Die Stadtmauer in Berching: Früher umstritten, heute eine Attraktion

Vor 50 Jahren wurde die Stadtmauer in Berching und die Türme und Tore erneuert. Über das staatliche Förderprogramm Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (ABM) wurde die Sanierung unter dem damaligen Bürgermeister Hans Kuffer angegangen – nicht ohne kritische Stimmen.
Über ABM wurden Arbeitslosen Wiedereingliederungshilfe gewährt. Im Zuge von ABM wurden auch Gelder gewährt für die Ordnung des wertvollen Stadtarchivs und die Erstellung einer Chronik, die zur 1100 Jahrfeier fertig werden sollte.
Bevor es zur Sanierung der Stadtmauer kam, gab es in den 60er-Jahren große Diskussionen um die Stadtmauer. Sollte man diese sanieren oder „das alte Glump“ wegreißen. Darüber wurde arg debattiert. Unter Bürgermeister Adolf Hollnberger wurde jedoch beschlossen, die Mauer und die Türme zu erhalten und eine Sanierung anzugehen. Unter Bürgermeister Hans Kuffer und dem Stadtrat wurde die Sanierung durchgeführt.
Die Stadtmauer in Berching ist eine Touristenattraktion
Heute ist die Mauer von der Stadt nicht mehr wegzudenken. Sie ist eine Attraktion für die Touristen. Unter Bürgermeister Hans Kuffer wurden auch einige Türme neu benannt, da im Laufe der Jahrhunderte die Türme immer wieder einen anderen Namen hatten. So hieß der Storchenturm einst Pulverturm, da im Mittelalter dort das Schießpulver gelagert worden war. Vom Mittleren Tor kommt man von der Vorstadt in die Innenstadt. Es handelt sich um einen Torturm, der früher einen Treppengiebel und einen Glockenturm besessen hat. Diese wurden aber durch Kriegseinwirkungen zerstört oder niedergebrannt. Über dem Torbogen sieht man vier Wappen: in der Mitte das Wappen des Erbauers der Stadtmauer, Bischof Wilhelm von Reichenau, links davon das Hochstiftwappen von Eichstätt. Rechts sieht man das Wappen der Stadt Berching.
Dieses zeigt zur Erinnerung an die Fürstbischöflichen Landesherren einen Bischof mit zwei gekreuzten Krummstäben im Wappen. Oben in der Mitte ein Wappen des Bischofs Eucharius, der 1683 die zerstörten Mauern wiederaufbauen ließ.
Die Stadtmauer hat eine Höhe von sechs bis acht Metern und ist mit Kalksteinen verblendet. Die Zahlen an der Ringmauer weisen darauf hin, dass früher die anliegenden Bewohner hier ihre Holzvorräte gelagert hatten. Jeder Anlieger konnte einen bestimmten Teil mieten, musste dafür aber das Dach erhalten.
Berching: Stadttürme und ihre Bedeutung
Der Chinesenturm hat mit China nichts zu tun, sondern wird nur so genannt wegen seiner geschwungenen, unterbrochenen Form, die an die chinesische Pagode erinnert.
Das Gredinger Tor hat einen mächtigem Torturm aus dem 15.Jahrhundert. Der Torturm war früher wesentlich höher. Er war mit einem Glockenturm versehen. Der Türmer musste jeweils zu Sturmzeiten, wenn der Feind nahte oder schweres Gewitter im Anzug war sowie bei Brandgefahr, die Glocken läuten lassen. Der Glockenturm brannte bei einem schweren Gewitter im Sommer 1819 nieder. Der Blitz schlug nachts um 1Uhr ein, die Türmerfamilie lag im Schlaf und wurde vom Blitz und vom Feuer überrascht und kam in den Flammen ums Leben. Großmutter, Mutter und fünf Kinder verbrannten.
Seitdem trägt der Torturm nur noch ein einfaches Satteldach. Im Torturm selbst ist noch das Tor aus schwerem Eichenholz zu sehen, das jeweils in der Dämmerung geschlossen wurde. Kam man zu spät von der Feldarbeit oder von der Reise heim, musste man mit einem Klöppel anklopfen.