Starkoch Sebastian Obendorfer verteidigt Sterne: So freut sich Neunburg

Von Jan Lange · 10. April 2023 um 11:00

Starkoch Sebastian Obendorfer führt die Michelin-Auszeichnung seines Vaters fort. Künftig will er noch mehr neue Gerichte kreieren.

Seit bekannt ist, dass das Restaurant „Eisvogel“ im Birkenhof in Neunburg seine zwei Michelin-Sterne behält, steht das Telefon von Sebastian Obendorfer (32) kaum mehr still. Alle wollen dem jungen Starkoch gratulieren: Stammgäste, Geschäftspartner, Bekannte der Familie, Politiker. Die Freude ist riesengroß.

Seine Glückwünsche übermittelte auch Neunburgs Bürgermeister Martin Birner (CSU). „Das ist einmalig, brillant“, steht für den Rathauschef fest. Es sei unglaublich, so Birner weiter, dass der Sohn die Sterne des Vaters weiterführen könne. „Das muss man erst mal schaffen.“ Gelungen ist das neben Sebastian Obendorfer bisher wohl noch keinem Anderen. Zumindest ist dem Neunburger Koch kein zweiter Fall in Deutschland bekannt.

Für die Region sei der Birkenhof mit seinem Sterne-Restaurant ein Aushängeschild, steht für Martin Birner fest. Nach seinen Worten habe der Betrieb eine besondere Anzugskraft für Neunburg und das Oberpfälzer Seenland.

Auf den erneuten Sterne-Erfolg angestoßen

Der Bürgermeister kehrt selber öfter im Birkenhof ein, trifft sich dort beispielsweise auch gern mit Wirtschaftsvertretern. „Da stimmt das Ambiente“, findet er. In einer so angenehmen Atmosphäre Verhandlungen zu führen, sei schöner.

Wer in den vergangenen Tagen im „Eisvogel“ speisen wollte, musste rechtzeitig einen Tisch reservieren. Denn das Restaurant wurde seit der Bekanntgabe der Michelin-Sterne mehr frequentiert. Auch am Donnerstagabend war es wieder ausgebucht, wie Sebastian Obendorfer bestätigt.

Mit seinem Team konnte er deshalb erst am späten Donnerstagabend nach der Schließung des Restaurants auf die beiden verteidigten Sterne anstoßen. Da haben sie „mal richtig die Flaschen knallen lassen“. Da am Karfreitag geschlossen war, konnten sie den Erfolg ausgelassen feiern.

Zeremonie auf Youtube-Kanal des Guide Michelin verfolgt

Obendorfer verfolgte die Zeremonie am Dienstag vergangener Woche auf dem Youtube-Kanal des Guide Michelin. Er habe davor gesessen und mitgefiebert. Als schließlich klar war, dass sein Restaurant „Eisvogel“ die beiden Sterne behalte, sei das ein „geiles Gefühl“ gewesen, sagt der 32-jährige Starkoch. Sebastian Obendorfer arbeitet seit 16 Jahren in der Sternegastronomie, unter anderem im Schloss Elmau, in Leipzig und Berlin. Nun bekam er endlich für seine eigene Küche – seit 2022 ist er alleiniger Chef im Restaurant „Eisvogel“ – zwei Michelin-Sterne.

Inzwischen meldeten sich auch die Vertreter der Metro bei ihm. Sie übergeben im Auftrag von Michelin die Sterne-Plaketten an die ausgezeichneten Gastronomen. Sebastian Obendorfer wird sein Schild in etwa drei Wochen überreicht bekommen. Auf der Sterne-Auszeichnung „ausruhen“ wird sich der 32-Jährige nicht: „Wir sind ein junges, motiviertes Team. Wir haben Bock, etwas zu bewegen und nach vorne zu kommen.“

Das wird auch anhand der Speisekarte deutlich, die immer weiterentwickelt wird. In jedem Quartal servieren sie den Gästen neue Gerichte. Die Entwicklung einer neuen Karte dauere zweieinhalb Monate, erklärt Obendorfer. Zuerst müsse geschaut werden, was die Saison hergebe, anschließend werde mit den Lieferanten abgestimmt, was sie kontinuierlich liefern können und danach werden die Gerichte kreiert. Sebastian Obendorfer und sein Sous-Chef probieren sie dann aus. Mindestens drei Mal müssen sie den Geschmackstest bestehen – erst dann kommen sie auf die Karte.

Nicht die einzige Auszeichnung für den „Eisvogel“

Das begeistert nicht nur die Gäste, sondern auch die Kritiker. Die beiden Michelin-Sterne sind zwar die wichtigste, aber bei weitem nicht die einzige Auszeichnung: Der Schlemmer-Atlas bewertet Obendorfers Eisvogel mit fünf Kochlöffeln, der „Große Guide“ hat fünf Hauben verliehen, vom renommierten Feinschmecker gab es 4,5 von fünf Punkten und vom „Gault & Millau“ drei Hauben. Diese herausragenden Bewertungen konnte Sebastian Obendorfer bereits verteidigen.

Das Team des Gourmet-Tempels: Ramona Maidl, Christoph Falkner, Sebastian Obendorfer, Anke Schönberger und Miriam Mette (vorn v. l.) sowie Felix Rösch, Christopher Pech, Markus Fischer und Manuel Riedelsheimer (hinten v. l.) -Foto: Obendorfer