Gloria von Thurn und Taxis äußert sich betroffen über Boykott-Aufruf – und trifft Transsexuelle

Elisabeth von Thurn und Taxis arbeitet für einen Pariser Kunst-Mäzen. Ihre Mutter besuchte die Prinzessin, traf dabei Stararchitekt Norman Foster und die französische Kulturministerin. Betroffen sei sie,welches Bild von ihr gezeichnet wird, sagte Gloria der Mediengruppe Bayern.
Es ist ein ungewöhnliches Bild, das Gloria von Thurn und Taxis zusammen mit ihrer Tochter Elisabeth und der Künstlerin Ser Serpas zeigt: Während in Regensburg Leute aus der Kulturszene zum Boykott der Festspiele auf Schloss St. Emmeram aufrufen, gibt sich die Adelige weltoffen. Ser Serpas ist eine Transfrau, die dazu steht, im falschen Körper geboren worden zu sein. Dabei wird der Fürstin von den Regensburger Kulturschaffenden eine „homophobe Agenda“ vorgeworfen. „Ich habe meine Kinder zu Weltoffenheit, vor allem auch zu Kunst und Kultur erzogen“, sagt Gloria von Thurn und Taxis im Gespräch mit der Mediengruppe Bayern. „Sonst hätten sie niemals im Ausland in der Kunstszene reüssieren können.“
Verbindung zu Kunstmäzen
Maria Theresia, die ältere Tochter von Johannes (gestorben 1991) und Gloria von Thurn und Taxis, hat sich als Künstlerin einen Namen gemacht, stellt in London, München oder Berlin aus. Anfang 2023 war Maria Thurn und Taxis, wie sie sich als Künstlerin nennt, im Oberpfälzer Künstlerhaus in Schwandorf zu erleben. Unter dem Titel „The Rules of the Game“ (Die Regeln des Spiels) zeigte sie aufregende Collagen und eine Video-Arbeit. Maria Theresia lebt in London und ist mit Hugo Wilson verheiratet, der ebenfalls Künstler ist. Der Vorwurf, sie sei homophob, schmerzt Gloria von Thurn und Taxis nach eigenem Bekunden besonders. „Das Bild, das der Boykottaufruf über mich zeichnet, ist so weit weg wie sonst etwas von der Realität“, sagt sie. „Im Schloss habe ich Homosexuelle und auch Transsexuelle seit vielen Jahren begrüßt, da wusste man in Regensburg noch gar nicht, was Transsexualität eigentlich ist.“ Dabei sei Kunst aus ihrer Sicht ein integrierendes gesellschaftliches Element, das die Gemeinsamkeiten betone, nicht das Trennende.
Ihre Tochter Elisabeth von Thurn und Taxis ist nun auch in die Kunstszene eingestiegen. Hintergrund ist die enge Verbindung zum Verleger und Kunstmäzen Paul-Emmanuel Reiffers (56).
Der in Südfrankreich geborene Unternehmer ist Gründer der auf Mode, Luxus und Kunst spezialisierten Kommunikationsgruppe Mazarine, die ein Kunstmagazin herausgibt. Zudem betreibt Reiffers ein Kultur- und Ausstellungszentrum in Paris, in dem nun junge Künstler präsentiert werden.
Gloria besuchte nicht nur ihre Tochter, sondern war auch Gast beim Empfang der französischen Kulturministerin Rima Abdul Malak für den Stararchitekten Norman Foster im Centre Pompidou.
Wege, die Welt zu bewohnen
Die Ausstellung in der Rue des Acacias, an der Elisabeth von Thurn und Taxis mitwirkt, beginnt am 12. Mai und läuft bis zum 16. Juni. Unter dem Titel Schau „Infiltrated – fünf Wege, die Welt zu bewohnen“ untersuchen fünf junge internationale Künstlerinnen und Künstler Wege, die Welt ästhetisch und konzeptionell neu zu gestalten. Eine der beteiligten Künstlerinnen ist Ser Serpas.
Elisabeth von Thurn und Taxis wird auf der Homepage der Reiffers Art Initiative als Mitglied der 13-köpfigen Expertenkommission gelistet und als Autorin und Herausgeberin vorgestellt. Die 41-Jährige widme sich nach ihrer Zeit bei der US-Ausgabe des Magazins Vogue nun leidenschaftlich der zeitgenössischen Kunst und ihrer jungen Kunstszene, heißt es auf der Homepage. „Zeitgenössische Kunst spielte sowohl in ihrem Privatleben als auch in ihrem Schreiben weiterhin eine große Rolle.“
Elisabeth von Thurn und Taxis hat ihr Studium in Madrid und Paris mit einem Bachelor of Arts abgeschlossen. In jüngerer Zeit hat sie mit großen Häusern und Institutionen – zum Beispiel mit Loro Piana, italienischer Hersteller von Luxusmode, und mit dem Auktionshaus Sotheby's – am visuellen Erzählen von Geschichten und bei der Erstellung von Inhalten zusammengearbeitet.
