Rückkehr zu alter Tätigkeit: Jugendpfleger von Pilsach und Lauterhofen hat gekündigt

Nicht ganz ein Jahr hatten die Gemeinden Pilsach und Lauterhofen einen Jugendpfleger. Der ist ihnen nun schon wieder abhanden gekommen. Das sind die Gründe für den frühzeitigen Weggang.
Erik Spitzer hatte sich jeweils zur Hälfte seiner Arbeitszeit um die Jugendlichen in Pilsach und Lauterhofen gekümmert – offiziell angestellt war er beim Kreisjugendring (KJR) Neumarkt. KJR-Geschäftsführer Markus Ott bescheinigt dem ehemaligen Jugendpfleger eine gute Arbeit in beiden Gemeinden. Er habe tolle Projekte angestoßen, sei mit der Entwicklung der Jugendarbeit super vorangekommen. 20 Veranstaltungen, ein Jugendforum, eine „Jugendecke“ im Mitteilungsblatt und eine Software fürs Ferienprogramm hatte er allein in Lauterhofen im Jahr 2022 bereits angestoßen, wie erst im Januar bei einer Marktratssitzung deutlich geworden war.
Spitzer hatte neben seiner fünfjährigen Ausbildung als Erzieher an der Fachakademie für Sozialpädagogik der Rummelsberger Diakonie auch eine Weiterbildung zum traumazentrierten Fachberater und Traumapädagogen gemacht.
Viele Projekte angestoßen
Er hat dieses Wissen vor seiner Zeit als Jugendpfleger als Erzieher in einem Kinderheim anwenden können. 90 Prozent seiner Arbeitszeit habe er dort mit seinen Schützlingen verbracht, erklärt Ott: „Ihm haben einfach seine Kinder gefehlt.“ Daher werde er wohl wieder in dieses Tätigkeitsfeld zurückkehren.
Allerdings heißt Spitzers Weggang nicht, dass die Jugendarbeit in den beiden Gemeinden wieder komplett brach liegt. Es werde weitergehen, wie Ott verspricht. Die Stellenausschreibung sei bereits veröffentlicht, es fänden derzeit Bewerbungsgespräche statt. Der Kreisjugendring habe bereits eine Teilzeitkraft eingestellt, die die angestoßenen Projekte stellvertretend weiterführt und zum Beispiel den Jugendtreff in Pilsach jeden Donnerstag betreut – bis der oder die Neue übernehmen kann.
Vertretungen eingestellt: Jugendtreff weiter offen
Für das Großprojekt „Das Zukunftspaket“ sei eine eigene Kraft eingestellt, die sich um die Verwendung der damit verbundenen Fördergelder kümmert. Dabei handelt es sich um ein vom Bund gefördertes Mitbestimmungsprojekt für Jugendliche. Spitzer hatte die Fördergelder zusammen mit dem Jugendpfleger von Deining und Velburg beantragt und schließlich bewilligt bekommen – immerhin mit einem Gesamtvolumen von 80000 Euro.
Die Mitarbeiterin, die sich um die Betreuung des „Zukunftspakets“ für Pilsach und Lauterhofen kümmert, ist in der Jugendarbeit des Landkreis Neumarkt keine Unbekannte: Susanne Niebler. Ihren Namen verbindet man mit der Kommunalen Jugendarbeit des Landkreises Neumarkt (KOJA), sie hat unter anderem mit Jugendlichen in Pilsach auf einem Jugendforum die Grundlagen für den kommunalen Kinder- und Jugendplan erarbeitet. Ott sagt: „Sie ist schon jetzt mit Feuereifer dabei.“
Bürgermeister von Pilsach und Lauterhofen zufrieden
Pilsachs Bürgermeister Andreas Truber bedauert den Weggang Spitzers, wie er im Gespräch mit unseren Medienhaus erklärt. Er sei mit dessen Arbeit sehr zufrieden gewesen, die Jugendlichen hätten ihn sehr gemocht. Truber gegenüber habe Spitzer auch betont, dass die „Gemeinde alles richtig gemacht“ habe. Es hätten ihm alle Möglichkeiten offen gestanden, die Jugendarbeit in Pilsach weiter zu entwickeln.
Jetzt hofft Truber, dass schnell wieder ein Jugendpfleger oder eine Jugendpflegerin gefunden wird – auch, wenn er weiß, dass das auf dem angespannten Arbeitsmarkt derzeit nicht einfach sein dürfte.