Aus ganz Bayern kommen Glückwünsche

Der Erfolg hat viele Eltern: Politiker begrüßen den Schritt, Staatsintendanten gratulieren den künftigen Kollegen
Lesen Sie dazu auch:Jetzt ist es fix! Söder lässt Regensburg jubeln: Bald Staatstheater!
Das designierte Staatstheater Regensburg erhielt gestern von vielen Seiten Glückwünsche. „Gratulation an das Team des Theater Regensburgs zur Ernennung als Staatstheater“, schrieb Serge Dorny, Staatsintendant der Bayerischen Staatsoper in München, in einer Mail an die Redaktion. Der Schritt sei „ein gutes Zeichen, dass Theater und Opernhäuser auch in den Städten von Morgen eine wichtige Rolle einnehmen und unsere Gesellschaft mitprägen.“
„Die Ernennung zum Staatstheater ist eine verdiente Anerkennung für die tolle Arbeit der Kolleginnen und Kollegen in Regensburg und zeigt, welchen Stellenwert das Theater im Freistaat hat. Wir freuen uns sehr, dass die Gemeinschaft weiter wächst“, betonte Jens-Daniel Herzog, Staatsintendant am Staatstheater Nürnberg, gegenüber der Mediengruppe Bayern.
Lesen Sie dazu auch:Kommentar zur Erhebung des Theaters Regensburg zum Staatstheater: Der Titel ist ein Auftrag
„Darauf trinke ich heute ein Glas“
Der Erfolg hat viele Väter und Mütter und die Akteure von Heute stehen auch auf den Schultern ihrer Vorgänger. „Ich freue mich für das Theater“, sagte Joachim Wolbergs, von 2014 bis 2020 Regensburger Oberbürgermeister (SPD). „Ich sehe das als Auszeichnung für die Arbeit, die das Haus in den vergangenen Jahren geleistet hat.“
„Herzlichen Glückwunsch! Hut ab vor der Entscheidung! Sie wissen, ich bin ein kühler Mensch, aber: Darauf trinke ich heute ein Glas“, so reagierte gestern Hans Schaidinger, von 1996 bis 2014 Regensburger Oberbürgermeister (CSU). Er freue sich, dass nach einem langen Weg ein historischer Tag erreicht sei, und betonte Regensburgs Verbundenheit mit dem Theater. „Als andere Kommunen ihre Theater schlossen, haben wir unser Haus in den 1990ern generalsaniert.“ Der Titel sei nun das Tüpfelchen auf dem i für ein Jahrzehnte langes starkes kommunalen Engagement.
Auch Jens Neundorff von Enzberg, von 2012 bis 2021 Regensburger Intendant und heute Staatsintendant am Staatstheater Meiningen, nahm die lange Linie in den Blick: „Das ist kein Prozess, der in den letzten ein, zwei Jahren entstanden ist.“ Er schilderte, wie er den ersten Antrag vor rund zehn Jahren erarbeitete. „Ich freue mich, dass das Vorhaben jetzt realisiert wird. Es ist wichtig und hochverdient, dass die Oberpfalz mit Regensburg ein Staatstheater bekommt.“ Wenn sich Deutschland in seinem föderalistischen System seine Theaterlandschaft leiste, müsse sie auch angemessen finanziert werden.
„Das adelt die Stadt“
MdL Kerstin Radler, kulturpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion der Freien Wähler (FW), freute sich, dass der Ministerpräsident höchstselbst die langjährige FW-Forderung nun aufgegriffen hat, „wenngleich unser Wunsch vom Koalitionspartner noch Ende 2021 abschlägig bewertet wurde“, so Radler. Als Hemmnis galten damals die dauerhafte Ausweitung freiwilliger Leistungen und die angespannte Haushaltslage, die so ein Großprojekt nicht darstellbar erscheinen ließen. Ein Staatstheater müsse bis auf weiteres Zukunftsmusik bleiben, hieß es da noch. Söders aktuelle Ankündigung , so Radler, „ist daher umso mehr eine großartige Nachricht für meine Heimatstadt, deren Strahlkraft als Keimzelle der oberpfälzischen Kultur- und Kreativszene durch das in Aussicht gestellte Staatstheater weiteren Schub verliehen bekommt.“ Sie zeige das hohe Engagement des Freistaats, künstlerische Qualität und kulturelle Weiterentwicklung einer ganzen Region nachhaltig fördern zu wollen.
„Regensburg stand immer hinter dem Theater“
„Kultur lebt nur dort, wo man mit ihr lebt“, zitierte CSU- Stadträtin Kathrin Fuchshuber den Staatsintendanten August Everding und betonte: „Dass unser Theater jetzt in den Rang eines Staatstheaters gehoben wird, adelt die Stadt.“ Auf die Auszeichnung sei seit Jahren konsequent hingearbeitet worden. „Die Stadt Regensburg stand und steht schon immer hinter dem Theater – über alle Parteien hinweg.“ Sie freue sich auf unverwechselbare und anspruchsvolle Inszenierungen. Als Touristikerin – Fuchshuber ist Sprecherin des Hotelvereins – erwarte sie vom neuen Titel eine verstärkte Anziehungskraft weit über die bayerischen Grenzen hinaus.
Die grüne Stadtratsfraktion betonte, ein lang gehegter Wunsch sei in Erfüllung gegangen. „Wir dürfen hier seit vielen Jahren Darbietungen auf sehr hohem künstlerischen Niveau genießen“, so Grünen-Stadträtin und Theater-Verwaltungsbeirätin Wiebke Richter. Der Beschluss trage den fantasievollen Programmen und der fantastischen Arbeit am Haus Rechnung und belohne den langen Atem des Theaters.
„Ich bin sehr glücklich, dass dieses Theater für Generationen erhalten bleiben wird“, sagte Ursula Michalke von den Theaterfreunden. „Über Jahrzehnte, über Jahrhunderte sogar hat das Theater dieser Stadt Werte wie Kultur und Toleranz geschenkt.“

