Spieglein, Spieglein an der Wand: In Rötz werden die Darsteller eingekleidet

Eigentlich wäre Benedikt Dietl bei den Vorstellungen von „Schneewittchen“ nur zu hören und nicht zu sehen gewesen. Er verkörpert bei der diesjährigen Märchenzeit auf der Schwarzenburg den Spiegel, dem die böse Königin die Frage nach der „Schönsten im Land“ stellt. „Dann haben wir beschlossen, dass der Spiegel nicht bloß als Gegenstand zu sehen sein soll, sondern auch ein Mensch im Rahmen auftaucht“, erklärt Steffi Porsch, die in diesem Jahr nicht nur ein weiteres Mal die Regieassistenz, sondern auch die Rolle der Königin übernimmt.
Das bedeutete für Benedikt Dietl: Auch er war mit an Bord, als die Spielerschar sich vor Kurzem zur „Oberpfälzer Kleidertruhe“ von Beate Stock in Vohenstrauß aufmachte.
Es ist schon das 13. Mal, dass diese die Darsteller der Märchenzeit einkleidet. „Sie hat einen unglaublich großen Kostümfundus, aus dem sie schöpfen kann“, sagt Steffi Porsch. Bei Beate Stock fühlen die Darsteller sich gut aufgehoben: „Sie kennt uns.“
Nicht nur bei den Kostümen wollen die Mitwirkenden der Märchenzeit keine Klischees bedienen: „Unsere Kostüme sind beispielsweise nicht kitschig-bunt, und das gilt sinnbildlich auch für die Handlung“, verrät Steffi Porsch.
Das Schneewittchen selbst, alias Victoria Eiber , war bei der Kostümprobe wegen Terminüberschneidungen verhindert und wurde bei einem separaten Termin eingekleidet. Man darf gespannt sein auf ihr Kostüm, das wie das der anderen Darsteller nicht grell-leuchtend, sondern vielmehr klassisch sein wird.
Nächster wichtiger Termin
Teilweise haben die Mitwirkenden ihre Kostüme schon mit nach Hause bekommen, manches wird von Beate Stock noch enger oder weiter gemacht. „Ein paar Schneiderarbeiten sind noch zu erledigen, aber im Großen und Ganzen ist jetzt jeder eingekleidet!“
Spätestens beim nächsten wichtigen Termin wollen die Darsteller in ihren Kostümen erscheinen: Mitte Mai findet in Waldmünchen auf der Trenck-bühne die Eröffnung des Ostbayerischen Festspielsommers statt.
Überhaupt hat sich viel getan, seit Anfang März die erste Trockenprobe im Fürstenkasten stattgefunden hat. Insgesamt zehn Mal haben die Darsteller dort ihre Rollen geprobt, bis es vergangenen Sonntag endlich das erste Mal auf den Schwarzwihrberg ging. Am Mittwoch und Freitag folgten zwei weitere Proben.
In diesem Jahr sei die erste Probe auf dem Berg besonders gut gelaufen, freut sich Steffi Porsch. „Der Text sitzt schon jetzt erstaunlich gut, viele Spiele konnten ihn auf Anhieb.“ Regisseur Bernhard Hübl hat das Stück so umgeschrieben, dass es auf die Natur-Bühne der Schwarzenburg zugeschnitten ist.
Dennoch bleibt man bei der Handlung „sehr nah an der klassischen Vorlage des Märchens der Gebrüder Grimm“. Die Figuren sind dabei mit viel Liebe zum Detail konzipiert: „Alle Zwerge beispielsweise sind sehr verschieden und haben ihren ganz eigenen Charakter.“
Als nächstes steht nun das Bühnenbild an, das nach und nach Form annehmen soll und für das wie jedes Jahr Wolfgang Schmidtler zuständig ist. Regisseur Hübl ist dazu im Austausch mit dem Kulissenbauer.
Es wird geklärt, wo das Schloss stehen wird und wie es aussehen soll, ebenso das Zwergenhaus – und natürlich der Spiegel, damit die Königin ihn pünktlich zur Premiere am 2. Juli fragen kann: „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“
Karten und Termine
Handlung:Schneewittchens Stiefmutter, die eitle Königin, trachtet dem hübschen Kind, dessen Lippen so rot wie Blut, dessen Haare so schwarz wie Ebenholz und dessen Haut so weiß wie Schnee sind, nach dem Leben. Eben nur, weil der Zauberspiegel auf die Frage der Königin, wer denn die Schönste im ganzen Land sei, immer antwortet: „Frau Königin, ihr seid die Schönste hier, aber Schneewittchen ist tausendmal schöner als ihr.“
Geheimnis:Aus diesem Grund will die Königin Schneewittchen loswerden und schickt sie mit dem Jäger in den Wald. Was Schneewittchen in einem seltsamen Häuschen mit sieben Bettchen und sieben Stühlchen alles erwartet, wird an dieser Stelle noch nicht verraten.
Karten:Karten für die „Märchenzeit für Jung und Alt“ gibt es im Internet unter okticket.de und im Tourismusbüro der Stadt Rötz unter Tel. 09976/ 941160 oder per E-Mail an tourist@roetz.de. Die Premiere ist am Sonntag, 2. Juli, 15 Uhr. Weitere Aufführungstermine: Samstag, 8. Juli, 17 Uhr, Sonntag, 9. Juli, 15 Uhr, Sonntag, 16. Juli, 15 Uhr, Samstag, 22. Juli, 17 Uhr, Sonntag, 23. Juli, 15 Uhr und schließlich Sonntag, 30. Juli, 15 Uhr.


