Kampfabstimmung in Berching: SPD-Kandidat setzt sich gegen CSU-Anwärterin durch

Von Bernhard Neumayer · 17. Mai 2023 um 10:40

Mit 11:9 Stimmen hat sich der Berchinger Stadtrat für einen Kandidaten der Opposition als neuen Dritten Bürgermeister entschieden. SPD-Fraktionssprecher Stephan Zeller setzte sich gegen Regina Burger von der CSU durch. Andere Fraktionen dagegen verzichteten darauf, einen Kandidaten vorzuschlagen.

Grundsätzlich hätten auch nicht-vorgeschlagene Stadträte gewählt werden können, wie Markus Amon vom Ordnungsamt vor der Abstimmung erläuterte. Das Gremium konzentrierte sich aber auf die beiden vorgeschlagenen Anwärter.

CSU-Fraktionssprecher Andreas Höffler warb vor derWahlfür Burger. Sie sei ein Aktivposten in der Gemeinde, weil sie nicht nur politisch, sondern auch ehrenamtlich engagiert sei. Kirche, Adventsfenster, Babybasar, zählte Höffler auf. „Regina steht wie keine andere für überparteiliches, sachliches Handeln“, sagte Höffler.

Stadtrat Berching: Regina Burger (CSU) trat an

Burger habe immer das Wohl der Bürger im Blick. Zudem wäre sie laut Höffler als Frau die Idealbesetzung, weil sie wegen ihres Geschlechts auch etwa die Hälfte der Gemeindebürger repräsentiere.

Danach warf Erhard Wolfrum von der SPD den Hut seines Fraktionssprechers in den Ring. „Stephan ist seit neun Jahren im Stadtrat, seit drei Jahren ist er unser Fraktionssprecher“, sagte Wolfrum über Zeller. Der Pollantener sei aktiv in Vereinen und bringe mit der SPD gute Ideen in den Stadtrat ein. Wolfrum bat darum, Zeller zu unterstützten.

Und dieser Bitte folgten nicht nur die drei SPD-Stadträte. Auch aus der CSU-Fraktion müssen Stadträte für den Oppositionskandidaten gestimmt haben. Lediglich mit den Stimmen aus der Opposition wäre Zeller nicht auf elf gekommen. Neben den drei SPD-Räten waren aus der Opposition die beiden DFB-Stadträte sowie zwei der drei FW-Räte anwesend (Hollweck fehlte). Und ob alle Räte von DFB, FW und SPD für Zeller gestimmt haben, ist bei der geheimen Wahl ohnehin nicht gewiss.

Dritter Bürgermeister: Freie Wähler schlugen niemanden vor

Für Außenstehende vielleicht etwas überraschend war, dass die Freien Wähler keine Kandidatin oder einen Kandidaten vorgeschlagen hatten – weder Lothar Bierschneider, noch Petra Merkert, noch Sieglinde Hollweck.

Nach der Wahl gratulierte Burger dem SPD-Sprecher, der in der Stadtratssitzung am Dienstagabend nach der Wahl vereidigt wurde. Zeller bedankte sich abschließend für das entgegengebrachte Vertrauen. Eine Neuwahl war nötig, weil der bisherige Dritte BürgermeisterErich Steindlaus gesundheitlichen Gründen seine kommunalen Ehrenämter niederlegen musste.