Bürgermeister Bauer wird 60 – und tritt bei der nächsten Wahl nicht mehr an

Zwei Jubiläen stehen für Herbert Bauer an: Am Samstag feiert er seinen 60. Geburtstag, am Montag ist er 15 Jahre Bürgermeister von Stamsried. Das Amt mache ihm viel Spaß, trotzdem werde er bei der nächsten Wahl in drei Jahren nicht mehr antreten, sagt Bauer, und erläutert die Gründe.
Gleich zweimal hat der dienstälteste Bürgermeister im Altlandkreis Roding, der Stamsrieder Herbert Bauer, bald Grund zum Feiern: Am morgigen Samstag begeht er seinen 60. Geburtstag, am Montag steht sein 15-jähriges Jubiläum als Rathaus-Chef an. Obwohl ihm das Amt viel Freude bereitet, kündigt er an, in drei Jahren bei den nächsten Kommunalwahlen nicht mehr zu kandidieren. „Ich wäre zum Ende der nächsten Legislaturperiode 69 Jahre alt, das wäre meiner Meinung nach nicht sinnvoll und zudem muss die Wahl erst einmal gewonnen werden“, berichtet der erfahrende Bürgermeister.
Seit 1. Mai 2008 im Amt
Bauer wurde am 29. April 1963 in Rötz geboren. Nach dem Besuch der Grund- und Hauptschule in Stamsried absolvierte er eine Berufsausbildung zum Kraftfahrzeugmechaniker. Später machte er eine Umschulung zum Reiseverkehrskaufmann, der eine Weiterbildung zum Tourismusfachwirt folgte. Am 1. Mai 2008 wurde der CSU-Mann zum Bürgermeister der Marktgemeinde Stamsried gewählt und hat das Amt seither inne.
Wichtig sei ihm stets, dass die Bürger die Projekte mittragen, „alleine kann man als Bürgermeister nichts erreichen.“ Dies gelte auch für die Zusammenarbeit imMarktgemeinderat, die sehr gut sei: „Natürlich gibt es immer wieder mal Diskussionen, aber am Ende steht eine Entscheidung, hinter der alle stehen können“, berichtet der Rathaus-Chef. Auch die Unterstützung und Zusammenarbeit mit der Verwaltung ist sehr gut.
„Gemeinsam viel auf den Weg gebracht“
Viel habe so gemeinsam auf den Weg gebracht werden können, sagt Bauer, unter anderem derBau einer Kinderkrippe und eines zweiten Kindergartens(„Der Bedarf ist da“), die Dorferneuerung oder die Errichtung des großen neuen Baugebiets „Am Großen Stein“, wo auch der Bürgermeister wohnt. Viel Unterstützung habe die Gemeinde unter anderem von Markus Sackmann erhalten, betont er, auch Gerhard Hopp, Karl Holmeier, Martina Englhardt-Kopf und Landrat Franz Löffler seien immer mit Rat und Tat zur Stelle.
Was den Bürgermeister besonders freut: Aus der von vielen zuvor als „Zwangsehe“ gesehene Verwaltungsgemeinschaft mit Pösing habe sich eine sehr gute Zusammenarbeit entwickelt, von der beide Gemeinden profitierten. „Das Ganze hat auch funktioniert, weil Edmund Roider, -mit dem mich inzwischen eine enge Freundschaft verbindet-, als damaliger Pösinger Bürgermeister und ich unbelastet an die Sache herangegangen sind“, erzählt Bauer. Auch mit dem jetzigen Pösinger Rathaus-Chef Michael Reith laufe die Zusammenarbeit reibungslos. Nicht nur auf politischer, kirchlicher und schulischer Ebene hätten Stamsried und Pösing zusammengefunden, unter anderem auch im Fußball, wo die Nachwuchsmannschaften in einer Spielgemeinschaft an den Start gehen.
Viele Termine, aber auch viel Spaß
Das Amt des Bürgermeisters mache ihm viel Spaß, auch und gerade, weil es zahlreiche Termine gäbe. „Sofern es irgendwie geht, bin ich bei jeder Jahreshauptversammlung der Vereine mit dabei“, erläutert er. Ohnehin sei das ehrenamtliche Engagement von Bürgern nicht hoch genug einzuschätzen. Die Tätigkeit biete zudem viele Möglichkeiten, „etwas aktiv für die Heimatgemeinde zu gestalten.“ Sicher sei nicht alles perfekt geworden, „aber im Großen und Ganzen denke ich, hat sich viel bewegt.“
Warum Bauer dann bei der Wahl in drei Jahren trotzdem nicht noch einmal antreten wird? „Das Bürgermeister-Amt ist Vertrauen auf Zeit“, sagt er, „man sollte vorsichtig damit umgehen und auch wissen, wann Schluss sein sollte“. Zudem wäre er im Falle einer Wiederwahl am Ende der nächsten Legislaturperiode 69 Jahre alt, „ich denke nicht, dass das Sinn macht“.
Keine Sorge bei Nachfolger-Suche
In der restlichen Amtszeit soll noch einiges geschehen, so steht im Sommer die Einweihung der neuen Kindertagesstätte an, auch die Marktplatz-Sanierung wird abgeschlossen. Es gelte, die Schule zu sanieren und zu einer modernen, offenen Ganztagsschule auszubauen, „wir haben momentan 167 Kinder dort, die Tendenz geht auf mehr als 200“, berichtet Bauer. Sorgen, dass sich kein geeigneter Nachfolger oder eine Nachfolgerin finden wird, hat Bauer keine: „Wir haben viele sehr engagierte Bürger, die das im Kreuz haben“, ist er sich sicher. Er hofft, dass der neue Bürgermeister dann auch die Partnerschaften mit den österreichischen Gemeinden Suben und St. Marienkirchen mit viel Engagement weiterführen wird, „da sind viele tiefe Freundschaften entstanden.“
Feier in der Stadthalle
Für die Zeit nach dem Rathaus wünscht sich Bauer vor allem, gesund zu bleiben und mehr Zeit für die Familie zu haben. Sein vielfältiges ehrenamtliches Engagement will er auf jeden Fall weiterführen. „Ich bin sehr dankbar und zufrieden, was das Leben bisher für mich bereitgehalten hat“, freut sich der Bürgermeister.
Morgen wird nun erst einmal der 60. Geburtstag gebührend gefeiert. Bis zum frühen Nachmittag ist Bauer zu Hause, „wer vorbeikommen will, ist herzlich willkommen“. Abends geht es dann in die Rodinger Stadthalle, wo mit Familie, Freunden, Vereinsvertretern und Weggefährten gefeiert wird.
Vielfältiges ehrenamtliches Engagement
Mann des Ehrenamts: Stamsrieds Bürgermeister Herbert Bauer ist ein Mann des Ehrenamts. In zahlreichen Vereinen war und ist er in Führungspositionen aktiv.
Die Ämter:1994 bis 2000 stellvertretender Vorsitzender der FFW Großenzenried; 1997 bis 1998 stellvertretender Fußball-Abteilungsreiter beim FC Stamsried; 1988 bis 2004 Fußball-Abteilungsleiter beim FC Stamsried; 2001 bis 2003 Vorsitzender des CSU-Ortsverbands Stamsried; 2007 bis 2011 stellvertretender Vorsitzender des Fremdenverkehrsvereins Stamsried; 2007 bis 2011 stellvertretender Vorsitzender des CSU-Ortsverbands; seit 2011 Vorsitzender des Fremdenverkehrsvereins und des CSU-Ortsverbands; seit 2020 stellvertretender Vorsitzender der Gebietsverkehrswacht Roding.