Straubinger Gäubodenfest-Wirtsfamilie übernimmt Regensburger Traditions-Biergarten

Von Christian Eckl · 26. April 2023 um 19:00

Die Gastronomen aus Niederbayern haben bereits ein Objekt in Regensburg. Jetzt setzt die Brauerei Kneitinger auf sie – und saniert einen altehrwürdigen Biergarten.

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In der Gastronomen-Szene kursiert das Gerücht schon seit ein paar Monaten. Seit Mittwochnachmittag ist die Unterschrift auf dem Vertrag trocken: Die Straubinger Wirtsfamilie Wenisch wird ihre Expansion in die Domstadt weiter vorantreiben. Sie unterzeichneten einen Vertrag mit der Brauerei Kneitinger.

Martin Sperger, Geschäftsführer der Regensburger Brauerei sagt: „Der Kneitinger Keller ist nach dem Mutterhaus unser wichtigstes Objekt.“ Laut Sperger sei der Kneitinger Keller strategisch wichtig für die Brauerei, da dieser vor der Pandemie einen sehr guten Bierabsatz vorzuweisen hatte und zudem durch die Nähe zur Universität auch gerade junge Gäste anlockt.

„Sprechen junge Leute an“

„Die Objekte der Familie Wenisch sind so ausgerichtet, dass sie auch das junge und modernere Publikum ansprechen“, sagte Sperger, „ohne dabei aber das ältere, traditionsgebundene Publikum fernzuhalten.“ Mit Christoph Wenisch übernimmt nun ein Mitglied der Gäubodenfest-Wirtsfamilie aus Straubing ein Regensburger Traditionshaus.

Wirte setzen auf bayerische Tradition

„Dinge, die zur bayerischen Gemütlichkeit dazugehören, die werden wir natürlich erhalten“, sagte Wenisch. Die Familie Wenisch betreibt in Straubing mehrere Projekte. 1952 wurde der Betrieb als Metzgerei gegründet, 1961 entstanden ein Hotel und eine Metzgerei in der Straubinger Innenstadt. Seit 1985 betreiben Anton senior und junior zusammen ein Zelt mit 4000 Plätzen auf dem Gäubodenfest. Seit 2021 sind die Wenischs auch in Regensburg aktiv: Sie eröffnen das Momentmahl im Regensburger Gewerbepark, das auch Christoph Wenisch betreibt. Seit längerem suche die Familie einen weiteren Gastronomie-Standort in Regensburg, sagt Sperger. „Man hat sich jetzt für uns und den Kneitinger Keller entschieden.“

Biergarten schon seit den 1830er Jahren

Die Geschichte des Kneitinger Kellers ist eng mit der Geschichte der Brauerei verknüpft. Die Brauerei am Arnulfsplatz wurde erstmals 1590 urkundlich erwähnt, die Gründung soll aber auf das Jahr 1530 zurückgehen. Das Gasthaus dort, der „Knei“, wird auch als das Mutterhaus bezeichnet. Als im 19. Jahrhundert die Bierkeller in Mode kamen, erstand der Bierbrauer Johann Georg Islinger, Vorgänger der Familie Kneitinger, 1836 ein Grundstück am Galgenberg. In den Bierkellern wurde der Gerstensaft auch im Sommer schön kühl gelagert. Historische Bilder zeigen eine Vielzahl von Kellerwirtschaften und Regensburger, die sich dort die heißen Sommertage über aufhielten. Wie der legendäre Regensburger Volksschullehrer Karl Bauer in seinem Standardwerk über Regensburg berichtete, standen am Galgenberg bereits Mitte des 19. Jahrhunderts zehn Keller – einer davon war der Kneitinger. 1884 waren es schon 17. Geblieben sind neben dem Kellerweg auch der Kneitinger Keller – als einziger.

Für Einzug ist noch Zeit

Von heute auf morgen geht es ohnehin nicht mit dem Einzug der Straubinger in den Regensburger Traditions-Biergarten. „Wir sind mittlerweile eine kleine Dynastie. Alle meine drei Söhne sind bestens ausgebildet“, sagte Anton Wenisch senior (68). „Meine Söhne sagen: Wir brauchen ein gewisses Wachstum. Das wird nicht nur ein Biergarten, sondern ein Ganzjahres-Geschäft.“ Los geht es mit den Wenischs am Galgenberg aber erst in einigen Jahren. Der derzeitige Wirt Frank Gebhard wird auch die kommenden zwei Saisons noch bestreiten. Erst nach dem Sommer 2024 soll umgebaut werden. Wenisch rechnet damit, dass der Keller 2026 wiedereröffnet wird. Auch das Gebäude wird saniert, ein weiterer Saal soll hinzukommen. „Das muss noch genehmigt werden“, sagte Sperger, „deshalb fangen wir frühzeitig an“.

Der Eingang zum Kneitinger Keller am Galgenberg.