29-Jährige ist die neue Stimme der Oberpfälzer Polizei – Zum Einstieg gab‘s einen „Kracher“

Von Jan Lange · 3. April 2023 um 19:00

Polizeihauptkommissarin Corinna Wild gehört seit Kurzem zur Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberpfalz. Das sorgt insbesondere in Oberviechtach für große Freude. Die 29-Jährige stammt aus der Kleinstadt.

In Oberviechtach wurde Corinna Wild geboren, dort ist sie aufgewachsen und heute noch regelmäßig zu Besuch. Denn auch wenn sie seit 2015 in Regensburg zuhause ist, so lebt ihre Familie noch in Oberviechtach.

Sehr früh sei für Corinna Wild klar gewesen, dass sie mal zur Polizei geht. Daran hat ihre Familie einen großen Anteil. Ihr Vater, die beiden Onkel und auch die Tante sind ebenfalls bei der Polizei. „Da habe ich bereits in jungem Alter mitbekommen, dass die polizeilichen Aufgaben sehr unterschiedlich sind und es viele Möglichkeiten gibt“, erzählt die Pressesprecherin. Diese Vielfältigkeit veranlasste sie, Polizistin zu werden. Ihr Vater sei dabei ein Vorbild gewesen.

Gute Unterstützung durch Einstellungsberater

Sie wandte sich an einen Einstellungsberater, der sich bei der Polizei um alles, was mit der Einstellung von neuen Kräften zu tun hat, kümmert. Dieser Berater übermittelt zum Beispiel Informationen oder beantwortet Fragen der Bewerber. Corinna Wild fühlte sich von ihrem Ansprechpartner gut unterstützt. Sie erhielt noch mal einen genaueren Einblick in den Beruf und über die Aufstiegsmöglichkeiten.

„Polizist zu sein, heißt nicht, dass man ein Leben lang im Streifendienst tätig ist“, sagt Corinna Wild. Das solle nicht heißen, so die 29-Jährige, dass der Streifendienst nicht interessant und abwechslungsreich sei. Ganz im Gegenteil. Die Kollegen würden oft in den Dienst gehen, ohne zu wissen, welche Einsätze während des Tages auf sie zukommen und was sie dabei erwarte. Das mache die Arbeit spannend. In ihrer eigenen, relativ kurzen Zeit im Streifendienst habe sie erfahren, dass Verlässlichkeit oberste Priorität habe.

Ein wachsender Prozess

Bei der Polizei gibt es neben der wichtigen Tätigkeit im Streifendienst noch weitere interessante Aufgaben. Man könne auch Ausbilder sein, bei der Kripo arbeiten oder die Öffentlichkeitsarbeit übernehmen. Sie selbst habe bei ihrem Einstieg in den Polizeidienst nicht gedacht, dass sie einmal in der Pressestelle tätig sein werde.

Dass sie nun die neue Sprecherin der Oberpfälzer Polizei ist, sei ein wachsender Prozess gewesen. Schon als stellvertretende Beauftragte für Kriminalitätsopfer stand sie verstärkt in der Öffentlichkeit. Sie merkte schnell, dass sie daran Gefallen habe und dass es ihr Spaß mache. Nach fünf Jahren sei auch die Zeit für eine neue Herausforderung gewesen, findet die 29-Jährige. So kam eines zum anderen.

Vor ihrem Wechsel in die Pressestelle war sie im Sachgebiet Kriminalitätsbekämpfung eingesetzt und übernahm dort diverse Aufgaben. Dazu zählten die Erstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik, Cybercrime, Kriminaltechnik und sie war stellvertretende Beauftragte für Kriminalitätsopfer.

Dass sie jetzt nicht mehr mit der aktiven Aufklärung von Straftaten beschäftigt ist, sorgt bei ihr keineswegs für Wehmut. „Da ich noch ein langes Arbeitsleben habe, freue ich mich darauf, wenn ich später auch andere Bereiche der Polizei kennenlernen kann“, sagt Corinna Wild. Doch erst mal will sie für eine gewisse Zeit in der Pressestelle arbeiten. Sie freue sich auf die „damit verbundenen Besonderheiten und Herausforderungen“.

In Regensburg gefordert

Corinna Wild startete ihre Polizeikarriere 2012, als ihr der Direkteinstieg in den gehobenen Dienst an der Fachhochschule der Bayerischen Polizei in Sulzbach-Rosenberg gelang. Nach ihrer Ernennung zur Polizeikommissarin 2015 folgte eine zweijährige Verwendung bei der Polizeiinspektion Regensburg-Nord als stellvertretende Dienstgruppenleiterin. Dem schloss sich eine halbjährige Verwendung in gleicher Funktion bei der PI Regensburg-Süd an. Im Jahr 2018 wurde sie auf eigenen Wunsch zum Sachgebiet Kriminalitätsbekämpfung versetzt. Nun folgte der Wechsel in den Bereich Öffentlichkeitsarbeit.

Dass sie bislang keine journalistischen Erfahrungen hat, sieht sie nicht als Nachteil. „Es ist ein Erfahrungsberuf“, steht für sie fest. Und sie könne auch auf das fundierte Wissen der anderen Pressekollegen zurückgreifen.

Schon bei ihrer ersten eigenen Presseinfo war dieses Zusammenspiel vonnöten. Es ging um die Schlammattacke auf den Nabburger Bürgermeister Frank Zeitler (CSU). Der Vorfall schlug bundesweit Wellen – so berichteten auch der Spiegel und die Bild-Zeitung darüber. Also gleich ein „Kracher“ zum Einstieg.

Es sei ihr eigener Anspruch, die Kollegen gut nach außen zu vertreten und die Öffentlichkeitsarbeit in ihrem Sinne zu machen. In ihrer neuen Funktion will sie auch vor Ort wahrnehmbar sein.

Ausgleich zu ihrer Arbeit als Polizistin findet Corinna Wild beim Reiten. Zwei- bis dreimal in der Woche ist sie im Reitstall anzutreffen.