2022 gab es weniger Unfälle - aber zwei Kreuzungen bereiten Neunburgs Polizei Sorgen

Von Jan Lange · 19. April 2023 um 05:00

Drei Unfälle mit zwei Leichtverletzten und einem Gesamtschaden von rund 38.000 Euro – das ist die Polizei-Bilanz des Jahres 2022 in Bezug auf die Norma-Kreuzung in Neunburg. Sie gehört zu den Punkten, an denen es oft kracht. Aber es gibt noch andere Sorgenkinder.

Zu den problematischen Knotenpunkten im Bereich der Polizeiinspektion (PI) Neunburg gehört auch die Kreuzung bei Lengfeld. Dort gab es im Vorjahr zwei Unfälle mit drei Leichtverletzten. Der Gesamtschaden lag bei mehr als 61.000 Euro.

Mehr Sicherheit ist das Ziel

Für Polizei und Stadt Neunburg Grund genug, über Änderungen nachzudenken. Konkret sind die Überlegungen schon im Fall der Norma-Kreuzung: Laut Bürgermeister Martin Birner (CSU) laufen die Planungen für einen Kreisverkehr, der an dieser Stelle errichtet werden soll. Der Umbau könnte eventuell im kommenden Jahr erfolgen, so Birner.

Im Fall der Lengfeld-Kreuzung gebe es keine offensichtlichen Verbesserungsmöglichkeiten, meint Birner. Im Kreuzungsbereich gelte bereits ein Tempolimit von 70km/h und an den beiden Zufahrtsstraßen steht auch schon ein Stoppschild. Dennoch gibt es immer wieder Zusammenstöße – wiederholt wegen Vorfahrtsfehlern von Linksabbiegern.

Zur Kreuzung bei Lengfeld werde er sich noch mal mit der Polizei abstimmen und klären, was möglich wäre, damit es künftig weniger Unfälle an dieser Stelle gibt, sagt Birner. Kollisionen habe es an beiden Knotenpunkten schon vorher gegeben, bestätigt Markus Schmitt, der Leiter der Polizeiinspektion (PI) Neunburg. Die Zahl der Unfälle mit Verletzten habe 2022 aber zugenommen.

Ungenügender Abstand führt oft zu Unfällen

Hauptunfallursache im Bereich der Polizeiinspektion sei laut Schmitt ungenügender Sicherheitsabstand, gefolgt von Fehlern beim Abbiegen und Wenden beziehungsweise Rückwärtsfahren. Verstöße gegen das Rechtsfahrgebot rangierten auf dem dritten Platz. Das Nichtbeachten der Vorfahrt liege erst auf Platz vier der Hauptunfallursachen.

Die Polizei musste zudem fünf Unfälle aufnehmen, bei denen Alkohol die Unfallursache war. Das entspricht genau dem Wert von 2021. Insgesamt 46 Fahrzeugführer standen unter Alkohol- oder Drogeneinfluss. Spitzenreiter unter den Alkoholsündern war ein 49-jähriger Mofa-Fahrer mit 2,61 Promille, der mit seinem Krad morgens kurz vor sechs Uhr in Bodenwöhr von der Polizei gestoppt wurde.

Zweitbester Wert im Fünf-Jahres-Vergleich

Während es an den beiden Neunburger Kreuzungen öfter gekracht hatte, fällt die Unfallbilanz für den Inspektionsbereich positiver aus. Das geht aus dem Sicherheitsbericht hervor, den Schmitt jüngst den Bürgermeistern aus der Region in Bodenwöhr präsentierte. Im Jahr 2022 verzeichnete die Polizei demnach einen leichten Rückgang der Unfallzahlen im Vergleich zum Jahr zuvor. Ereigneten sich 2021 noch insgesamt 559Verkehrsunfälle, sank deren Zahl im Vorjahr auf 537. Dies entspricht einem Minus von knapp vier Prozent. Im Fünf-Jahres-Vergleich ist es der zweitniedrigste Wert.

In Neunburg ging die Zahl der Unfälle von 302 auf 315 nach oben. In den weiteren fünf Gemeinden des PI-Dienstbereiches blieb die Zahl auf gleichem Niveau oder sank deutlich – so wie in Dieterskirchen, wo es statt 42 nur noch 16Unfälle gab.

Staatsstraße 2151 ist Unfallschwerpunkt

Die meisten Zusammenstöße – insgesamt 74 – registrierte die Polizei auf der Staatsstraße2151 zwischen Sonnenried und Rötz. Auf den rund 16 Kilometern liegen auch die Norma-Kreuzung sowie der Knotenpunkt bei Lengfeld. Im Jahr 2021 gab es auf dieser Strecke noch 80 Unfälle – die Zahl sank also 2022. Anders als bei der Staatsstraße 2398 in Neunburg, wo sich im Vorjahr 28 Unfälle ereigneten. 2021 waren es nur 18. Beide Trassen gehören zu den unfallträchtigsten Strecken.

Um Kollisionen vorzubeugen, führten die Neunburger Polizisten regelmäßig Geschwindigkeitskontrollen durch – insgesamt 114. Außerorts wurde ein Raser auf der B85 bei Bodenwöhr mit 172km/h statt der erlaubten 100 erwischt. Er durfte zwei Monate zu Fuß gehen, ein saftiges Bußgeld bezahlen und erhielt zudem zwei Punkte in Flensburg. Ebenfalls zwei Punkte bekam ein Temposünder in Neunburg – er war mit 81km/h anstatt der erlaubten 50km/h im Industriegebiet unterwegs.

Eigentlich ist die Straßengabelung bei Lengfeld übersichtlich. Auch die Geschwindigkeit ist auf 70 km/h reduziert. Dennoch gab es dort im vergangenen Jahr mehrere Unfälle. -Foto: Jan Lange