Eröffnung geplant: Flussbühne in Roding ist ein Alleinstellungsmerkmal

Von Mittelbayerische Zeitung · 24. April 2023 um 18:00

Bereits im Leitbild 2020 der Stadt Roding war eine Flussbühne bei den mittel- bis langfristigen Maßnahmen für die Steigerung der Attraktivität vermerkt. Die Stadt hat das Projekt nicht aus den Augen verloren, weder Mühen noch Kosten gescheut und das Projekt an der Regenuferpromenade verwirklicht.

Im Oktober 2022 legte ein Bagger eine Baustraße zu den Uferterrassen an, die Fundamente wurden vor Ort gegossen und per Kran in den Regenfluss gesetzt.

Herzensprojekt von Bürgermeisterin

Das Herzensprojekt von Bürgermeisterin Alexandra Riedl wurde von Architekt Florian Brunner vom Büro Quadrat 45° umgesetzt. Zwischenzeitlich wackelte es aber, da es einer Förderfrist unterlag und Lieferengpässe bei den Baumaterialien auftraten. Auf die Schonzeit der Fische war zu achten, Muscheln wurden vom Baugrund versetzt und ein Baum musste aus Sichtgründen seinen Standort wechseln. Zudem musste sich die Verwaltung mit dem Eilantrag eines Nachbarn auf Baustopp und Nutzungsunterlassung auseinandersetzen, wie Bürgermeisterin Riedl beim Pressetermin erläuterte. Vom Verwaltungsgericht Regensburg seien die Anträge abgelehnt worden.

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„Mit dem Setzen des Segels ist der letzte Meilenstein für die Fertigstellung nun auch erreicht“, zeigten sich die Rathauschefin und Eventmanager Sebastian Gabler erleichtert. Für saftiges Grün an den Terrassen sorgt der verlegte Rollrasen und bis auf „kleine „kosmetische“ Maßnahmen“ wird bis zur Eröffnung am 7. Mai alles fertig sein, meinte Riedl.

„Das 120 Quadratmeter große Segel wurde in Seeon am Chiemsee aus einer Kunststoffmembran gefertigt und mit einer Zugkraft von vier mal fünf Tonnen gespannt“, erläuterte Architekt Florian Brunner. Von der Regenbrücke aus konnten die Bauarbeiten gut verfolgt werden, so auch wie die sieben Bühnenteile mit je knapp 20 Tonnen Gewicht mit dem Kran auf die Pylonen aufgesetzt wurden. „Mit einem Gesamtgewicht von gut 150 Tonnen musste die Bühne nicht verankert werden, sondern steht selbsttragend im Flussbett und ist vor Hochwasser und Eisstoß sicher. Das Sicherheitsgeländer wurde bereits getestet, der Übergangssteg von den Uferterrassen zur Bühne montiert und die Stromversorgung sichergestellt“, berichtete Brunner. Die 200 Quadratmeter umfassende Bühne eignet sich beispielsweise für Konzerte, Theatervorstellung, Lesungen und Freiluftgottesdienste.

Projekt kostet 530.000 Euro

Auf die Frage nach den Kosten gab Riedl bekannt, dass für die circa 530.000 Euro Baukosten die Stadt mit einer Förderung von 375.000 Euro rechnen, sodass nur 155.000 Euro aus dem Stadtsäckel zu berappen sind. „Wenn am 7. Mai in Roding verkaufsoffen ist und der Standmarkt und Flohmarkt am Esper Besucher anzieht, dann wird die Flussbühne offiziell eröffnet“, freut sich Riedl.

„Ab 14 Uhr kann jeder die Bühne betreten und sich selber ein Bild davon machen, was hier entstanden ist. Musik auf der Bühne, Verpflegung und Überraschungen sind geplant“, machte sie neugierig. Ob sie selber mit einer Gesangseinlage zum Programm beitragen wird, verneinte die Rathauschefin nicht. Alle beteiligten Fachstellen und Firmen werden dabei sein und Fragen beantworten. Die angedachte Fontäne sei ein separates Projekt, das derzeit mit den Fachstellen geklärt wird, inwieweit dies zu realisieren ist.

Diese Flussbühne in Roding ist zwar nicht mit der weltweit größten schwimmenden Theaterbühne in Bregenz zu vergleichen, aber ein Alleinstellungsmerkmal in der Region ist sie allemal.

− rsr