Neustadt feiert mit hohen Gästen seinen Geburtstag

Von Wolfgang Abeltshauser · 12. Mai 2023 um 19:00

Mit einem großen Festakt mit 260 geladenen Gästen beging die Stadt Neustadt am Donnerstag ihren 750. Geburtstag. Dabei kam so manches Geheimnis ans Tageslicht.

Exakt am 11. Mai 1273 verlieh Herzog Ludwig der Strenge dem Ort seine Stadtrechte. Das feiert die Stadtgemeinschaft das ganze Jahr mit vielen Veranstaltungen. Der Festakt im Bürgersaal markierte den ersten Höhepunkt im Jubeljahr.

An der Spitze der Gästeliste standen Prinz Wolfgang von Bayern und Ministerpräsident Markus Söder. Geladen waren dazu politische Vertreter aus dem Landkreis Kelheim und den Nachbarkreisen Eichstätt und Pfaffenhofen, amtierende und ehemalige Neustädter Stadträte, die Kulturpreisträger der Kommune und Vertreter der Vereine. Die gehörten in den Augen von Thomas Memmel alle dazu: „Es sind die Menschen, die Neustadt zu dem gemacht haben, was es jetzt ist.“

Unterhaltsame zwei Stunden in Neustadt

Der rund zweistündige Festakt war durchaus unterhaltsam, wie danach beim Empfang viele Gäste befanden. „Es war kurzweilig und interessant“, stellte etwa Trains Bürgermeister Gerhard Zeitler fest. Gelobt wurde nicht zuletzt der eigens für das Jubiläumsjahr gegründete Projektchor mit Sängern aus verschiedenen Neustädter Gruppen. Seinen Anteil am Gelingen hatte aber auch Herzog Ludwig höchstselbst, der es sich nicht nehmen ließ, (fast) persönlich zu erscheinen: Stadtrat Michael Hartl mimte humorvoll den Herzog.

Als echter Vertreter des Hauses Wittelsbach war, in Stellvertretung für den Schirmherrn des Jubiläumsjahrs Franz Herzog von Bayern, Wolfgang Prinz von Bayern gekommen. Für ihn war es eine Premiere. „Ich war noch nie in Neustadt“, gestand er vor dem Festakt im Gespräch mit der Mittelbayerischen. Termine dieser Art seien zwar nichts Ungewöhnliches für ihn: „Aber auf einem 750-jährigen Stadtjubiläum war ich auch noch nicht.“

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Der Ministerpräsident dagegen kennt Neustadt ganz gut: Er sei schon seit seiner Jugendzeit mit der Stadt verbunden. „Ich war als Kind mit meinen Eltern regelmäßig in der Therme Bad Gögging – ein echtes Highlight für mich.“

Festredner Hans-Georg Hermann, unter anderem Professor für Deutsche und Bayerische Rechtsgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München, hatte ein besonderes Geschenk für die Neustädter mitgebracht.

Ein kleine Schrecksekunde in Neustadt

Bisher war die älteste bekannte Abschrift der ursprünglichen Urkunde des Stadtrechts die in einem Kopialbuch von Stadtschreiber Valentin Panckhover aus 1587. Hermann hatte bei seinen Recherchen zum Jubiläum einen noch älteren und bestätigten Beleg aus dem Jahr 1437 gefunden.

Davor hatte er die Neustädter ein wenig erschreckt. Gelten ihre Stadtrechte doch als die ältesten in ganz Bayern. Kitzbühl in Tirol, das damals zu Bayern gehörte, habe für sich einen Beleg aus dem Jahr 1271. Hermann beruhigte schnell: Das sei nichts Handfestes. Es seien keine richtigen Privilegien damit verbunden gewesen. Außerdem galt es nur für fünf Jahre – also zur Probe.

Bei Neustadt, auf dessen Urkunde sich keine Einschränkungen fänden, sei sich der Herzog wohl sicher gewesen. Laut Söder und Landrat Martin Neumeyer hatte er recht: „Heute verbindet die Stadt Hightech und Heimat mit großer Lebensqualität“, lobte Söder ihre Entwicklung.

Geschenke und Kulinarisches

Für die Ehrengäste gab es besondere Geschenke: „Wir haben 750 Flaschen Wein, ein Monterone aus der Gegend unserer Partnerstadt Recoaro Terme abfüllen und mit den Jahreszahlen von 1273 bis 2023 auszeichnen lassen – jede Flasche ist ein Unikat“, so Thomas Memmel. Die Gäste erhielten jeweils die Flasche mit ihrem Geburtsjahr.

Kein geladener Gast musste mit leeren Händen nach Hause gehen. Es gab für jeden einen Karton mit zwei Flaschen Festbier, das man vom Abensberger Ottenbräu eigens zum Festjahr hat brauen lassen. Beim Stehempfang bewirteten Auszubildende aus dem Berufsbildungswerk Abensberg die Gäste.

Professor Hans-Georg Hermann zeigte einen weiteren Beleg dafür, dass Neustadt vor 750 Jahren Stadt wurde.
Ministerpräsident Markus Söder gratulierte persönlich zum Jubiläum.