Geldtransporter in Cham überfallen: Beute wohl in Millionenhöhe

Ein Großaufgebot der Polizei fahndet rund um Cham nach zwei flüchtigen Personen. Sie sollen am Montagmorgen gegen 9.30 Uhreinen Geldtransporter in Janahof überfallenhaben.
„Nach derzeitigem Stand stellt es sich so dar, dass ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes alleine am Fahrzeug war und von zwei Personen bedroht und gezwungen wurde, den Werttransporter zu öffnen“, sagt Claus Feldmeier, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz.
Überfall in Cham: Gefüllte Kassen wegen verkaufsoffenem Sonntag
Der Wagen habe gerade vor dem Kaufland an der Rodinger Straße gehalten, als die Täter den Fahrer bedroht und eine hohe sechs- bis niedrige siebenstellige Summe erbeutet haben sollen, erklärt Feldmeier. Aufgrund des verkaufsoffenen Sonntags waren die Geldkassetten besonders gut gefüllt.
Nach Angaben von Feldmeier fahndet man nun nach zwei dunkel gekleideten männlichen Tätern, die vom Tatort zu Fuß auf der Rodinger Straße Richtung Osten geflüchtet seien. Beide waren wohl vermummt und trugen wahrscheinlich Kapuzenpullover. Die Beute haben sie mutmaßlich in eine Tasche umgepackt.
„Der Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes hat einen Gegenstand wahrgenommen, den er als Waffe identifiziert“, teilte Pressesprecher Feldmeier mit. Er gab am Montagmittag aber auch Entwarnung. Eine Gefahr für die Chamer Bevölkerung bestehe nicht. So ist nicht gesichert, ob die Täter tatsächlich eine Waffe mitgeführt hätten. Zudem sei der Vorfall bereits am Morgen passiert, weshalb die mutmaßlichen Räuber sich wahrscheinlich nicht mehr in der Nähe aufhalten würden.
Untersuchungen der Polizei: Geldtransporter sichergestellt
Die Untersuchungen vor Ort dauerten am Montag bis 14 Uhr. Mit einem Großaufgebot war die Polizei angerückt. Die Suche nach den Tätern verlief allerdings zunächst erfolglos. Zum Einsatz kamen Spürhunde, die auf dem großen Areal schnell die Fährte verloren. Auch ein Helikoptereinsatz brachte keine neue Spur. So ruht die Hoffnung der Polizei nun auf der Auswertung der Spurensicherung, die den Geldtransporter vor Ort begutachtete und für weitere Untersuchungen sicherstellte, teilte Feldmeier mit.
Zudem seien zahlreiche Zeugen befragt worden. „Die bahnbrechende Erkenntnis gab es aber noch nicht“, erklärte Feldmeier. Daher sei man auf weitere Aussagen von Menschen angewiesen, die in der Zeit von 9 bis 10 Uhr am Montagmorgen etwas Verdächtiges auf dem Parkplatz beobachtet haben.
Ungereimtheiten bei Überfall auf Geldtransporter in Cham
Auch der Fahrer des Geldtransporters soll in den nächsten Tagen erneut befragt werden – schließlich ergaben sich beim Tathergang noch mehrere Ungereimtheiten. Laut Feldmeier sei der Notruf erst gegen 10 Uhr bei der Polizei eingegangen – eine halbe Stunde nach dem Überfall.
Ungeklärt ist auch die Frage, wo sich der Fahrer direkt vor dem Überfall aufhielt. Seine zwei Kollegen seien gerade im Gebäude gewesen, um weitere Geldkassetten abzuholen. Der dritte hätte im Fahrzeug bleiben müssen. Warum er trotz Panzerung des Wagens überfallen werden konnte, muss die Polizei nun klären. So bestätigte Feldmeier nur, dass sich der Angestellte der Sicherheitsfirma am Auto befunden habe. Ob er sich aber tatsächlich im Wagen oder aber außerhalb aufgehalten habe, wollte der Polizeisprecher nicht beantworten. Auch weitere Nachfragen zum Tathergang kommentierte er nicht.
Kriminalpolizei sucht Zeugen für Überfall in Cham
Die umliegenden Geschäfte hatten für die gesamte Zeit der Ermittlungen geöffnet, lediglich ein Eingang sowie der Bereich um den Transporter war abgesperrt.
Nun hat die Kriminalpolizei Regensburg die Ermittlungen aufgenommen und bittet um Hinweise unter der Telefonnummer (0941) 5062888 oder über den Notruf 110.

