MdB Grötsch: Seismologische Station bei Parsberg kann nicht verlegt werden

Gegenwind für die Parsberger Windkraftpläne hatte der Bundestagsabgeordnete Uli Grötsch bei seinem Besuch der SPD-Stadtratsfraktion in Parsberg im Gepäck. Der Grund ist die seismologische Station, die viele gut geeignete Flächen blockiert.
Dazu hatte Grötsch bereits eine direkte Anfrage an die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) gestellt. Diese bestätigte, dass eine Verlegung der seismologischen Messstation Vorderödberg nicht möglich ist. „Es ist bedauerlich, dass Parsberg einige der besten Standorte für Windkraft nicht nutzen kann“, sagte Grötsch zu der Entscheidung, die das BGR in einem ausführlichen Schreiben begründet.
Messstation erfüllt wichtige Friedensmission
Darin wird darüber informiert, dass es sich bei der Messstandort Vorderödberg bei Parsberg nicht um eine seismologische Einzelstation handelt. Die Anlage sei Bestandteil eines sogenannten Arrays, zu dem mehrere Messstandorte zusammengefasst werden, um spezielle Messaufgaben bearbeiten zu können. Diese Messanlage, das sogenannte Gräfenberg-Array werde seit Mitte der 1970er Jahre betrieben. Sie besteht aus 13 Einzelstationen auf der Fränkischen Alb, die auf einer Fläche von etwa 40 Kilometern in Ost-West-Richtung und 100 Kilometer in Nord-Süd-Erstreckung zwischen Gößweinstein im Norden und Ingolstadt im Süden eingerichtet sind.
Mit seiner langen kontinuierlichen Historie seismologischer Aufzeichnungen, die vollständig in digitaler Form frei verfügbar sind, ist das Gräfenberg-Array laut BGR eine der bedeutendsten seismologischen Messanlagen weltweit. Zudem leiste es einen zentralen Beitrag Deutschlands zur Verifikation des umfassenden Kernwaffenteststoppvertrages. Denn aufgrund der vollständigen Registrierungen liegen Seismogramme von allen weltweiten Kernwaffentests seit den 70er Jahren vor. Mit deren Hilfe könnten ähnlich wie bei einem Fingerabdruck aktuelle heimliche Tests zweifelsfrei identifiziert werden. „Damit trägt das Gräfenberg-Array maßgeblich zur Sicherheit in der Welt bei“, heißt es im Schreiben der BGR an Grötsch. Damit dies weiter möglich ist, sei eine wesentliche Voraussetzung hierfür jedoch, dass zum einen keines der 13 Elemente versetzt wird und zum anderen eine fortschreitende Beeinträchtigung durch Windenergieanlagen verhindert wird.
Deswegen versteht auch Grötsch, dass eine Verlegung die wichtige Arbeit der Messstation extrem beinträchtigen würde. „Ich bin mir sicher, dass die Stadt auch gute alternative Flächen für die Windkraftanlagen finden kann“, sagte er deshalb seinen Parsberger Parteigenossen.
Kritik an den Parsberger Stadtratskollegen
Stadtrat Martin Beiderbeck, SPD-Vorsitzender des Ortsvereins Darshofen, wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die SPD bereits vor acht Jahren erstmals beantragt habe, Flächen für Windkraftanlagen auszuweisen. Das sei noch von einer breiten Mehrheit aus CSU, FWL, JB, PWG abgelehnt worden. Bezogen auf die 10-H-Regelung sagte er: „Gerade Industriebetriebe in Bayern sind auf ausreichend Strom angewiesen. Die Staatsregierung und die CSU werden mit ihrer bisherigen Verweigerungshaltung zur Gefahr für den Industriestandort Bayern.“
Neben der Windkraft diskutierten die Stadträte mit Grötsch auch die Themen Klimaschutz, Wasserstoffgewinnung und Kindergrundsicherung. „Es freut mich zu sehen, dass die SPD-Stadtratsfraktion in Parsberg hier eine kommunale Vorreiterrolle einnimmt“, sagte der Bundestagsabgeordnete dazu beeindruckt,