Neues Kinderhaus in Krondorf soll Platz für mehr als 100 Kinder bieten

Von Johannes Hartl · 21. April 2023 um 17:00

Der Bedarf bleibt hoch: Allein für das Jahr 2023/24 stehen in Schwandorf 43 Krippen- und 129 Kindergartenkinder auf der Warteliste. Dazu kommen 150 Übergangsplätze im Kindergarten- und 36 im Krippenbereich, um den Bedarf abzudecken. Auch deshalb baut die Stadt in Krondorf ein neues Kinderhaus. Aktuell sind dort mehr als 100Plätze vorgesehen.

Im Bauausschuss verdeutlichte Barbara Hellerbrand, Leiterin des Sachgebiets Hochbau, die Dimensionen: Demnach werden in dem neuen Kinderhaus drei Kindergarten-Gruppen mit 75 Plätzen und vier Krippen-Gruppen mit 48 Plätzen entstehen.

Insgesamt soll es in der neuen Einrichtung also Platz für 123 Kinder sein. Damit dürfte die Einrichtung eine der größten in Schwandorf werden – nach dem Kinderhaus Lindenblüte, das in der Industriestraße gut 136 Krippen- und Kindergartenplätze bietet.

Zweigeschossiger Bau für die Kindertagesstätte

Das neue Kinderhaus in Krondorf soll an der Fröbelstraße liegen, in Sichtweite zum Bolzplatz. Das Gebäude wird zweigeschossig in einer L-Form geplant. „Wir haben uns das hier getraut, weil wir gesagt haben, dass auch der Flächenverbrauch geringer werden muss“, sagte Hellerbrand. Weil das Kinderhaus ohnehin eine größere Tagesstätte werde, sei die Zweigeschossigkeit „ganz schön“.

Im Erdgeschoss werde der Krippenbereich Platz finden, der zur landwirtschaftlichen Fläche abschließe. „Der ganze Krippenbereich orientiert sich hauptsächlich zum Gartenbereich“, sagte Hellerbrand. Auch Speiseräume sowie Mehrzweck- und Nebenräume werde es geben.

Der Kindergarten finde im Obergeschoss Platz. Diese Kinder seien bereits älter, sodass sie die Treppen leichter gehen könnten. Für die nötige Barrierefreiheit sorge ein Aufzug. Die Gruppen würden ebenfalls in Richtung Garten angeordnet. Im Obergeschoss sehen die Pläne auch einen Balkon vor. Vielleicht, so Hellerbrand, werde es sogar eine Rutsche geben, über die die Kinder von oben in den Garten gelangen könnten.

Mit der L-Form erreiche die Stadt auch ihr Hauptentwurfsziel, nämlich den Außenbereich zur Straße und zur landwirtschaftlichen Fläche abzuschirmen. Der Bau selbst wird nicht billig. In der Sitzungsvorlage werden die Kosten auf circa 7,8 Millionen Euro beziffert. Dafür gebe es eine normale Kindergarten-Förderung, die etwa die Hälfte abdecke.

Deshalb sprach 2. Bürgermeister Andreas Wopperer (CSU) von einer „kostspieligen Maßnahme, die uns dringend zu Gesicht steht“. Die Pläne von Hellerbrand sind bisher ein erster Entwurf – die Detailplanung übernehmen dann die Architekten. Für die SPD nannte Alfred Braun die zweigeschossige Bauweise ein Novum und lobte die „tolle Planung“. Dieser Meinung konnte sich auch Marion Juniec-Möller (Grüne) anschließen.

Für die Freien Wähler wollte Karl-Heinz Saur wissen, ob mit dem Kinderhaus in Krondorf der Bedarf abgedeckt sei. Doch das, sagte Hellerbrand, sei bislang ein Blicken in die Glaskugel. Man wisse nicht, wo es hingeht.

Der Bedarf für Kindergarten- und Kinderkrippen-Plätze ist hoch

Eigentlich habe man gedacht, dass nach dem neuen Kinderhaus Storchenwiese in Fronberg und dem Kinderhaus Lindenblüte an der Industriestraße der Bedarf gedeckt sei. Doch die Situation habe anders ausgesehen. Schon zu Anfang der Sitzung hatte Hellerbrand daher klar gemacht: „Wenn man sich die Zahlen anschaut, sieht man, dass es notwendig ist, nicht nur eine Kindertagesstätte zu planen, sondern auch eine zweite.“

AfD-Stadtrat Reinhard Mixl fragte, ob der Zuwachs bei den Zahlen auf die Migration zurückzuführen sei. „Das können wir nicht feststellen“, sagte OB-Vertreter Wopperer. Es sei auch unerheblich, denn die Kinder hätten einen Anspruch auf einen Platz. Woher sie kommen, spiele keine Rolle.

Am Ende billigte der Bauausschuss einstimmig den vorgelegten Konzeptentwurf und empfahl dem Stadtrat die Zustimmung.