Neuer Chef für die Oberviechtacher Polizei – Werner Linhart folgt auf Dominik Höfner

Die Funktion als Dienststellenleiter wird oft als schönstes und anspruchsvollstes Amt bei der Bayerischen Polizei beschrieben. In Oberviechtach übernimmt die Aufgabe nun ein neuer Mann: Werner Linhart ist jetzt der Chef der Polizeiinspektion. Heute wurde er bei einem Festakt offiziell begrüßt.
Mit seiner Amtseinführung ging die Verabschiedung des bisherigen Leiters Dominik Höfner einher. Für die Oberviechtacher war es eine Veranstaltung, die sie so erst vor sechs Monaten erlebt hatten. Damals war Robert Feuerer in den Ruhestand gegangen und Dominik Höfner als sein Nachfolger vorgestellt worden. Schon zu dem Zeitpunkt war klar, dass er die Position nur ein halbes Jahr innehaben wird. Der 31-Jährige übernahm die Leitung der Polizeiinspektion im Rahmen einer Führungsbewährung für den Aufstieg in die vierte Qualifikationsebene.
Dynamischer und hochmotivierter Polizist
Die Mitarbeiter und Bürger hätten ihn „als Macher, als einen dynamischen und hochmotivierten Kerl kennengelernt“, meinte der Personalratsvorsitzende der Oberpfälzer Polizei, Franz Eichenseher. Auch Polizeivizepräsident Thomas Schöniger lobte den 31-Jährigen: Er sei ein kollegialer Partner gewesen, der immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte seiner Mitarbeiter hatte. „Die an ihn gesetzten Erwartungen konnte er vollends erfüllen“, konstatierte Schöniger. So einen wie Dominik Höfner brauche man auch in höheren Positionen, fand Franz Eichenseher. Höfner ist nun im Polizeipräsidium Oberpfalz eingesetzt und dort für Grundsatzfragen zuständig.
Der Tatendrang des jungen Dienststellenleiters wurde in den vergangenen Monaten auch am Tätigkeitsspektrum der Oberviechtacher Polizeibeamten deutlich. Sie klärten Straftaten auf, übernahmen die Verkehrsüberwachung und sorgten für eine gute Verkehrsbildung. Mit Blick darauf erlaubte sich der 31-Jährige einen Seitenhieb in Richtung Bayern München: „Anders als an der Säbener Straße sind wir an der Niedermuracher Straße in Oberviechtach noch in allen Wettbewerben vertreten.“ Man fühle sich gut betreut und gut beschützt, bestätigte Oberviechtachs Bürgermeisters Rudolf Teplitzky.
Die positive Einschätzung des Kommunalpolitikers wird auch anhand der Statistik von 2022 deutlich: Die 26 Mitarbeiter der Polizeiinspektion Oberviechtach mussten 227 Straftaten bearbeiten – was sie erfolgreich taten, denn die Aufklärungsquote lag bei etwas mehr als 70 Prozent. Das sei ein Beleg für eine ausgezeichnete Sicherheitslage und die gute Arbeit der Oberviechtacher Polizei, fand Polizeivizepräsident Schöniger. Mit 1698 Straftaten pro 100000 Einwohnern rangiert der Dienstbereich deutlich unter dem Schnitt der Oberpfalz (3760) und von ganz Bayern (4260).
Medienwirksamer Fall: Unfall bei Drückjagd
Dominik Höfner konnte dazu nur einen kleinen Teil beitragen, da er erst ab November die Dienststelle leitete. Dennoch hatte er in seiner kurzen Amtszeit einige Einsätze erlebt, die ihm noch eine Weile in Erinnerung bleiben werden – so wie den Unfall bei einer Drückjagd Mitte Dezember bei Niedermurach oder die Festnahme einer Diebesbande durch einen Bürgerhinweis im März 2023. Auch ein Youtuber hatte die Polizei mit falschen Notrufen beschäftigt.
Nun muss Werner Linhart beweisen, dass auch er die Dienststelle gut leiten kann. Erfahrung bringt er reichlich mit. Der 60-Jährige startete seine polizeiliche Laufbahn 1980, zuletzt war er seit März 2008 Angehöriger des Kommissariats 10, Grenzbezogene Kriminalität, bei der Kriminalpolizeiinspektion Regensburg am Standort Furth im Wald. Er habe sich freiwillig für den Wechsel entschieden, weil er zum Schluss seiner Karriere noch mal eine neue Herausforderung gesucht habe. Er bot den Vertretern aus Politik, Justiz, Behörden und Organisationen die Zusammenarbeit und einen gedanklichen Austausch an. Mit Bürgermeister Teplitzky telefonierte Linhart gleich an seinem ersten Tag im Dienst. Dabei habe der Rathauschef auch erfahren, dass der Neue länger als sechs Monate bleiben wird.