Wohnprojekt Zaschkahof in Burglengenfeld: Zwangsversteigerung droht

Dem ambitionierten WohnprojektZaschkahof in Burglengenfeld droht das Aus.Denn der Investor, die Ehwas Projekt- und Baulandentwicklungs GmbH, hat die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Ein Anwalt versucht nun, den Schaden für alle Seiten einzugrenzen.
Mit 240.000Euro stand die kleinste Wohnung in der Preisliste, mit 350.000 Euro die größte. Was sollte da für den Investor schiefgehen? Die Rede ist von den Zaschkahof-Adressen 1 bis 1b, die der Bad Abbacher Unternehmer Wolfgang Soller zu modernen Eigentumswohnungen umgestalten wollte. Vor vier Jahren ging er damit, begleitet von einem renommierten Immobilienmakler, an die Öffentlichkeit. Nun steht fest: Das Projekt ist vorerst gescheitert.
Bereits im November vergangenen Jahres hat Sollers Firma, die Ehwas Projekt- und Baulandentwicklungs GmbH, angezeigt, sie könne ihre Zahlungsverpflichtungen nicht mehr erfüllen. Logische Folge: der Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter hat das Amtsgericht Regensburg den Rechtsanwalt Daniel Barth bestellt, der für die international tätige Sanierungs- und Restrukturierungsgesellschaft Pluta arbeitet.
Vier Wohneinheiten waren ursprünglich geplant
Barth befinde sich mit dem Ehwas-Gründer und Gesellschafter Soller „in einem regelmäßigen und konstruktiven Austausch“, teilte Pluta-Sprecher Patrick Sutter auf Anfrage mit. Außerdem würden Gespräche mit der Grundpfandgläubigerin, also einer Bank, und den Wohnungskäufern geführt. Sie hätten, wie bei solchen Projekten üblich, bereits Anzahlungen geleistet. Von den Verträgen könnten sie theoretisch zwar zurücktreten, ihr Geld müssten sie dann aber vermutlich komplett abschreiben.
Die Ehwas GmbH plante am Zaschkahof 1 bis 1b vier Wohneinheiten. Um die Käufer abzusichern, wurden für sie ins Grundbuch sogenannte Auflassungsvormerkungen eingetragen. Das Grundstück sei allerdings, so Sutter weiter, mit vorrangigen Grundschulden belastet. Eine Bank habe darauf Zugriff. Unterm Strich gilt es also eine anspruchsvolle Aufgabe zu lösen. Nachdem aber jeder Beteiligte Interesse gezeigt habe, den Schaden so weit wie möglich einzugrenzen, und eine gewisse Kompromissbereitschaft zu erkennen sei, gebe es durchaus noch eine realistische Chance, eine Zwangsversteigerung zu vermeiden, erklärte Sutter. Ziel sei „eine Lösung im Interesse aller“.
Projekt stand von Anfang an unter einem ungünstigen Stern
Wie eine solche aussehen könnte – auch im Hinblick auf eine Wiederaufnahme der Bautätigkeit, vermochte er freilich nicht zu sagen. In zwei Monaten wisse man eventuell mehr. Als Soller mit seinem Vorhaben startete, gab es dazu auch in der Stadtverwaltung zunächst nur positive Reaktionen. Immerhin zählt das Zaschkahof-Ensemble zu den vier Urhöfen aus karolingischer Zeit, aus denen Burglengenfeld entstanden ist. Einige Anwesen sind bewohnt und befinden sich in erfreulichem Zustand, der Teil aber, den Soller erwarb, drohte mehr und mehr zu verfallen.
Dann wollte der Bad Abbacher Projektentwickler daraus attraktive Wohnungen formen, was für die gesamte Altstadt ein Gewinn gewesen wäre, so der Tenor damals im Rathaus.Doch das Projekt schien von Anfang an unter einem ungünstigen Stern zu stehen.Als bei Abbrucharbeiten der Giebel eines benachbarten Gebäudes einstürzte, war dies wie ein donnerndes Warnsignal. Bei einer nachträglichen Vermessung der Grundstücke stellte sich heraus, dass eine Grenze neu gezeichnet werden musste. Es folgten monatelange Auseinandersetzungen.
Hickhack mit der Baubehörde
Um Rechtssicherheit zu erlangen, sollte Soller einen Tekturantrag stellen. Was oft nur eine Formalität ist, gestaltete sich hier zum Dauerthema. Nach Angaben eines Sprechers des Landratsamts habe Soller unvollständige Unterlagen eingereicht; auf Nachforderungen habe er, wenn überhaupt, zögerlich reagiert. Der Investor wiederum fühlte sich ungerecht behandelt. Die Baubehörde frage solange nach, „bist du nicht mehr weißt, was du noch liefern sollst“, sagte er damals. Unterm Strich klang die Sorge durch, die Behörden könnten bei der Beurteilung zu dem Ergebnis kommen, dass es sich bei der Maßnahme gar nicht mehr um einen Rückbau mit Sanierung, sondern einen Neubau handeln könnte, was Steuervorteile gefährdet hätte – sowohl für Soller als auch die Wohnungskäufer.
Die Gründe für die Insolvenz sind freilich vielfältig. Neben der Erfüllung behördlicher Auflagen nennt Pluta-Sprecher Sutter auch die massiv gestiegenen Kosten fürs Planen und Bauen. Wolfgang Soller wollte sich aktuell zu der Angelegenheit nicht mehr äußern.