Oberbürgermeister Thomas Thumann ist bereit für eine vierte Amtszeit in Neumarkt

Von Eva Gaupp · 11. Mai 2023 um 21:10

Bei einer Enthaltung haben die Freien Wähler in Neumarkt einstimmig Thomas Thumann erneut als Oberbürgermeister nominiert. Im Holzheimer Schützenheim blickte er zurück und auf eine mögliche vierte Amtszeit.

„Ich freue mich auf die Wahl und hoffe auf ein ähnlich gutes Ergebnis wie letztes Mal“, sagte der 58-Jährige nach dem Votum. 2017 hatte er noch ein klein wenig mehr Wählerstimmen auf sich vereinigt als sechs Jahre zuvor. 68,77 Prozent hatte er 2017 erzielt. Am 8. Oktober tritt Thumann als Amtsinhaber gegen vier Herausforderer von CSU, SPD, FDP und Linke an.

47 Mitglieder der Freien Wähler stimmen für Thumann

48 Mitglieder der Freien Wähler waren zu der Aufstellungsversammlung gekommen, dazu 130 Gäste. In gut 90 Minuten waren alle Formalitäten erledigt. Dass der Saal so gut gefüllt sei, wertete der Vorsitzende der UPW/FW Neumarkt, Sebastian Schauer, als ein gutes Zeichen, dass die Freien Wähler „zusammenhalten und den Kandidaten unterstützen“.

Dass der Amtsinhaber erneut seinen Hut in den Ring wirft, war bereits bekannt. Allerdings hatte sich Thumann damit Zeit gelassen. Lange war spekuliert worden, ob er vielleicht Ambitionen für ein Landtagsmandat haben könnte. Mitte März hatte er dann bekannt gegeben, sich erneut zum Oberbürgermeister aufstellen lassen zu wollen.

Durchaus noch rechtzeitig, wie Thomas Kolb als Versammlungsleiter informierte. Immerhin hätten die Parteien bis 52 Tage vor der Wahl Zeit, ihre Kandidaten zu nominieren. Einen Gegenkandidaten gab es wie erwartet nicht und auch die Zustimmung fiel einhellig aus.

„Neumarkt trägt die Handschrift des Oberbürgermeisters Thomas Thumann“, sagte Schauer und zählte auf, wo in der Stadt diese Handschrift nach 18 Jahren Amtszeit zu sehen sei: Am NeuenMarkt, der auf einer Industriebrache entstanden sei, auf dem Residenzplatz, wo derzeit die Hochschule errichtet werde. „Der Stadtpark wird eine grüne Oase, auf die sich die Bürger freuen können“, fuhr Schauer fort.

Und das Ganzjahresbad sei der größte Invest in der Stadtgeschichte. Beim Klimaschutz sei Neumarkt gar bundesweit Vorreiter. „Doch ein Oberbürgermeister muss nicht nur Visionär, sondern auch Mensch sein“, sagte Schauer. Und er habe Thumann immer als einen Menschen erlebt, der einem auf Augenhöhe begegne.

Von seinen Visionen für die Stadt Neumarkt verriet Thumann am Donnerstagabend nichts. In seiner Ansprache ging er stattdessen ebenfalls auf die großen Projekte ein, die während seiner Amtszeit realisiert wurden. Das sei gerade in den ersten Jahren nicht einfach gewesen, da die Mehrheitsverhältnisse damals im Stadtrat noch andere gewesen seien.

Neben den Bauprojekten, die bereits Sebastian Schauer erwähnt hatte, ergänzte er das zweite Standbein für die Wasserversorgung mit der Laaber-Naab-Gruppe, die Kooperation mit der Hochschule OTH Amberg-Weiden, die Anbindung des NeuenMarkts an den Unteren Markt, die „vorzeigewürdig“ sei, und das Ensemble aus Hochschule, Studentenwohnungen, Pfalzgrafenschloss, Evangelisches Zentrum und Hofkirche könne mit Städten wie München mithalten. Außerdem gelinge es so, die Altstadt zu beleben und etwas gegen das vieldiskutierte Aussterben von Innenstädten zu unternehmen.

Thomas Thumann will bezahlbare Wohnungen schaffen

Als künftige Vorhaben zählte Thumann die Sanierung des Hitzhaus‘ in der Glasergasse zur neuen städtischen Musikschule auf, das Stadtviertel auf dem Flugplatz sowie das Wohnungsbauprojekt in der Maienbreite. Überhaupt spiele bezahlbarer Wohnraum für ihn eine große Rolle. Deshalb werde er bald einen Investor vorstellen, der den Bedarf durch mehrere Projekte „zum großen Teil erledigen“ werde, wiederholte er eine Ankündigung.

Gleichzeitig sei ihm wichtig, eine Balance zwischen Investitionen und Rücklagen für die nächsten Generationen einzuhalten. Und er bedankte sich bei den Mitgliedern, dem Vorstand und seiner Fraktion für die Unterstützung – und freue sich auf den Wahlkampf.

OB Thomas Thumann skizzierte die großen Projekte seiner Amtszeit nach. -Foto: Eva Gaupp
Die UPW-Mitglieder stimmten in geheimer Wahl über den OB-Kandidaten ab - auch Thomas Thumann selbst.
Sebastian Schrafl (links) und Thomas Kolb zählten bei der Nominierungsversammlung die Stimmen der UPW-Mitglieder aus.
Der stellvertretende Vorsitzende der Freien Wähler Neumarkt, Hans Werner Gloßner, gehörte zu den ersten Gratulanten nach der Nominierung. Ebenso wie Ehefrau Carolin Thumann. -Foto: Eva Gaupp