Nach Edeka-Aus: Karin Zimmermann hat Interessenten für Leerstand in Cham-West

Von Tanja Fenzl · 21. April 2023 um 05:00

Lange soll er nicht verwaist bleiben: Der neue Leerstand in Cham-West, dort, wo bis vor wenigen Wochen jahrzehntelang ein Edeka-Geschäft die Bürger mit allem Notwendigen versorgte. „Es kommt wieder etwas rein“, verkündet die Besitzerin der Immobilie aus den 70er Jahren.

Von draußen bietet sich seit dieser Woche ein ungewohntes Bild: An der Adresse Josef-Heilingbrunner-Straße 1 erwartet den Besucher ein mausgraues Gebäude bar jeglicher Hinweisschilder.

Nur zwei Geschäfte bleiben

„Am Montag wurde damit begonnen, die Edeka-Reklame abzubauen“, sagt Karin Zimmermann. Draußen vor der Tür lehnen sämtliche Reklame- und Hinweisschilder noch an der Außenfassade, drinnen werkeln Arbeiter daran, das Innenleben des Supermarktes zu ordnen. Die letzten Regale werden abgebaut.

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Dass das ihr und ihrem Mann Josef, der inzwischen weit über 80 Jahre alt ist, ein Anliegen ist, das Gebäude wieder mit Leben zu füllen, daran hatte die heute 71-jährige Zimmermann schon in der Vergangenheit keinen Zweifel gelassen. Immerhin hatten sich viele Chamer vertrauensvoll an das Ehepaar gewandt, das Jahrzehntelang für die Nahversorgung von 4000 Chamer Bürgern zuständig war. Weil auch der in Cham-West ansässiger Pol-Shop zu Jahresanfang geschlossen wurde, verbleiben derzeit in Getränkemarkt und eine Bäckerei als einzige Möglichkeiten in dem Chamer Stadtteil, sich mit Grundnahrungsmitteln zu versorgen. Der neu Edeka-Markt in Cham-Katzbach ist fußläufig kaum zu erreichen, der Stadtbus fährt den Markt nun stündlich an. „Das kann doch nicht die dauerhafte Lösung sein“, sagt Zimmermann.

Zeitplan noch ungewiss

Weil der Vertrag mit dem Vormieter, der Allescher GmbH, noch bis Ende des Jahres läuft, ist mit einem Wiederbeleben des Gebäudes so schnell trotz derzeitiger Verhandlungen mit Nachmietern nicht zu rechnen, bedauert Zimmermann.

Gleichzeitig betont sie aber, die Gespräche mit einem Interessenten seien bereits sehr weit gediehe. Sie klingt vielversprechend, wenn sie sagt: „Es geht nur noch um Kosten.“ Was genau dann nach Auslaufen des alten Mietvertrags und notwendigen Verschönerungsmaßnahmen in das rund 1200 Quadratmeter Fläche bietende Gebäude kommt, da hält sich Zimmermann derzeit och bedeckt: „Ich habe versprochen, noch nichts zu verraten“, sagt sie. Derzeit würden Angebote von Bauunternehmen eingeholt.

Auch, ob es sich bei dem neuen Mieter um eine Lösung für die Nahversorgung in Cham-West handelt, sagt Zimmermann noch nichts.

Nicht zu viel verraten

„Ich will nichts in die Welt setzen, was sich dann vielleicht doch noch zerschlagen wird“, begründet sie ihre Entscheidung. „Wir sind froh, dass das Gebäude auf jeden Fall nicht leer bleibt und dass sich etwas tut.“

Bis vor Kurzem konnten sich die Bürger von Cham-West hier noch mit allem fürs Leben Notwendige eindecken. -Foto: Archiv