Die Einbahnstraßen der Chamer Innenstadt öffnen sich für Radler

Mehr Radfreundlichkeit hat sich die Stadt seit längerem verschrieben, um zur fahrradfreundlichen Stadt zu werden. Nach dem Fahrradkonzept, das sich die Stadt verordnet hat, soll der Radverkehr gesteigert werden. Nun folgt auf Beschluss des Stadtrats vom Donnerstag eine Maßnahme, die durchaus spannend werden könnte.
Die Einbahnstraßen in der Innenstadt werden fürRadverkehrin beide Richtungen geöffnet. Im Zuge der Ausweisung der Tempo-30-Zone Altstadt, wie im Dezember beschlossen, sollen für Fahrradfahrer nun zahlreiche Einbahnstraßen in beide Richtungen geöffnet werden. So werden die Schwanenstraße, der Spitalplatz, der Floßhafen/Obere Regenstraße, die Grünwaldstraße, der Marktplatz, die Lucknerstraße, wie die Propstei- und Schuegrafstraße für die Radelfahrer bald in beide Richtungen befahrbar sein. Ob die Autofahrer damit zurechtkommen, wird sich zeigen.
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Nicht betroffen von der Änderung sind demnach die Fuhrmannstraße, die Schmidstraße, die Schulstraße und die Rosenstraße/Alrunastraße, wo weiterhin für alle rollenden Verkehrsteilnehmer nur eine Richtung erlaubt ist. Doch auch eine für den Radverkehr als Hauptverkehrsroute Richtung Innenstadt erkannte Straße Brunnendorf soll als Einbahnstraße demnächst in die Gegenrichtung für Fahrräder geöffnet werden.
Auch dafür votierte am Donnerstag der Stadtrat einstimmig. Um Platz zu schaffen für die Radler, entfallen die östlich gelegenen Parkplätze sowie die Linksabbiegespur in Richtung Obere Regenstraße – links abbiegen Richtung Kreisverkehr ist dann nicht mehr erlaubt. Hier wird ein zwei Meter breiter Radweg eingezeichnet werden. Zudem darf hier dann auch nur noch 30 km/h gefahren werden. Weitere Änderungen, etwa Richtung Further Straße/Badstraße, sollen dann im Verkehrsforum besprochen werden.
Zurückgekehrt auf den Ratstisch ist die Eisenbahnbrücke zwischen Forstamtstraße und Frühlingstraße. Bereits 2008/2009 hatte der Stadtrat immer wieder über das Bauwerk debattiert, um die Verkehrssituation dort zu verbessern und die Brücke etwa für Lastwagen passierbar zu machen. Über das Ingenieurbüro Brandl&Preischl wurden sieben Varianten erarbeitet. Viele dieser Varianten fielen jedoch dem maßgeblichen Bauherrn zu Opfer.
Doch der hat nun selbst angefragt. Die Deutsche Bahn hat im Dezember der Stadt mitgeteilt, dass der nordöstliche Teil der Brücke – der Bereich, der zur Forstamtstraße geht – altersbedingt marode ist und erneuert werden soll. Zudem wurde die Stadt gefragt, wie aus ihrer Sicht eine neue Brücke ausschauen sollte. Die Stadt hat daher die Variante vier aus der Schublade gezogen, etwas nachbessern lassen und will sie nach Stadtratsbeschluss nun der Bahn übermitteln. Nachgebessert wurde, weil in der künftig ausgebauten Frühlingstraße ein kombinierter Geh- und Radweg gebaut wird, in der Variante aber nur ein Gehweg vorgesehen ist.
Josef Ried stellte alle Varianten vor. Die Variante 4.1, die der Bahn übermittelt wird, hat eine Fahrbahnbreite unter der Brücke von sieben Metern, dazu kommt ein 3,25 Meter breiter Geh- und Radweg, geschätzte Kosten vier Millionen Euro.
Entscheidungen im Stadtrat
Balkonkraftwerke:Der Stadtrat hat die Förderung von Balkonkraftwerken, also kleine Solarpaneele mit Wechselrichter für direkten Hausstrom, verabschiedet. Bis zu 200 Euro gibt es, wobei der Fördertopf vorerst bei 15000 Euro gedeckelt ist.
Revitalisierung:Ein großes Bauvorhaben am Spitalplatz, bei dem gleich vier alten Gebäude abgerissen und ein neues gebaut wurde, bekommt Geld aus dem Revitalisierungsprogramm der Stadt. Unterstützt werden Abbruchkosten und barrierefreies Bauen. Bislang waren nur 100000 Euro in dem Fördertopf. Da Maßnahmen anstehen, wird er auf Stadtratsentscheid mit weiteren bis zu 300000 Euro gefüllt.
Feuerwehr:Ein neues Fahrzeug soll für die Feuerwehr Windischbergerdorf angeschafft werden. Eigentlich sollte es ein Mehrzweckfahrzeug werden, doch die Regierung empfahl stattdessen ein Mannschaftstransportwagen, das dann auch gefördert werden könne. In Absprache mit der FFW wurde nun umgesattelt. Dem Beschluss für die Anschaffung eines MTW stimmte der Stadtrat zu.
