Frischer geht es nicht: Im HIO kommt das Menü vom Acker auf den Tisch

Von Birgit Ropohl · 21. April 2023 um 17:59

Die Meiers haben in Hilzhofen ein zweites Restaurant eröffnet. An einem ganz besonderen Platz: in einer kuscheligen Ecke ihrer Küche. Jetzt verraten sie, wie sie dort, im HIO, mit regionalem „Fine Dining“ einen Michelin-Stern holen wollen.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Am bestehenden Meier-Wirtshaus in Hilzhofen ändert sich gar nichts. Alles bleibt, wie es ist: bodenständig, regional, Produkte von höchster Qualität, vieles Bio.

Doch das traditionelle Wirtshaus hat Zuwachs bekommen: ein zweites kleines Restaurant mit Terrasse. „Fine Dining“ in edler, heimeliger Atmosphäre. 14 bis16 gemütliche Plätze stehen zur Verfügung, integriert in den Seitenflügel der Küche.

HIO wie Hilzhofen

HIO heißt es, so wie die Einheimischen zu Hilzhofen sagen. Schon die Namensgebung drückt es aus: Hier herrscht Verbundenheit zur Heimat.

Diese Verbundenheit und der Respekt vor der Natur - das zieht sich wie ein roter Faden durchs komplette HIO-Konzept. Nichts ist von der Stange. Alles Handarbeit. Eigens entworfen fürs HIO. In der Region gefertigt. Natürliche Materialien, wohin das Auge blickt. Sogar im Wandputz ist Ackererde von draußen verarbeitet. Filigrane Teller aus Ton spiegeln handwerkliches Können wider, Weinkenner werden die dünnwandigen Gläser schätzen.

Moritz Techerts Kindheitstraum: Sternekoch

In der Küche hat Chefkoch Moritz Techet (unterstützt von Jacub Maciag und Christopher Deierl) das Sagen. Schon als Neujähriger wusste Techet, dass er „Sternekoch“ werden will. Nach dem Abitur richtete er seine Ausbildung gezielt darauf aus und lernte „an absolut bester Stelle“, bei Drei-Sterne-Koch Heinz Winkler in Aschau. Weitere Stationen in der Sterneküche folgten, unter anderem in Skandinavien, bis ihn der Weg schließlich nach Hilzhofen führte.

Produkte aus direkter Nachbarschaft

Hier kommt auf den Tisch, was auf dem eigenen Acker hinterm Haus wächst. Dazu Fleisch von den Angus- und Galloway-Rindern vom Nachbarn gegenüber und Fisch aus nahen Gewässern. Kreativ zubereitet, ehrlich, verwurzelt, mit nordischem und französischen Touch. Immer top-frisch. „Nachhaltiger geht es nicht", sagen Claudia und Michael Meier.

Was beide seit vielen Jahren bereits in ihrem Wirtshaus praktizieren, soll jetzt im HIO seine Perfektion finden. Mit einem ganz klaren Ziel: Michelin-Stern.

Hohe Bewertung in Gourmetführern

Das ist nur die logische Konsequenz aus dem, was die Meiers bisher erreicht haben: hochrangige Bewertungen in namhaften Gourmet-Führern, vom Bib-Gourmand bis hin zum Grünen Stern (als einzige in der Oberpfalz), der für besonders nachhaltiges Kochen und Wirtschaften steht.

Drei Abende pro Woche ist das HIO geöffnet, von Donnerstag bis Samstag. Der Ablauf sieht vor, dass alle Gäste zur gleichen Zeit eintreffen (18.30 Uhr). Dann geht es zunächst gemeinsam hinaus, auf die Terrasse neben dem Acker. Ein kleiner frisch gemixter Kräuterdrink, die ersten Leckerbissen.

Im Restaurant schließlich folgen sieben erlesene Gänge, zum Abschluss (gegen 21.30 Uhr) eine cremige Eis-Komposition mit süßer Zimtschnecke.

Wenn die Gäste dann zufrieden nach Hause gehen, ist auch das HIO-Team glücklich. Und überlegt sich schon wieder neue sternenwürdige Gerichte…

− nbr