Sanierung der Stadtmitte: Stadtrat entschied sich für eine von drei Planungsvarianten

Ein selten uneiniges Bild hat der Stadtrat bei der Entscheidung über die künftige Gestaltung der Parsberger Stadtmitte abgegeben. Dabei wurden mehrere Varianten diskutiert. Nach insgesamt vier Abstimmungen stand der Sieger fest.
Vorgeschichte: Bereits im Oktober 2022 hatte der Stadtrat den sehr langen und intensiven Findungsprozess begonnen und sich mit den Vor- und Nachteilen der Planvarianten befasst, die der Planer Rupert Wirzmüller von der Wamsler Rohloff Wirzmüller FreiRaumArchitekten GbR erarbeitet hatte.
Die drei Versionen für die neue Parsberger Ortsmitte
Version 1:Es entstehen zwei kleinere Plätze vor dem Hotel Hirschen und der Raiffeisenbank.
Version 2:Es entsteht ein großer Platz im Norden. Die Zufahrt zur Dr.-Schrettenbrunner-Straße und zur Burgstraße erfolgt entlang der Raiffeisenbank
Version 3:Auf der Südseite entsteht ein großer Platz, in den die Kapelle mit eingebunden werden kann.
Aus diesem Prozess entstanden drei Varianten, die Wirzmüller im März in der Stadtratsitzung und wenige Tage später in einer Bürgerversammlung vorstellte. Bereits im März hatte der Planer drei Planungsvarianten vorgestellt, die sich vor allem in der Straßenführung und in der Positionierung eines zentralen Platzes unterschieden (wir berichteten). Dabei präsentierte er drei Entwürfe, die sich vor allem in der Straßenführung und in der Positionierung des zentralen Platzes unterschieden.
Die Anregungen aus der Bürgerschaft und die Ergebnisse aus zwei weiteren Klausurtagungen des Stadtrats flossen dann in die verfeinerte Planung ein, die Wirzmüller den Stadträten am Donnerstagabend zur Entscheidung vorlegte.
Während die Varianten 1 und 2 mit zwei Plätzen im Norden, beziehungsweise einem Platz im Norden, in den Grundzügen unverändert zur Präsentation in der Bürgerversammlung blieben, legte Wirzmüller zur Variante 3 mehrere Versionen vor, die sich in der Ausgestaltung der Stellplätze unterschieden.
Bürgermeister Bauer plädiert für einen großen Platz im Süden
Ursprünglich waren entlang des Platzes im Süden sogenannte Senkrechtparkplätze vorgesehen, in den neuen Versionen bekamen Längsparkplätze – entweder an einem Schenkel des Platzes oder an beiden – den Vorzug. Dadurch würde der Platz laut Wirzmüller größer, allerdings würde die Zahl der Stellplätze reduziert.
In der anschließenden Diskussion plädierte Bürgermeister Josef Bauer für den großen Platz im Süden mit Längsparkplätzen gegenüber dem Hirschenhotel und Senkrechtparkern gegenüber der Raiffeisenbank. „Nicht nur deshalb, weil sie mir am besten gefällt, sondern auch, weil das das Ergebnis vieler Gespräche mit Anliegern, Gewerbetreibenden und vielen Bürgern ist“, begründete er sein Votum. Er habe diese Version über alle Generationen hinweg als Favoriten wahrgenommen.
Widerspruch kam ausgerechnet aus der CSU. Jochen Zehnder kritisierte, dass bisher noch kein Ortstermin stattgefunden habe, um sich ein genaues Bild zu machen. Deshalb beantragte er, den Tagesordnungspunkt zurückzustellen, da aus seiner Sicht kein Zeitdruck bestehe. Dieser Antrag wurde aber mit 7:13 Stimmen abgelehnt.
Abstimmung im Stadtrat Parsberg über drei Varianten für die Ortsmitte
Daran anschließend sprach sich Zehender für die Variante mit den zwei Plätzen im Norden aus, weil damit beide ortsansäßigen Gastronomiebetriebe profitieren würden. Dem widersprach vor allem der dritte Bürgermeister Hans-Jürgen Hopf. „Bei dieser Variante wird der zentrale Platz durch eine Straße durchschnitten, auf der laut Verkehrsgutachten pro Tag rund 3000 Autos fahren“, sagte er. Das sei eine Gefahr für die Fußgänger und vor allem für spielende Kinder. Hopf: „Der Platz ist nur dann nutzbar, wenn die Straße, zum Beispiel für eine Veranstaltung, komplett gesperrt wird.
Bei der abschließenden Abstimmung lehnten die Räte die Variante 1 (5:15 Stimmen) und 2 (einstimmig) ab. Am Ende stimmte der Stadtrat mit 16:4 Stimmen für die Variante 3 mit dem großen Platz im Süden.
