Langquaider Künstlerin begeistert mit ihren Illustrationen

Von Alexandra Nurtsch · 12. Mai 2023 um 11:00

Die Langquaiderin Nina Schneider arbeitet als freie Illustratorin. Ihre Werke sind vielbeachtet. Einige davon sind derzeit in Kelheim zu sehen.

Am liebsten zeichnet Nina Schneider Menschen. „Man muss viel genauer arbeiten. Der Betrachter toleriert bei Menschen viel weniger Fehler“, sagt sie, während sie den schwarzen Tuschestift auf der großen gelben MDF-Platte ansetzt und ruhig eine Linie nach der anderen zieht. Nina Schneider ist freie Illustratorin und in diesem Jahr Gastausstellerin bei „Eine Stadt wird zur Galerie“ der Kelheimer Gruppe Kunst.

Schwarze Linien haben es der 38-Jährigen schon seit ihrer Schulzeit angetan. Im Kunstunterricht mussten sie damals ein buntes Foto abzeichnen, nur mit parallelen schwarzen Linien. Das habe sie fasziniert, sagt Schneider. Seitdem versucht sie, Kreuzschraffur zu umgehen. Auch dem Schwarz-Weiß blieb sie in ihren freien Arbeiten treu. „Es geht einfach nur um Linien und Strukturen und nicht um die Farbe“, erklärt sie.

Ausbildung zur Optikerin

In ihren Auftragsarbeiten hingegen darf Farbe nicht fehlen. Seit 2013 arbeitet die Langquaiderin hauptberuflich als Illustratorin. Millionen Menschen kennen ihre Arbeiten. Viele Jahre lang waren ihre Illustrationen in der Apotheken Umschau zu sehen, aber auch regelmäßig in Frauenzeitschriften, wie Brigitte Wir oder Brigitte Woman. Sie fertigte Illustrationen für das Historische Museum in Regensburg oder das Jean-Monnet-Haus des Europäischen Parlaments in der Nähe von Paris.

Derzeit arbeitet sie unter anderem für den Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) und ein Architekturstudio in Zürich. „Ich liebe meinen Beruf und die damit verbundenen Freiheiten“, sagt die zweifache Mutter, die ihr Atelier in Schierling hat. Doch es dauerte, bis sie den Mut fand, den Weg in die Selbstständigkeit einzuschlagen. Obwohl sie schon von klein auf immer gern gemalt hat, entschied sich Nina Schneider nach dem Abitur dafür, nicht Figurentheater in Stuttgart zu studieren, sondern eine Ausbildung als Augenoptikerin zu machen.

Das habe ihr aber keinen großen Spaß gemacht, sagt sie rückblickend, wie auch das Mathe- und Physik-Studium im Anschluss. Also begann sie ein Kunst-Studium an der Uni in Regensburg. Dort lernte sie die Regensburger Illustratorin Kathrin Frank kennen und fand den Mut, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Das war 2013. Zwei Jahre später wurde der Wort und Bild Verlag auf sie im Buch Freistil aufmerksam. In dem Buch präsentieren sich Illustratoren mit ihren Werken. Und die Aufträge nahmen Fahrt auf – so, dass lange Zeit keine Luft für ihre eigene Kunst war. Die nimmt sie sich nun wieder. Gerade erst hat sie drei ihrer Werke bei einem Wettbewerb eingereicht.

Werke in Kelheim zu sehen

Inspiriert wird Nina Schneider von der Musik, die sie beim Zeichnen gerne hört, und von ihrem Partner Klaus Schiffermüller, der ebenfalls künstlerisch tätig ist. Auch ihre Kinder inspirieren Schneider. Sie sind übrigens die Protagonisten in kurzen Comics, an denen Schneider gerne arbeitet, wenn es die Zeit erlaubt – als „Vorübungen“ für eine Graphic Novel, die sie gern einmal zeichnen würde.

Einige ihrer Tuschezeichnungen und Drucke sind derzeit in der Kelheimer Sparkasse zu sehen. Auch eine Berliner Galerie zeigt ihre Bilder. Von dort kam auch die Anregung, ihre kleinen Kunstwerke, die Schneider auf Haftnotizen zeichnet, doch in Großformat zu versuchen. Daran arbeitet die Künstlerin gerade in ihrem Atelier.

Auch in Langquaid sind immer wieder ihre Illustrationen zu sehen. Zum Auffahrtsmarkt am Donnerstag, 18. Mai, wird die Galerie in der Rottenburger Straße, in der Schneider mit Klaus Schiffermüller ausstellt, geöffnet sein. Sie freut sich auf den Austausch mit den Besuchern, denn die Galerie sei dann immer gut besucht. Gastaussteller ist dieses Mal Werner Wagner aus Niederleierndorf.

Kelheim wird zur Galerie

Seit Freitag, 12. Mai, präsentieren 39 Mitglieder der Gruppe Kunst ihre Gemälde und Skulpturen in den Schaufenstern der Kelheimer Altstadt. 35 Geschäftsleute haben dafür Platz geschaffen. Die Veranstaltung gibt es seit 32 Jahren. Nina Schneider zeigt ihre Werke in der Sparkasse. Dort ist auch die Ausstellung „Kelheim und Umgebung – gesehen durch die Augen der Künstler“ zu sehen. Teilnehmer des Workshops von Nina Schneider zum Thema Moosgummidruck zeigen ihre Ergebnisse und eigene Werke. Am 27. Mai arbeiten die Künstler in der Kulturkantine in der Donaustraße von 10 bis 15 Uhr an ihren Werken. Besucher können ihnen über die Schulter schauen und Fragen stellen.