Diese Pläne sollen Biburg noch ein bisschen lebenswerter machen

Von Lucia Pirkl · 6. Mai 2023 um 15:00

Ein bunter Strauß an Maßnahmen soll den Ort auch für nachfolgende Generationen attraktiv machen. Die Bürger haben diese zusammen mit drei Planern entwickelt.

„Die Zusammenarbeit hat wirklich gut funktioniert“, meint Bürgermeisterin Bettina Danner über das Abschlussgespräch mit den Planern Reem Almannai, Florian Fischer und Felix Lüdicke. Viermal war das Planungstrio aus der Firmen Almannai Fischer und raumzeug in der Gemeinde zu Gast, um zusammen mit den Bürgern die Zukunft Biburgs zu planen, ein Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept zu erstellen. Am vergangenen Freitag waren die Planer nun zum letzten Mal hier und stellten den Bürgern einen Katalog an Maßnahmen vor, die den Ort in eine attraktive Zukunft führen sollen.

Die Maßnahmen sind fünf Kategorien zugeordnet. In jeder dieser Kategorien sind die Vorhaben nach Dringlichkeit, aber auch nach dem Zeithorizont gegliedert: Lassen sie sich sofort umsetzen, kurz-, mittel- oder langfristig? Wer ist daran beteiligt, welche Kosten werden anfallen und wie kann man die jeweilige Maßnahme finanzieren – auch das sind Punkte, die in dem Katalog nicht fehlen dürfen. Mit konkreten Schritten in der Hinterhand kann die Gemeinde jetzt auch Fördergelder beantragen.

• Bauliche Mitte:Manche Ideen lassen sich schnell umsetzen und kosten relativ wenig, wie beispielsweise die Schaffung von Sitzgelegenheiten beim Eberhardplatz, ein Büchertauschregal vor der Gemeindekanzlei oder eine Blühwiese auf dem alten Klosterfriedhof. Auch das Einrichten eines saisonalen Halteverbots entlang der Klostermauer am Eberhardplatz während der Wintermonate, um zu überprüfen, ob man die Parkplätze überhaupt braucht, ist schnell umgesetzt.

Anderes wiederum, wie der Erwerb des Klosterhofareals, ist ein Projekt, das einen etwas längeren Atem braucht, aber bei den Bürgern ganz oben auf der Wunschliste steht und das viele herbeisehnen. Mittelfristig könnte hier ein multifunktionaler Bürgersaal entstehen, der für Veranstaltungen, Theateraufführungen, Feste oder auch für Büros der Gemeindekanzlei genutzt werden könnte.

• Grüne Mitte:Am Herzen liegt den Biburgern das Gebiet rund um die Bräuweiherwiese. Bevor das Areal zum Verweilen einlädt, muss die Fläche im Flächennutzungsplan zur Grünfläche umgewidmet werden. Außerdem müssen Boden und Gewässer auf Schadstoffe untersucht werden.

Eine Parklandschaft „Grüne Mitte“ soll im Ort entstehen, so der Wunsch vieler Biburger – mit Plätzen, an denen man sich gerne aufhält. Stege und Bänke an landschaftlich attraktiven Stellen, wie beispielsweise an Flachwasserzonen oder im Schilfbereich, sollen das Naturerleben ermöglichen. Denkbar wären beispielsweise auch eine Kneipptreppe, ein Aussichtsturm oder ein Baumwipfelpfad.

• Siedlungsgebiete:Wie könnte man den Verkehr im Ort steuern? Aktionen wie „Schulbus mit Füßen“ wären schnell umsetzbar und könnten den Individualverkehr reduzieren.

Dem Leerstand von Gebäuden und Baugrundstücken könnte eine so genannte „Dorfraumagentur“ füllen helfen, die für drei Jahre mit einer Stelle besetzt würde, so die Idee.

Gleichzeitig könnte diese Agentur Konzepte entwickeln, um die Nachfrage nach Wohnraum zu stillen. Das Ziel: Das Dorf soll sich nachhaltig weiter entwickeln, ohne neue Siedlungsflächen ausweisen zu müssen.

• Landschaftsraum:Das Rad- und Fußwegenetz soll verbessert werden. Wegweisende Beschilderungen oder der Erwerb von Grundstücken beziehungsweise Wegerechten wären erste Schritte. Ein Selbsterntefeld oder ein Maislabyrinth könnte Radausflügler nach Biburg locken und den Einheimischen einen Mehrwert bieten.

Mittelfristig sollen Erlebnisorte entlang der Radwege entstehen. An bis zu zehn landschaftlich attraktiven Stellen könnte man Orte zum Verweilen einrichten.

Ein eher langfristiges Projekt wäre der Umbau des Flussabschnitts Bachmaiermühle/Eglseemündung. Dort könnte ein Spielort am Wasser im Bereich der Eglseemündung entstehen.

• Dorfränder:Entlang der Siedlungsgebiete sollen „ländliche Dorfränder“ als Pufferzonen zwischen intensiver Landwirtschaft und privaten Grünflächen eingerichtet werden.

Auch für artenreiche Grünräume, wie beispielsweise Blüh- und Streuobstwiesen sowie Geholzstreifen könnte Platz geschaffen werden – mit dem Ziel, nicht nur besser ans Klima angepasst zu sein, sondern auch, um Begegnungsräume im Grünen zu schaffen.

„Der erste Fokus liegt auf der Ortsmitte“, sagt Danner. Jetzt wartet sie auf eine Förderzusage von der Regierung. Bei vielen Projekten käme die Städtebauförderung ins Spiel.

Ein gut zu befahrenes und vor allem auch beschildertes Wegenetz wünschen sich die Biburger.
In vielen angedachten Projekten spielt das Gewässer auch eine große Rolle.
Am Dorfrand sollen Puffer zwischen Landwirtschaft und privaten Grünflächen entstehen.
Das Areal rund um dem Bräuweiher könnte ein beliebter Aufenthaltsort werden.