Polizei Parsberg reduziert durch Prävention die Chancen für Betrüger

Die Zahl der angezeigten Betrugsdelikte steigt. Trotzdem gelang es der Parsberger Polizei im Jahr 2022 immer wieder zu verhindern, dass die Betrüger mit Enkeltrick und Co. ans Ziel kamen. Das Zauberwort für diesen Erfolg heißt dabei Prävention.
Denn dass die Polizei auch in der ländlichen Region Parsberg ihre Probleme mit Betrugsversuchen hat, zeigt die Kriminalitätsstatistik, die der Leiter der Polizeiinspektion (PI) Parsberg, Karlheinz Dietl, und sein Stellvertreter, Rainer Hirschmann, am Mittwochvormittag vorstellten. „Wir haben beim Betrug einen leichten Anstieg von 57 auf 61 Fälle verzeichnet“, berichtete Dietl, der darauf verwies, dass allein 35 Fälle des sogenannten Call-Center-Betrugs aufgenommen wurden.
Darunter verstehen die Beamten Anrufe bei vorwiegend älteren Menschen, denen vorgegaukelt wird, dass nahe Angehörige in Schwierigkeiten stecken, die mit Geld gelöst werden könnten. Eine Masche davon sei der bekannte Enkeltrick, eine andere der Hinweis, dass in der Straße des Angerufenen Einbrüche geplant sind und die Polizei vorbeikomme, um Schmuck und andere Wertsachen abzuholen und in Sicherheit zu bringen.
Kuverts an Banken in der Region Parsberg verteilt
Dass die Betrüger zumindest in Parsberg im vergangenen Jahr nur einmal Kasse machten, als sie eine Person nach Regensburg zum Justizgebäude lotsten und sich dort Geld übergeben ließen, liegt laut Dietl an der Prävention. So habe man zum Beispiel die örtlichen Banken mit speziellen Kuverts versorgt. In denen soll Kunden, die einen höheren Betrag abheben, das Geld übergeben werden. Aufgedruckt sind mehrere Fragen zu den Umständen der Abhebung und der Hinweis, die 110 anzurufen, wenn man zwei oder mehr davon mit „Ja“ beantworten kann.
Polizei glänzt mit überdurchschnittlicher Aufklärungsquote
Doch nicht nur die Prävention ist in Parsberg gut, auch die Aufklärungsquote stimmt. So wurden 2022 559 Straftaten (Vorjahr 509) registriert, 74,6 Prozent davon wurden aufgeklärt. Ein Wert, der weit über dem Landkreisdurchschnitt von 66,5 Prozent liegt. „Wir profitieren dabei von der Überschaubarkeit der ländlichen Region und davon, dass wir auch sehr viele Hinweise aus der Bevölkerung bekommen“, sagte Dietl, der die Kriminalitätsbelastung für die Gemeinden im Inspektionsbereich als erfreulich niedrig einstufte.
So beträgt die Häufigkeitsziffer im Inspektionsbereich bei 1917 pro 100000 Einwohner. Zum Vergleich: Der im Bundesvergleich niedrige Wert des Freistaats Bayern liegt bei 4260. Begangen werden die Taten übrigens zu 80 Prozent von Männern. Der Ausländeranteil der Tatverdächtigen sank von 30,2 auf 27,5 Prozent. 83,1 Prozent der Tatverdächtigen waren erwachsen, 7,4 Prozent heranwachsend, sechs Prozent jugendlich und 3,4 Prozent waren Kinder.
Polizeichef ist mit langfristiger Tendenz in Parsberg zufrieden
„Wenn wir die absoluten Deliktzahlen betrachten und die Corona-Jahre außen vor lassen, haben wir das beste Ergebnis der vergangenen zehn Jahre erreicht“, sagte Dietl und verweist darauf, dass die Menschen nach dem Wegfall aller Beschränkungen mehr Möglichkeiten hätten, mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen. Beispiele seien Volksfeste oder Faschingsveranstaltungen, bei denen es nach Alkoholkonsum leicht zu Zwischenfällen wie Schlägereien kommt. Dietl: „Aber es handelt sich nur um einen geringen Anstieg und bestätigt eine Entwicklung klar: Unsere Sicherheitsarbeit zeigt langfristige Erfolge.“
Die Deliktbereiche im Überblick
Diebstahl:Hier registrierte die Polizei mit 114 (111) Fällen den zweithöchsten Anteil an der Gesamtkriminalität.
Rohheitsdeliktewie Körperverletzungsdelikte, Nötigung,
Bedrohung, Stalking/Nachstellung, stiegen mit einer Gesamtzahl von 104 (88) an.
Vermögens- und Fälschungsdelikte:93 (83) Fälle wurden gezählt. 61 davon waren Betrugsdelikte.
Ladendiebstähle:Hier gibt es einen Rückgang von 19 auf 16 Fälle. Allerdings geht die Polizei von einer hohen Dunkelziffer aus.
Gewaltkriminalität: 2022 gab es kein Tötungsdelikt. Mit 23 Fällen gibt es bei Vergehen wie Raub, schweren Sexualstraftaten, gefährlicher und schwerer Körperverletzung 23 Delikte, die alle aufgeklärt wurden.
Rauschgiftkriminalität:Hier steigt die Zahl der Fälle von 32 auf 62 stark an. Es handelt sich aber laut Dietl um ein reines Kontrolldelikt. Dies bedeutet, dass die gestiegenen Zahlen mit einer verstärkten Kontrolltätigkeit zu erklären sind.
Wohnungseinbruch:Die Zahl ist niedrig, sie stieg von drei registrierten Fällen auf vier.