Südostlink: So soll die Trasse im Landkreis Schwandorf verlaufen

Stromnetzbetreiber Tennet hat einen abschließenden Trassenvorschlag für den 54 Kilometer langen Abschnitt des Südostlinkslinks zwischen Pfreimd und Nittenau vorgelegt. Am Dienstag wurden die Detailplanungen im Konrad-Max-Kunz-Saal der Oberpfalzhalle der Öffentlichkeit vorgestellt.
Der Südost-Link transportiert laut Tennet Windstrom aus dem Norden und Osten Deutschlands nach Süden, und zwar von Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt sowie von Klein Rogahn in Mecklenburg-Vorpommern zum Umspannwerk Isar bei Landshut. Auf den 270Kilometern, die in Bayern verlaufen, werden dazu vier Erdkabel in zwei nebeneinander liegenden Gräben verlegt.
Für den Trassenverlauf im sogenannten Abschnitt D1 zwischen Pfreimd und Nittenau hat Tennetnun einen finalen Vorschlagerarbeitet, den der zuständige Abschnittsleiter Kommunikation, Benjamin Mignon, und Genehmigungsplaner Johannes Schumacher näher erläuterten.
Laut Mignon wurde die Feinplanung in den vergangenen drei Jahren erarbeitet und soll nun bei der Bundesnetzagentur als Plan eingereicht werden. Nach einer weiteren Beteiligung von betroffenen Privatpersonen, Kommunen und Verbänden rechne man im Sommer2024 mit dem Planfeststellungsbeschluss und noch im selben Jahr auch mit den ersten Baumaßnahmen.
Die Leitungen auf dem Abschnitt zwischen Pfreimd und Nittenau folgen laut Tennet-Planer Schumacher „dem Trassenverlauf, durch den Mensch und Natur am wenigsten beeinträchtigt werden“. Die Trasse liege zu 65 Prozent auf landwirtschaftlich genutzter Fläche, Waldstücke seien nach Möglichkeit vermieden worden, sagte er. Auf einer Länge von 30 Kilometern verlaufe sie zudem gebündelt mit bestehenden Erdgas- oder Freileitungen. „In vielen Bereichen“ könnten auf diese Weise Schneisen mitgenutzt werden.
Naabquerung bei Katzdorf
Konkret verläuft die Tennet-Wunschtrasse im Abschnitt D1 zunächst westlich der Autobahn A6, die auf Höhe von Nabburg gequert wird, etwa in südlicher Richtung zwischen Stulln und Schmidgaden und führt westlich an Schwarzenfeld vorbei durch den Kreither Forst. Nördlich von Kreith schwenkt der Verlauf nach Westen und streift auf ein paar hundert Metern das Gebiet des Landkreises Amberg-Sulzbach.
Anschließend geht es wieder in Südrichtung weiter im Schwandorfer Stadtgebiet, und zwar auf dem Höhenzug oberhalb des Naabtals und östlich der Stadtteile Haselbach und Neukirchen. Spielberg wird westlich in einem kurzen Waldstück umgangen, anschließend senkt sich die Trasse zur Naab und verläuft bis Bubach parallel zum Flusstal.
Die Naab wird bei Katzdorf unterquert, und die Trasse macht einen Knick in Grobrichtung Osten. Weiter geht es nördlich von Loisnitz und Fischbach Richtung Kaspeltshub, wo wieder ein Schwenk nach Süden erfolgt. Der Regen wird westlich des Nittenauer Ortsteils Entermainsbach unterquert, an der Landkreisgrenze bei Berglarn endet der Trassenabschnitt.
Gespräche mit den Eigentümern stehen an
„Herausfordernd aus technischer Sicht“ war laut Planer Schumacher bei der Trassenfindung unter anderem die vorhandene Infrastruktur im Boden, aber auch die Topographie „mit vielen Steilhängen“. Beim Schwandorfer Ortsteil Spielberg etwa stellten die Hanglage und die bestehende Gasleitung besondere Probleme dar, und auch das Waldgebiet sollte nach Möglichkeit geschont werden. Im Ergebnis wurde hier ein Verlauf als endgültige Trasse gewählt, der zwar einen Umweg mit sich bringt, aber weniger Eingriffe in den Wald erfordert. Nach eigenen Angaben hat Tennet bei der Detailplanung Hunderte von Hinweisen aus der Öffentlichkeit berücksichtigt. Zuletzt wurde aus 18 verbleibenden Alternativen in strittigen Teilabschnitten der finale Vorschlag ausgearbeitet.
In den nächsten Wochen und Monaten sollen laut Tennet-Sprecher Mignon nun Informationsgespräche mit allen betroffenen Eigentümern erfolgen. Im Juli seien zudem „öffentliche Infomärkte“ geplant. Eine Rahmenvereinbarung mit dem Bayerischen Bauernverband zur Entschädigung von Grundstückseigentümern sei bereits im Jahr 2022 abgeschlossen worden, sagte er.