Neumarkter Kitas sind voll: Immer mehr Kinder mit erhöhtem Förderbedarf

Von Nicole Selendt · 15. Mai 2023 um 13:23

Die Verteilung der Kinderbetreuungsplätze für das kommende Krippenjahr ist so gut wie abgeschlossen. Nach Angaben der Stadt Neumarkt haben rund 40 Familien bisher noch keinen Krippenplatz bekommen. Knapp sind die Plätze vor allem, weil der Anteil der Kinder mit erhöhtem Förderbedarf in den letzten Jahren eklatant gestiegen ist.

Die offenen Anträge im Krippenbereich sind laut Stadtsprecher Franz Janka vor allem deshalb noch nicht abgeschlossen, weil es sich dabei um Kinder handelt, die erst im Laufe des Krippenjahres die entsprechenden Einrichtungen besuchen sollen. Anders sei es im Kindergartenbereich. Einige wenige Anträge auf einen Kindergartenplatz seien noch offen. Hier werde seit Bekanntwerden der fehlenden Plätze nach Lösungen gesucht. Wie diese aussehen sollen, konnte die Stadt Neumarkt noch nicht mitteilen. Derweil geht es mit dem Bau der Kita zwischen Rennbühlweg und Brunnenstraße voran.

Immer mehr Integrationskinder mit erhöhtem Förderbedarf

Eine Lieblingseinrichtung haben die Neumarkter übrigens nicht, wie Janka weiter schreibt. Es sei nicht ersichtlich, dass Eltern eine Einrichtung besonders oft als erste Wahl ins Betreuungsplatzportal eingetragen haben. Eine Entwicklung sei allerdings eklatant und setze sich seit einigen Jahren stetig fort: der Bedarf an Plätzen für sogenannte Integrationskinder (I-Kinder).

Dabei handelt es sich um Kinder mit besonderem Förder- oder Betreuungsbedarf, die aus den unterschiedlichsten Gründen und je nach dem Grad ihres Förderbedarfs mehrere Betreuungsplätze in Anspruch nehmen. Zwischen 2015 und 2019 stieg der Anteil der I-Kinder in den Neumarkter Einrichtungen um 35Prozent. Zwischen 2019 und 2022 war ein Anstieg um weitere 30 Prozent zu verzeichnen.

Eine Entspannung bei der Bereitstellung von weiteren Betreuungsplätzen erwartet die Stadt Neumarkt mit der Fertigstellung der neuen Kita an der Brunnenstraße im Herbst 2024. Dort, wo der TSV Wolfstein zuvor sein Vereinsheim hatte, entsteht gerade das neue Gebäude in Holzbauweise. Das einzige Bauteil aus Beton wird die Bodenplatte sein. Ist das neue Gebäude fertig, entstehen dort zusätzliche Betreuungsplätze. Laut Stadt entweder zwei Kindergartengruppen für 50 Kinder oder eine Kindergartengruppe (25) sowie eine Krippengruppe (12).

Holz aus städtischen Wäldern verbaut

Erst vergangene Woche überzeugte sich OB Thomas Thumann vom Baufortschritt der neuen Kita bei der Firma Rupprecht Holzbau GmbH in Stauf. In der dortigen Halle entstehen gerade die Bauteile für das Gebäude, die auf der Baustelle letztlich nur noch montiert werden müssen.

Besonders an dem Bau ist die nachhaltige Bauweise des Gebäudes. So stammt das Holz dafür aus städtischen Wäldern, die Dämmung besteht aus Stroh, beim Ab- oder Rückbau der Kita muss kein Material zur Deponie gebracht werden, sondern kann wiederverwendet werden. Bei der Technik wird auf regenerative Energien gesetzt.

Die vier Gebäudeteile werden mit einer PV-Anlage ausgestattet, der erzeugte Strom wird im Gebäude selbst verbraucht. Die noch freien Flächen auf den Satteldächern und die dazwischenliegenden Flachdächer werden extensiv begrünt. Damit können die Flächen bei Regenereignissen dazu beitragen, dass die Kanalisation der Stadt zeitweise entlastet wird, weil diese Flächen entsprechend Wasser speichern und bis zu einem gewissen Grad zurückhalten.

Neue Kita kostet rund 8,2 Millionen Euro

Architekt Michael Kühnlein erklärte, dass nach dem Aufbau der Holzelemente der Innenausbau mit Boden- und Flächengestaltung, Sanitär- und Elektroarbeiten sowie sämtliche sonstige noch erforderliche Einbauten geliefert werden, so dass die Kindertagesstätte voraussichtlich im September 2024 in Betrieb gehen kann.

Die Holzbauweise hat sich laut Thomas Kautnik vom Hochbauamt bereits bei der Kindertagesstätte Haus Regenbogen in der Dr.-Kurz-Straße bewährt. Sie seien robuster als zum Beispiel mit Putz oder anderen Materialien versehene Oberflächen.

Insgesamt geht die Stadt Neumarkt derzeit von Kosten in Höhe von rund 8,2 Millionen Euro aus, wozu sich die Stadt eine Förderung durch die Regierung erhofft. Träger der neuen Kita wird die „Haus St. Marien GmbH“ sein.