Wie es um erneuerbare Energien in den Gemeinden im Landkreis Neumarkt steht

Von Mittelbayerische Zeitung · 14. Mai 2023 um 13:00

Die Statistiken im Energieatlas Bayern wurden von Stand 2020 auf Stand 31. Dezember 2021 veröffentlicht. Wie hat sich das Verhältnis von erzeugter erneuerbarer Energie im Vergleich zum Stromverbrauch in den Kommunen im Landkreis entwickelt?

Der Energie-Atlas Bayern ist das Internetportal der Bayerischen Staatsregierung zur Energiewende, zu Energiesparen, Energieeffizienz und erneuerbaren Energien. In dem Portal sind in interaktiven Karten die Anlagen zur Stromerzeugung aus Solarenergie, Wind, Wasser, Biomasse und Geothermie verzeichnet.

Leider hinkten statistische Daten immer ein- bis eineinhalb Jahre hinterher, erklärt Kathrin Kimmich, Klimaschutzmanagerin des Landkreises. Dennoch ließen sich aus den Zahlen interessante Rückschlüsse ziehen.

Demnach erzeugte der Landkreis Neumarkt 2021 insgesamt 121 Prozent seines Gesamtstromverbrauchs von 679996 MWh aus Erneuerbaren Energien. Ende 2020 waren es noch 127 Prozent bei einem Stromverbrauch von 638454 MWh. Mit dieser Zahl lag der Landkreis 2021 auf Rang elf der 71 Landkreise in Bayern. An der steht der Landkreis Dingolfing-Landau mit 337 Prozent „grüner“ Energieerzeugung.

Pilsach hat das beste Ergebnis aller Gemeinden im Landkreis Neumarkt

Grundsätzlich sei festzustellen, dass lediglich in vier von 96 bayerischen Kommunen (71 Landkreise und 25 Städte) der Stromverbrauch 2021 gegenüber 2020 gesunken ist, erklärt Kimmich. Bei allen anderen sei festzustellen, dass wohl nach dem Lockdown 2020 und dem dadurch bedingten geringeren Energieverbrauch der Strombedarf 2021 wieder gestiegen sei. Nur zehn von besagten 96 Kommunen hätten 2021 den Anteil der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien so steigern können, dass der erhöhte Strombedarf damit habe aufgefangen werden können.

Innerhalb des Landkreises Neumarkt erreichen elf der 19 Städte und Gemeinden einen Wert von über 100% (Verhältnis von Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien zum Gesamtstromverbrauch). An erster Stelle steht nach wie vor Pilsach mit 608 Prozent „grüner“ Stromerzeugung gegenüber dem gemeindeweiten Verbrauch, gefolgt von Hohenfels, die Gemeinde mit dem höchsten Anstieg von 264 auf 589 Prozent. Dahinter liegen Velburg (510), Deining (363), Breitenbrunn (345) und Parsberg (gestiegen auf 221).

Stadt Neumarkt schneidet im Vergleich mit Weiden und Amberg bestens ab

Dabei müsse angemerkt werden, dass Kommunen mit wenig energieintensiver Industrie sich grundsätzlich leichter täten, ihren Energiebedarf aus Erneuerbaren Energien zu decken, sagt Kimmich. Und Fakt sei auch: umso größer eine Stadt, umso schwerer sei der Ausgleich durch Erneuerbare Energien aufgrund der verdichteten Bebauung und weniger freien Flächen.

Umso mehr rage die Stadt Neumarkt heraus, die 2021 immerhin bei 63,6 Prozent lag. Vergleichbare Städte (nach Einwohnern und Stromverbrauch), wie Weiden und Amberg, lagen hingegen nur bei 12,3 bzw. 8,6 Prozent.

„Interessant wäre es nun zu wissen, wie sich die Lage 2022 verändert hat“, sagt Kimmich. Der Ukraine-Krieg hat Vieles in Bewegung gebracht, um weniger abhängig von fossilen Energieträgern zu werden. Leider müsse für diese Zahlen wieder ein Jahr gewartet werden.