Maskierte überfallen Senioren: Raub in Lappersdorf wird neu aufgerollt

Von André Baumgarten · 27. März 2023 um 15:00

Ex-Putzfrau geht nach ihrer Verurteilung in Berufung. Das Ehepaar aus Lappersdorf, das 2021 Opfer dreister Räuber wurde, wird erneut aussagen müssen. Das Regensburger Landgericht sucht neue Termine für den Prozess.

DerRaubüberfall auf ein Ehepaar in Lappersdorfwird vor Gericht neu aufgerollt. Das Schöffengericht hatte eine ehemalige Putzfrau der Senioren im November zu zwei Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Sie sollTippgeberin für den Raub gewesen sein, bei dem zwei Maskierte im Juli 2021 fast 80 000 Euro erbeutethatten. Die 44-Jährige ging gegen das Urteil in Berufung. Am Freitag stand sie zum ersten Mal vor dem Landgericht. Der Prozess ist aber geplatzt.

Der Fall sorgte für Schlagzeilen: Mitten in der Nacht wurde ein betagtes Ehepaar im Sommer 2021 in ihrem Haus überfallen. Unbekannte Räuber rissen die Senioren am 5. Juli mitten in der Nacht aus dem Schlaf und zwangen die Ehefrau, den Tresor im Weinkeller zu öffnen. Ihren 92-jährigen Ehepartner hielt der zweite Maskierte derweil mit Messer und Brecheisen in Schach. Die Männer erbeuteten in dem unscheinbaren Haus in der Hölderlinstraße in Lappersdorf Goldbarren, eine teure Rolex, Schmuck sowie Bargeld. Nach der Tat entkamen sie unerkannt.

Ermittler hatten die Ex-Putzfrau früh im Fokus:Als sie mit ihrer Familie Ende Juli ins Ausland aufbrach, griff die Kripo zuund stellte zwei Goldbarren sicher. Die wollte die Frau für je 100 Euro bei einem Sperrmüll-Sammler gekauft haben.Auch gegen den Ehemann der 44-Jährigen und die Söhne wurde ermittelt. Letztlich wurde nur die Frau wegen Beihilfe zum Wohnungseinbruchdiebstahl verurteilt. DieHauptverhandlung brachte einige neue Vorwürfe ans Licht.

Das Schöffengericht hatte im November letztlich keinerlei Zweifel an der Mitwirkung der Frau aus dem Landkreis Regensburg. „Die Angeklagte hat jede Möglichkeit genutzt, um an Geld zu kommen“, sagte die Vorsitzende Richterin Andrea Costa in ihrer Urteilsbegründung.

Lesen Sie zu diesem Fall auch hier:Raub in Lappersdorf – Reichen zwei zerkratzte Goldbarren als Indiz aus?

Vergangenen Freitag war der Fall im Berufungsverfahren bereits beim Landgericht terminiert. Es wurde aber nur ein kurzer Termin – die 44-Jährige wollte den kompletten Prozess mit allen Zeugen neu aufrollen lassen. Die neunte Strafkammer sucht dafür neue Termine, wie Landgerichtssprecherin Ruth Koller bestätigte.

Im ersten Prozess am Amtsgericht hatte Strafverteidiger Jan Bockemühl (li.) die Angeklagte vertreten. In der Berufung lässt sich die 44-Jährige von einer Münchner Anwältin verteidigen. -Foto: Baumgarten