Langquaid setzt bei Gestaltung verschiedene Schwerpunkte – Inklusiver Spielplatz geplant

In Langquaid gibt es 13 Spielplätze, jeder ist anders und hat andere Attraktionen. So gibt es zum Beispiel einen Spielplatz mit Wasserspielbereich, ein anderer hat dafür eine Seilbahn oder einen Sandbagger. Auch wenn im Baugebiet Huberbräukeller noch nicht alle Häuser stehen, steht bereits fest: Dort wird ein inklusiver Spielplatz entstehen, wohl der erste im Landkreis, wie Bürgermeister Herbert Blascheck sagt.
Der Spielplatz soll sich nicht nur durch einen barrierefreien Zugang auszeichnen, sondern auch durch Spielgeräte, die von allen Kindern – egal welche Fähigkeiten sie besitzen – genutzt werden können. Die Idee dazu hatte die Langquaider Behindertenbeauftragte Kirsten Reiter. Sie sieht darin eine besondere Ergänzung des bestehenden Angebots und es entspreche dem Anspruch Langquaids, eine moderne familien- und bürgerfreundliche Gemeinde zu sein. Bei Bauhofchef Heribert Roithmeier und Bürgermeister Blascheck stieß sie damit auf offene Ohren.
Was die Ausstattung betrifft, sprudelt Reiter nur so vor Ideen. Neben Geräten für motorisch eingeschränkte Kinder, wie Wippe oder Schaukel, kann sie sich visuelle Spiele für Kinder mit eingeschränkter Sehfähigkeit sowie Rollenspiel-anregende Geräte und Rückzugsmöglichkeiten für Kinder mit kognitiven Einschränkungen oder Autismus vorstellen. Eine Ergänzung könne auch ein Tast- und Sinnesgarten mit Kräutern und Beeren sein.
Orte des Verweilens
„Wir brauchen keine tausend Geräte. Sie sollen sinnvoll nutzbar und attraktiv für alle Kinder sein“ sagt Reiter. Da die Spielplätze in Langquaid Orte des Verweilens seien, seien auch unterfahrbare Sitzgelegenheiten und Tische für Kinder wichtig.
Der geplante inklusive Spielplatz ist kein Einzelprojekt, vielmehr spiegle es die Haltung der Gemeinde wider. „Wir fördern Teilhabe“, sagt Reiter. Seit 1996 gibt es beispielsweise die Möglichkeit, dass Kinder mit Einschränkungen den Regelkindergarten besuchen. Im Kindergarten Rappelkiste, den Kirsten Reiter leitet, wurde eine integrative Gruppe eingerichtet, die Platz für 15 Mädchen und Buben mit besonderem Förderbedarf bietet. Im Fokus steht dabei die wortnahe Integration. „Gemeineinsames Aufwachsen ist so wichtig“, sagt Reiter. So lernten die Kinder von klein auf Solidarität und Toleranz.
In ihrer Funktion als Behindertenbeauftragte brachte Reiter sich auch bei der Planung der barrierefreien Gestaltung des Marktplatzes mit ein und regte eine barrierefreie Bushaltestelle an, die vor dem Rathaus umgesetzt wurde.
Rampe für Rollstuhlfahrer
Bevor die Pläne für den Spielplatz im Baugebiet Huberbräukeller konkretisiert werden, steht der Spielplatz im Baugebiet Sinsbuch an. Kürzlich stellte Bürgermeister Herbert Blascheck den Anwohnern den ersten Entwurf vor.
Demnach ist auf dem Areal eine Spielekombination mit verschiedenen Sandspielmöglichkeiten sowie Matschtisch vorgesehen. Durch eine Rampe und eine Plattform sind die Spielmöglichkeiten auch für Kinder im Rollstuhl zugänglich. Die Wege werden gepflastert.
Vorgesehen ist weiter ein Turm mit Hängebrücke, Kletternetz und Rutsche. Auch dürfen Schaukel, Wippe und eine Sitzgelegenheit nicht fehlen. Eltern und Kinder seien von den Plänen von Bauhofleiter Heribert Roithmeier begeistert gewesen, sagt Blascheck, dem es wichtig ist, bei den Planungen immer die Anwohner miteinzubeziehen. Dazu kommt noch ein Bodentrampolin, dass sich die Anwohner beim Ortstermin gewünscht hatten. Den Auftrag für die Geräte vergab der Marktrat in seiner jüngsten Sitzung. Im Sommer soll bei einem Spielplatzfest Einweihung gefeiert werden.
