Gefiederte „Untermieter“: McDonald’s in Abensberg hat jetzt ein neues Maskottchen

Seit etwa einer Woche gibt es in Abensberg im Kreis Kelheim ein zweites Storchenpaar. Sie haben ihr Nest an exponierter Stelle – auf dem goldenen „M“ der McDonald’s-Filiale.
Anscheinend hat es sich in der „Storchencommunity“ schon herumgesprochen, dass sich das M einer bekannten Fastfoodkette bestens für den Nestbau eignet. Die McDonald’s-Filiale in Abensberg ist beileibe nicht die Einzige, die einen Vogel hat. „Das kommt gar nicht so selten vor“, sagt Christian Lauß, der Betreiber des Restaurants, „über einer Filiale in Nürnberg brüten sie jedes Jahr“. Im Landkreis gab es bis dato keinen gefiederten Untermieter im großen, gelben M. Lauß und seine Belegschaft freut es, dass sie mit dem Vogeleinzug eine Premiere feiern können. „Der Storch soll ja Glück bringen. Wir finden es gut, dass über uns genistet wird.“
Störche in Abensberg: Ruckzuck war das Nest da
Keiner kennt Abensbergs Störche so gut wie Walter Blank, und freilich hat auch er die Neuankömmlinge schon beobachtet. „Das ging ja ruckzuck. Plötzlich waren da fünf Störche beim Baumer auf dem Kran.“ Weil die Störche nicht beringt sind, folgert Blank, dass es noch unbekannte Tiere sind. Verwundert ist er darüber nicht, „in Bayern gibt es momentan etwa 1000 Brutpaare“, weiß Blank.
Die Tiere hätten um diesen Horst gebuhlt, hat Blank beobachtet, „zwei haben sich durchgesetzt“. Für Blank war der Nestbau eine neue Erfahrung: „Ich habe das das erste Mal gesehen und bin total überrascht, wie schnell das ging.“
Dass sich die Störche auf dem McDonalds-M niederließen, hat im Übrigen nichts mit einer etwaigen Vorliebe für Fastfood zu tun. Abgeneigt wären sie zwar womöglich nicht: „Die Art hat ein breites Nahrungsspektrum und ist recht anpassungsfähig“, sagt Martin Rümmler, Referent für Vogelschutz beim NABU. Immer mehr Weißstörche überwinterten in Spanien und bedienten sich dort an offenen Müllkippen, so der Experte.
Auch in Deutschland nutzten sie Mülldeponien zur Nahrungssuche. „Prinzipiell ist es aus meiner Sicht also nicht ausgeschlossen, dass sie auch Reste von Fastfood verzehren würden.“ Dass sie sich aber, raubvogelartig, aufs Essen stürzen oder gar – wie die frechen Möwen beispielsweise auf Sylt – den Gästen ihren Burger im Flug wegklauen, wird nicht passieren.
Lieber Froschschenkel als ChickenNuggets
Denn die Wahrscheinlichkeit, dass sie Gefallen finden am Fastfood, die sei dann doch eher gering, betont Rümmler. Störche bevorzugen eher frische Froschschenkel statt dampfender Chicken Nuggets – und frisches Getier, das dürfte sich in der Nähe, auf den saftigen Wiesen im Sallingbachtal, zu Genüge tummeln, „sonst hätten sie sich nicht dort angesiedelt“, sagt Rümmler.
Zudem seien BigMac oder Pommes sicherlich keine verlässliche Nahrungsquelle, weil umherliegende Reste schnell weggeräumt würden. Störche wollen beim Verspeisen ihrer Nahrung auch nicht gestört werden, etwa durch Menschen oder Autos, weiß Rümmler.
Ob die „Storchenwohnung“ dauerhaft auf dem M bleibt, das wird sich noch zeigen: „Storchennester werden ja mit der Zeit immer schwerer, können dann bis zu vier Tonnen wiegen“, sagt Blank. „Da muss man dann überlegen, ob man es dort lassen kann oder es verstärkt.“
Störche sind KulturfolgerHoch hinaus:„Störche bevorzugen exponierte Brutstätten, die sie ungehindert anfliegen können und die stabil genug erscheinen, ihr großes, schweres Nest zu tragen. Als Kulturfolger stören sie sich auch nicht unbedingt an der Nähe des Menschen, so lange sie und das Nest ungestört bleiben“, sagt Martin Rümmler, Referent für Vogelschutz beim NABU.
Nahrungssuche:Zur Nahrungssuche schreitet die Art zu Fuß über Wiesen und an Gewässern entlang und erbeutet, was ihr vor den Schnabel kommt: Insekten, Fische, Amphibien, Reptilien, Würmer, Aas und vieles mehr

