockenen Tüchern gewesen sei. 2020 habe die Bauleitplanung begonnen, 2021 habe der Bebauungsplan Rechtskraft erlangt. Im April 2021 begannen die Abbrucharbeiten.
Von allen Beteiligten war Leidensfähigkeit gefragt
Wegen der früheren Nutzung des Geländes waren Altlasten zu vermuten. Deshalb, so betonte Ehrenreich, sei laufend beprobt worden. Kontaminiertes Material habe man fachmännisch entsorgt. Erst als vorletztes Objekt, so der Unternehmer weiter, sei das Senioren-Service-Haus in Angriff genommen worden. Daher seien die Platzverhältnisse für die Arbeiter schon relativ beengt gewesen.
Ein besonderes Bedürfnis war es Ehrenreich, den am Projekt Beteiligten zu danken. In den vergangenen beiden Jahren sei es unmöglich gewesen, „so zu bauen, wie man es gewohnt war“. Corona und Probleme bei der Materialbeschaffung hätten alle auf eine harte Probe gestellt. Dank großer Leidensfähigkeit hätten diese aber alle mit Bravour bestanden. Ehrenreich: „Die Zusammenarbeit hat sehr gut geklappt.“
