Stadtpark-Brunnen ist bald begehbar: Der Himmelsspiegel ist ab Mai einsatzbereit

Spaziert man aktuell durch den Regensburger Stadtpark, sieht und spürt man ganz deutlich, dass sich die Natur verändert, der Frühling Einzug hält. Aber auch westlich des Kunstforums Ostdeutsche Galerie ist eine deutliche Veränderung zu sehen.
Acht Jahre lang waren dort Bauzäune mit Bannern gestanden, die eine Ruine versteckten: Ein von Unkraut bewuchertes rundes Brunnenbecken mit herausgebrochenen Steinen, kaum noch zu erkennender Farbe. Die alte Brunnenstube war baufällig, die Technik stark verschlissen: Deshalb wurden dort in den vergangenen Monaten das alte Becken und die bestehenden Wege aufgelöst. Die Bauzaun-Wand war dafür noch einmal deutlich erweitert worden. Doch nun ist auch diese Zeit bald vorbei: Die Wege werden spätestens im Mai freigegeben und die Zaunabsperrungen werden nur noch Anpflanzungen schützen. Spaziergänger können den Blick also wieder weit über die Fläche hinter dem KOG schweifen lassen.
Stadtpark Regensburg: Drei Brunnen in einem
Und dort hat sich schon einiges getan: Die Ruine wurde durch einen neuen Brunnen und neu angeordnete Wegeverbindungen ersetzt, die die organische Formensprache der Parkstrukturen aufnehmen sollen. Der neue Brunnen ist in Form eines freien runden bzw. leicht ovalen Wasserbeckens angelegt. Die zwei bis drei Zentimeter abgesenkte Fläche soll letztlich mit Wasser geflutet werden können, so dass ein ruhiger Wasserfilm entsteht, in dem sich Himmel und Bäume spiegeln – der sogenannte Himmelsspiegel. Letztlich sollen aber auch 23 Fontänen mit einer Spritzhöhe von 80 bis 200 Zentimetern aktiviert werden können, die die Wasseroberfläche in Bewegung versetzen können. Innerhalb der Fläche liegen steuerbare Abläufe, über die das Wasser abfließen kann. Außen wird der Wasserspiegel durch eine schmale Rinne eingefasst, die als Überlauf fungiert. Die Fontänen, die vor allem im Sommer zum Abkühlen und Spielen einladen sollen, funktionieren wahlweise auch bei geöffneten Abläufen – also ohne Wasserspiegel.
„Das Brunnenkonzept ist gut durchdacht und bietet drei verschiedenen Modi“, sagt Michael Daschner, stellvertretender Amtsleiter des Gartenamts. „Bei der Variante ohne Fontänen bleibt der Wasserspiegel glatt und wir haben den Himmelsspiegel, bei Variante zwei mit aktiven Fontänen ist der Wasserspiegel in Bewegung und die aktiven Fontänen mit offenen Abflüssen – also ohne Wasserspiegel – bilden die dritte Variante.“ Die unterschiedlichen, automatisiert gesteuerten Wechsel von Wassermenge und Bewegungen sollen dem Platz nicht nur regelmäßig ein neues Erscheinungsbild geben, sondern auch Algenbildung und den Pflegeaufwand verringern. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass das schwellenlose Wasserelement auch für Personen im Rollstuhl oder Familien mit Kinderwagen ein besonderes Erlebnis bieten kann. Über Nacht, zu Reinigungszwecken oder falls der Platz für eine Veranstaltung wie die Nacht in Blau benötigt wird, kann das Wasser abgelassen werden. Dadurch entsteht ein vielseitig nutzbarer Platz. Die ganze Technik ist in einer unterirdischen Brunnenstube in einer angrenzenden Rasenfläche untergebracht.
Wirkten die Wege in diesem Bereich des Stadtparks zuvor fast wie für eine Planstadt angelegt, führen die neuen Verbindungen nun spielerisch geschwungen zum Zentrum der Anlage. „Der neue Brunnen ist etwas vom Kunstforum abgerückt und befindet sich jetzt rund 15 Meter weiter westlich“, sagt Daschner. Dort soll er künftig einen zentralen Platz und Treffpunkt im Park bilden.
Was im Moment noch fehlt, sind die Sitzgelegenheiten. Aber auch hier gibt es Bewegung. Aktuell würden drei neue Bankskulpturen errichtet, sagt Daschner. „Das sind Betonfertigteile mit geschwungenen Holzsitzflächen darauf. Sie haben leichte Radien und fügen sich so sehr gut ein. Das ist sehr schön, aber auch aufwendig.“ Die Skulpturen waren Teil des ursprünglichen Entwurfs, wären aus Kostengründen aber eigentlich erst viel später gekommen. Im Oktober verkündete die Stadt dann in einer Mitteilung, dass es aufgrund der Zuteilung von Fördermitteln im Rahmen der EU-Innenstadt-Förderinitiative (REACT-EU) nun möglich sei, die Bankskulpturen zeitgleich mit dem Brunnen zu realisieren.
Finanzspritze von der EU: Neue Skulpturen gefördert
Die Skulpturen kosten rund 300000 Euro, von denen nun 90 Prozentgefördert werden. Ursprünglich sollten die Arbeiten für den Brunnen im November abgeschlossen werden und 580000 Euro kosten. „Wir haben aber auch die allgemeinen Baukostensteigerungen zu spüren bekommen.“ Daschner spricht hier von „galoppierenden Preisen“. Allein die Kosten für die Ausschreibung bei der Technik seien von 140000 Euro auf 190000 gestiegen. Die Gesamtbaukosten belaufen sich nun auf rund 970000 Euro.

