Uni Regensburg und Krankenhaus St. Josef arbeiten eng zusammen

Von Evi Paleczek · 17. April 2023 um 19:00

Vertreter von Universität und Caritas-Krankenhaus St. Josef hatten am Montag Grund zum Feiern: Vor genau 20Jahren, am 17. April 2003, haben sie einen Kooperationsvertrag geschlossen, von dem beide Seiten bis heute profitieren.

Das stellten Vertreter aus Politik, Universität, Caritas und Kliniken bei einem Festakt im Krankenhaus Sankt Josef heraus. Urologie und Frauenheilkunde im Josefs-Krankenhaus wurden damals über die Lehre hinaus auf vollständiges universitäres Niveau gehoben. Seitdem ist das Haus Standort der Lehrstühle für Urologie sowie Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt Gynäkologie der Universität. Zehn Jahre später wurde die Hochschulambulanz der Klinik für Plastische und Ästhetische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie in St. Josef eröffnet.

„Echte Pionierarbeit“

Die Kooperation sei „echte Pionierarbeit“ gewesen, stellte Festrednerin Ulla Schmidt, von 2001 bis 2009 Bundesministerin für Gesundheit, heraus. Die Partner hätten die Komplexität eines solchen Zusammenschlusses nicht gescheut, sondern Chancen für die Zukunft erkannt. „Die Kooperation ist für alle eine Win-win-Situation“, betonte Schmidt. Sie verbessere die Patientenversorgung, indem sie den Zugang zu hochspezialisierten medizinischen Leistungen erweitere und Synergien im Bereich von Forschung und Behandlung schaffe. Sie verbinde spezialisiertes Fachwissen und vielfältige Ressourcen für die Entwicklung innovativer Therapien. Zudem ermögliche sie eine umfassendere und praxisorientiertere Ausbildung für die Studierenden. „Die Kooperation war ein wichtiger Grundstein nicht nur für den Auf- und Ausbau des Uni-Klinikums, sondern auch für die Weiterentwicklung von Sankt Josef als wichtigem Versorger in der Region“, sagte Schmidt.

Die Zusammenarbeit sei für das Krankenhaus St. Josef von unschätzbarem Wert, betonte Medizinisch-Ärztliche Direktorin Sylvia Pemmerl. „Durch die Einbindung in Forschung und Lehre erfolgt die Behandlung stets auf höchstem medizinischem Niveau.“ Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse würden unmittelbar in die Therapie einfließen.

20 Jahre Universitätsmedizin in St. Josef heiße 20 Jahre beste Medizin für Patienten, 20 Jahre hervorragende Ausbildung für die Nachwuchs-Mediziner und 20 Jahre neueste Erkenntnisse in Wissenschaft und Forschung, sagte Diözesan-Caritasdirektor Michael Weißmann. „Von überragender Bedeutung ist hier auch, was auf dem Gebiet der Krebsmedizin entstanden ist.“ 2016 hätten das Uni-Klinikum und das Krankenhaus St. Josef das Comprehensive Cancer Center Ostbayern gegründet.

Die bayernweit einmalige Kooperation werde intensiv gelebt, merkte Markus Blume, Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, in einem Videogrußwort an. Gerade stelle man sich in stürmischen Zeiten neu auf; es bleibe herausfordernd, wie sich die Krankenhaus-Struktur entwickeln werde.

Viel Weitblick bewiesen

Ebenfalls per Video überbrachte Klaus Holetschek, Staatsminister für Gesundheit und Pflege, Grüße. Die Initiatoren der Kooperation hätten vor 20Jahren viel Weitblick bewiesen. Die Staatsregierung werde dazu beitragen, dass hier auch künftig so hervorragende Arbeit geleistet werden könne.

Eine solche Kooperation sei nicht selbstverständlich, betonte Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer. „Das hat eine hohe Bedeutung für die Stadt.“ Regensburg könne sich über eine breit gefächerte medizinische Versorgung freuen und sei der Medizin-Standort Ostbayerns.

Es sei das gemeinsame Ziel, die medizinische Versorgung in der Region auf die höchste Stufe zu stellen, sagte Universitäts-Präsident Udo Hebel. Dafür arbeite man eng und vertrauensvoll zusammen.