Donumenta bringt spektakuläre Licht-Farb-Show in den Bahnhoftunnel

Der Donumenta-Verein startet mit einer spektakulären Show ins Ausstellungsjahr im Art Lab Gleis 1. Erik Mátrai taucht mit „Spectrum Rafting“ die frühere Fußgängerunterführung in Licht und Farbe.
Wildwasserrauschen, Drachenhöhle oder „modernes Lagerfeuer mit kontemplativen Qualitäten“, wie es Kulturamtschefin Maria Lang formuliert? Zwei Licht-Farb-Installationen lassen den schlauchartigen Raum in einem – wörtlich – ganz anderen Licht erscheinen. Nach Klanginstallationen, Soundprojekten und Gedenkort der Erinnerung in den vergangenen Jahren setztdas Donumenta-Teammit dem international tätigen ungarischen Lichtkünstler Erik Mátrai auf eine dramatisch schöne und sinnesfreudige Lichtkunst, die das Gedankenkarussell öffnen und Assoziationen in viele Richtungen anstoßen kann.
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Nach dem breiten Treppenabgang und dem Eintauchen in die Finsternis des gekachelten Tunnels streift man linker Hand an einer meterlangen einheitlich grau grundierten Wand vorbei. In gleichmäßigen Abständen sind darauf rechteckige Farbfelder gepinselt: blau, türkis, grün, orange bis zu kräftigem Rot. Aus verdeckt angebrachten Led-Lichtleisten fällt von oben Licht auf die Wand, das im langsamen Rhythmus die Farbe wechselt.
Weiß angestrahlt, lassen sich alle Farbfelder erkennen wie sie sind. In blauem Licht dagegen wird aus dem Grün ein undefinierbares Blau und die roten Felder changieren in Magentatönen. Mátrai nutzt die Gegebenheiten der additiven und subtraktiven Farbmischung für seine Arbeit, die man sich auch ohne weiteres als hervorragendes, didaktisch nutzbares Kunst-am-Bau-Werk an einer Schule vorstellen könnte.
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Bei dieser so lehrreichen, wie ruhigen Wand hat man dauernd die Geräuschkulisse der nächsten Arbeit im Ohr, die der Ausstellung den passenden Titel verpasst hat. „Spectrum Rafting“ ist eine mit sehr einfachen Mitteln kreierte, dynamische Installation, die die hintere Hälfte des Tunnelsmit Licht, Klängen und Bewegungmodelliert. Das kann eine Höhle sein, in die sich ein unterirdischer Wasserfall ergießt. Ein fauchender und knisternder bunter Drache in tiefschwarzer Nacht. Oder ein ungebändigter Gebirgsfluss, angestrahlt für ein nächtliches Rafting-Rennen. Donumenta-Vorsitzende und Kuratorin Regina Hellwig-Schmid ist überzeugt, damit tiefe spirituelle Eindrücke gewinnen zu können. In ihrer Eröffnungsrede sagt sie, hörbar begeistert, man müsse sich aber Zeit nehmen und in die Arbeit vertiefen. „Man muss sie auf sich wirken lassen.“
Der ungarische Künstler, der für die Regensburger Ausstellung direkt aus New York gekommen ist, experimentiert seit Jahren mit Licht und Raum. Er gibt „Spiritualität und Transzendenz eine Form“, wie es in einem Pressetext heißt, „und macht diese auf einmalige Art und Weise erlebbar“.
Ein mitreißendes Erlebnis
Ob Betrachter bei diesem von Ventilatoren in dauerrauschende und flatternde Wellen versetzten Kunstwerk tatsächlich spirituelle Erfahrungen machen? Das Werk lädt jedenfalls ein, sich mit der eigenen Wahrnehmung auseinander zu setzen. Die in Farblicht getauchten Alufolien, deren unvorhersehbarer dynamischer Bewegungsfluss sich an den Wänden und der Decke des angekratzten Tunnels spiegeln, sind auf jeden Fall ein mitreißendes Erlebnis an dem Familien, Schulklassen und Menschen jeder Altersgruppe ihr Vergnügen finden können.
„Spectrum Rafting“ im alten Fußgängertunnel am Hauptbahnhof ist bis 28. Mai zu sehen: jeweils Mittwoch bis Sonntag (14 bis 19 Uhr).