Gründerzentrum weckt Interesse in Wackersdorf und Schwandorf

Von Johannes Hartl · 27. April 2023 um 16:43

Aus dem Mittelstandszentrum (MZM) wird ein Gründerzentrum: Im Interkommunalen Gewerbegebiet an der A93 soll die Einrichtung entstehen. Jetzt diskutierten die Ratsgremien in Wackersdorf und Schwandorf, ob sie als Gesellschafter einstiegen wollen.

Wie berichtet, haben die früheren Gesellschafter ihre Anteile an den Landkreis abgetreten. Mit der Entscheidung von Burglengenfeld, Teublitz und Maxhütte-Haidhof war das Mittelstandszentrum im Städtedreieck in seiner bisherigen Form Geschichte.

Standort an der A93 zwischen Wackersdorf und Schwandorf

Nun soll die Einrichtung als Gründerzentrum neu entstehen. Als möglicher Standort käme das Interkommunale Gewerbegebiet an der A93 infrage. Dieses Areal wird gemeinsam von Schwandorf, Wackersdorf und Steinberg am See entwickelt. Dabei wird ein Grundstück oberhalb der OMV-Tankstelle ins Auge gefasst.

Tatsächlich bleibt es aber nicht bei einem bloßen Gründerzentrum. In unmittelbarer Nachbarschaft soll es auch einTechnologie-Transferzentrum(TTZ) geben. Dafür hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eine Zusage gegeben. In der gemeinsamen Einrichtung der OTH Amberg-Weiden und der OTH Regensburg soll zusammen mit der Wirtschaft geforscht werden.

Für das Gründerzentrum hatte der Landkreis 50 Prozent seiner Anteile angeboten, um andere Kommunen mit ins Boot zu holen. Deshalb standen Wackersdorf und Schwandorf vor der Frage, ob sie sich beteiligen möchten.

Im Schwandorfer Stadtrat stellte Armin Rank, Leiter der Stabsstelle Wirtschaftsförderung im Rathaus, die Vorteile heraus: Das Gründerzentrum liege günstig an der B85 und der A93 und biete so „optimale Voraussetzungen“. Auch von Seiten der Firmen sei Interesse signalisiert worden – sie würden interessante Synergien und einen „deutlichen Mehrwert“ für den Wirtschaftsstandort Schwandorf und den Landkreis sehen.

Laut OB Andreas Feller habe man verhandelt, dass Schwandorf 30Prozent und Wackersdorf 20 Prozent übernehmen könnte. Den Bau des Gründerzentums übernehme die MZM GmbH, die Organisation hinter dem bisherigen Mittelstandszentrum. Das TTZ wiederum baue der Landkreis in Eigenregie, wie es hieß. Für den laufenden Betrieb des Gründerzentrums sollen zudem jährlich etwa 320000 Euro anfallen. Wie hoch die Beteiligung am Bau und am jährlichen Defizit ausfällt, hängt letztlich vom konkreten Anteil ab.

Städterate in Schwandorf stimmen mehrheitlich zu

CSU-Fraktionschef Andreas Wopperer lobte die Kombination aus Gründerzentrum und technologisch-studentischer Ausbildung. Das stärke das Bildungsangebot wie auch die Wirtschaft. Nach einigen Nachfragen und Anmerkungen zu Details kam von der SPD ebenfalls Unterstützung. Es stehe dem Landkreis gut zu Gesicht, Existenzgründer und den Technologietransfer zu fördern, sagte Fraktionschef Franz Schindler.

Auch von den Unabhängigen Wählern, den Freien Wählern, den Grünen sowie der ÖDP kam Zustimmung. Nur die AfD war dagegen, weil man bereits beim MZM jahrelang draufgezahlt habe. Nach dem Beschluss kann Schwandorfs OB Andreas Feller (CSU) nun Interesse an den Anteilen signalisieren.

Auch in Wackersdorf wurde das Thema diskutiert. Laut Bürgermeister Thomas Falter (CSU) sei ein Bebauungsplan am 25. April verabschiedet worden, die Zeit dränge. An der A93 gelegen, zähle der Standort zur Champions League, sagte MZM-Geschäftsführer Christian Meyer, der im Landratsamt für die Wirtschaftsförderung zuständig ist. Für den Landkreis, die Stadt Schwandorf und die Gemeinde Wackersdorf biete das nach seinen Worten eine einmalige Chance.

Bürgermeister Falter hob ebenfalls den Mehrwert hervor, den das neue Existenzgründerzentrum samt Innovationscenter für die Gemeinde und die Unternehmen habe.

Wackersdorf strebt eine starke Position an

Falter stellte auch die Frage, ob die Kosten derzeit überhaupt messbar seien. Dennoch wolle er die einmalige Chance nicht hergeben und unterstrich die Bereitschaft, eine Beteiligung einzugehen.

Auch 3. Bürgermeister Günther Pronath will mit seiner SPD-Fraktion das Projekt mittragen, wie er in der Sitzung sagte. Dasselbe gilt für Regina Wirth (JU), die dieses Thema bereits im Kommunalwahlkampf aufgegriffen hatte.

Vom Gemeinderat gab es deshalb grünes Licht, dass sich Wackersdorf Anteile abtreten lässt. Deren Höhe solle die Gemeinde in eine handlungsfähige und starke Position versetzen, aber nicht 30 Prozent des Gesellschafterkapitals überschreiten.