Führende Positionen am Caritas-Krankenhaus Kelheim sind neu besetzt

Von Martina Hutzler · 4. April 2023 um 05:00

Neue Gesichter gibt es am Kelheimer Caritas-Krankenhaus St. Lukas (CSL): Unter anderem der Chefsessel in der Anästhesie ist jetzt wieder besetzt.

Wie berichtet, hat sich Norbert Kutz als langjähriger Chefarzt der Anästhesie verabschiedet – so ganz aufs Altenteil zieht sich der Mediziner aber noch nicht zurück: Er wird weiterhin noch Dienste an dem kreiseigenen Krankenhaus übernehmen, sagte Geschäftsführerin Sabine Hehn am Montag bei einem Pressetermin. Sie stellte dabei auch gleich zwei Nachfolger an der Spitze der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin vor.

Übergangsweise nämlich hat seit 1. April Helmut Meyringer diese Aufgabe inne. Der 52-Jährige ist eigentlich in seiner Heimatstadt Regensburg tätig: Das dortige Caritas-Krankenhaus St. Josef „leiht“ seinen Vize-Klinikdirektor für Anästhesie und Intensivmedizin an die neue Schwester-Klinik CSL aus. So lange, bis zum 1. Oktober der eigentliche Amtsnachfolger von Norbert Kutz seinen Dienst antreten kann. Bis dahin nämlich ist Alexander Frohmajer noch Chefarzt für Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin im rheinland-pfälzischen DRK-Krankenhaus Alzey.

Für ihn, der einen Steinwurf von der bayerischen Grenze weg in Heidenheim an der Brenz geboren ist, sei es ein bisschen wie heimkehren, wenn er im Sommer nach Kelheim ziehe, sagte der 49-jährige Familienvater zweier Kinder. Er dankte Helmut Meyringer fürs Einspringen und seinem Vorgänger Kutz, von dem er „eine intakte Abteilung mit langgedienten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern übernehmen“ könne. Als eigenen fachlichen Schwerpunkt bringt er die Regionalanästhesie mit. Diese auf einzelne Körperregionen beschränkte Schmerzausschaltung sei „ein wichtiger Bestandteil für flüssige, optimierte Abläufe im OP-Prozess“, so Frohmajer.

Intensiv- und Notfallmediziner

Als persönlichen Interessensschwerpunkt nennt er die Intensiv- und Notfallmedizin; in Alzey ist er derzeit auch als Leitender Notarzt tätig. In diesem Bereich will er aber zumindest fürs Erste in Kelheim kürzer treten: „Erst mal ankommen“, lautet sein Plan.

Einen Nachfolger hat Kutz auch als Ärztlicher Direktor, sprich: als „Mediator“ zwischen Ärzteschaft und Geschäftsführung sowie als „oberste Instanz“ für medizinische Entscheidungen in der Klinik: Diese Position übernimmt für die nächsten drei Jahre Chefarzt Volker Benseler.

Der Allgemein- und Viszeralchirurg sieht als eine Hauptaufgabe an, im CSL als einem Haus der Grund- und Regelversorgung die Notfallversorgung sicherzustellen – was aktuell bedeutet, einen Nachfolger für Prof. Michael Reng zu finden, der wieberichtet im Herbst das Haus verlässt.

Wichtig, so Benseler, sei ihm ferner der Aufbau der neuen Geriatrie-Abteilung für eine gute und wohnortnahe Versorgung älterer Patienten. Und schließlich sei am CSL schon bald das „Tumorboard“ startklar, also die interdisziplinäre Besprechung von Krebs-Behandlungen. Neuer Vize-Ärztlicher Direktor ist der Chef-Kardiologe von St. Lukas, Prof, Marcus Fischer.

Kommissarische Pflegedirektorin

Eine (bislang noch) kommissarische Nachfolgerin gibt es auch für Pflegedirektorin Andrea Scheibenpflug, die das Krankenhaus ebenfalls heuer verlassen hat. Christina Seifert hat diese Aufgabe übernommen. Die gebürtige Dresdnerin wechselte 2020 vom Josefskrankenhaus nach Kelheim und war bisher Abteilungsleiterin in der Anästhesie.

Pflegepersonal für Geriatrie nötig

Das Pflegepersonal am CSL sei „sehr engagiert und gewillt, die anstehenden Veränderungen mitzutragen“, so Seifert. Zu diesen Veränderungen zählt, dass in Kürze wie geplant auch externe Operateure – vom „sporthopädicum“ Regensburg – an der Klinik operieren werden. Auch gelte es, für die neue Geriatrie das nötige Pflegepersonal zu akquirieren und um Azubis zu werben, so Seifert. Ansonsten sind nach ihren Worten am CSL alle Stellen in der Pflege besetzt.

Ein neue Stabsstelle gibt es in der Geschäftsführung der Klinik, die extern durch die Beraterfirma Oberender gestellt wird: Anstelle von Kaufmännischem Direktor Matthias Meier ist nun Johannes Lederer als Klinikmanager tätig. Der 37-Jährige ist Krankenpfleger, studierter Pflegemanager und Wirtschaftspsychologe.

Für seinen Schwerpunkt-Bereich, die Krankenhausfinanzierung, stehen spannende Zeiten bevor mit der geplanten Krankenhausreform. Wie sich diese auf das Kelheimer kreiseigene Krankenhaus auswirke, sei derzeit aber schlicht noch nicht absehbar, sagten Diözesan-Caritasdirektor Michael Weißmann und Landrat Martin Neumeyer übereinstimmend. „Aber wir gehen fest davon aus, dass die strategische Kooperation zwischen Caritas und dem Landkreis Kelheim der richtige Weg ist“.

Wappnen für Klinikreform von Lauterbach

Die Zusammenarbeit sei mit Blick auf die Reform die beste Ausgangsbasis, um St. Josef und St. Lukas „zu erhalten und weiterzuentwickeln“, so Weißmann. An den laufenden Bauvorhaben ändere sich angesichts der Reformpläne der Bundesregierung nichts, ergänzte Geschäftsführerin Hehn auf Nachfrage.