Nittenauer Weiberkomitee will ab sofort kürzertreten

Ein Fasching in Nittenau ohne das Weiberkomitee? Das ist für viele unvorstellbar. Ganz so schlimm kommt es auch nicht, doch die Truppe plant für die nächste Saison eine einschneidende Veränderung.
Gerade erst hat dasWeiberkomitee 40-jähriges Bestehengefeiert – und wurde bei der weit über die Stadtgrenzen hinaus beliebten Weiberfasenacht und der närrischen Generalprobe von den Faschingsfans in der Regentalhalle bejubelt. Doch genau mit dieser Traditionsveranstaltung ist Schluss, wie Vorsitzende Helga Proske bestätigt.
Im Juni werde sie 74 Jahre alt und allmählich lasse die Kraft ein wenig nach, sagt sie. Doch das allein sei nicht der Grund für die Entscheidung, die Weiberfasenacht zu streichen. „Es hängt ein ganzes Jahr Arbeit dran“, sagt Proske. Man müsse Ideen sammeln, Stoffe für die Kostüme besorgen, proben – und vieles mehr. Das sei vor allem für die berufstätigen Frauen im Komitee mittlerweile zeitlich nur noch schwer zu stemmen. „Als wir vor 40 Jahren angefangen haben, waren alle Hausfrauen und hatten keinen Job, das war einfach eine ganz andere Zeit“, sagt Proske.
Finanzierung war schwierig
Auch der finanzielle Aspekt sei nicht zu verachten. Das Weiberkomitee sei kein Verein, könne keine Rücklagen bilden und finanziere alle Ausgaben nur über den Verkauf von Eintrittskarten für Veranstaltungen. Die Entscheidung, die Weiberfasenacht zu canceln, sei allen dennoch schwer gefallen. „Damit geht eine Ära zu Ende. Aber so ist nun einmal der Lauf der Zeit“, sagt Proske.
Ganz verabschieden wollen sich die Chefin und ihre Kolleginnen aber nicht vom Nittenauer Fasching. Das Komitee bleibe als Gruppe bestehen, betont Proske. Man sei gerne bereit, sich an Veranstaltungen wie dem Rathaussturm zu beteiligen oder diebeliebte „Party 60 plus“für Senioren mit einem Auftritt zu bereichern – allerdings nur noch als Gäste auf der Bühne. „Es ist schön, nicht mehr so viel Verantwortung zu haben“, sagt Proske.
Kostüme bereits abgegeben
Mittlerweile haben die Damen ihren umfangreichen Kostümfundus aufgelöst. Ein Teil sei an den Kultur- und Festspielverein Bruck gegangen, ein Teil an die Kolpingkleiderkammer – und einige Stücke behalten die Damen aus Nostalgiegründen auch selbst. „Die Sachen in einen Container zu werfen, hätte mir das Herz gebrochen“, sagt Proske. Nun ist für sie erst einmal Pause vom Fasching. In der kommenden Saison wird sie wieder mitfeiern – aber dann ohne Druck und Stress.