Städtische Töchter zahlen Bademeistern und Busfahrern jetzt mehr Lohn

Von Christian Eckl · 25. April 2023 um 16:20

Auch die Rewag und das Stadtwerk erhöhen die Löhne nach dem Tarifabschluss im Öffentlichen Dienst. Preiserhöhungen soll es aber nicht geben. Die CSU-Bürgermeisterin weist Schuld an Kostenerhöhungen der Stadt weit von sich.

DerAbschluss im öffentlichen Dienst kostet auch bei den städtischen Töchtern der Stadt Regensburg Millionen. Wie die Stadt Regensburg am Montag mitteilte, rechnet sie mit 21 Millionen Euro höheren Personalkosten für dieses und kommendes Jahr. Auch bei den städtischen Töchtern werden die Abschlüsse umgesetzt.

Jetzt liegen auch die Zahlen für die beiden größten städtischen Töchterunternehmen vor. „Sowohl beim Stadtwerk, als auch der Rewag kommt es in 2023 jeweils zu Mehrkosten von gut einer Million Euro“, teilte Sprecher Martin Gottschalk mit. „Im Jahr 2024 steigen diese Mehrkosten auf jeweils gut drei Millionen Euro an.“

Preiserhöhungen soll es erstmal nicht geben

Bei der Rewag ist die Stadt mit 64,52 Prozent beteiligt. Das Stadtwerk bündelt nach eigenen Angaben die Bereiche Bäder, Arenen, den Betrieb der städtischen Parkhäuser und über das Stadtwerk-Mobilität auch den Busbetrieb. Von der Erhöhung des Tarifs profitieren also unter anderem neben Rewag-Mitarbeitern auch Bademeister, Busfahrer und Parkhauswächter. Muss man deswegen mit höheren Preisen für Strom oder in den Bädern rechnen? Keineswegs, wie Gottschalk mitteilt.

„In beiden Fällen ist in den Wirtschaftsplänen mit entsprechender kaufmännischer Vorsicht gearbeitet worden und Tarifsteigerungen eingeplant worden“, sagte der Sprecher, „sodass es pauschaler, kurzfristiger Einsparungen oder Preiserhöhungen nicht bedarf“.

1000 Mitarbeiter insgesamt bei Rewag und Stadtwerk

488 Mitarbeiter beschäftigt die Rewag derzeit, hinzu kommen 29 Auszubildende. Bei der Regensburg Netz GmbH, die das Stromnetz betreibt, sind es nochmals 71 Mitarbeiter. Beim Stadtwerk-Mobilität sind 310 Mitarbeiter beschäftigt, weitere 67 in der Fahrzeuge- und Technik-GmbH sowie 65 bei den Arenen. Mit Azubis sind es insgesamt 486 Mitarbeiter und 14 Auszubildende.

Derweil meldete sich Regensburgs zweite Bürgermeisterin Astrid Freudenstein (CSU) zu Wort. Sie stellte fest, dass ihr Ressort „unter meiner Vorgängerin gewachsen ist. Ich habe 620 000 Euro an Personalausgaben eingespart“, sagte Freudenstein. Wie berichtet, ist das Budget des Direktoriums 2 bei der Stadt, das der derzeitigen zweiten Bürgermeisterin untergeordnet ist, seit 2014 immens gewachsen.

Die Personalkosten stiegen dabei von 10,8 auf 23,3 Millionen Euro. Der Stellenzuwachs sei gestoppt, so die CSU-Politikerin. Vor Freudenstein hatte die derzeitige Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) das Direktorium geleitet. Deren Direktorium D1 wuchs von 5,5 auf 9,6 Millionen Euro an Personalkosten seit 2014.