Der neue Rewag-Chef steht schon in den Startlöchern

Nach turbulenten Monaten beim Energieversorger kommt nun Robert Greb nach Regensburg: Er sagt, die Rewag sei gut durch den Winter gekommen, aber die „Krise ist noch nicht vorbei“.
Es war ein turbulentes Jahr für den Energieversorger Rewag: Wie alle anderen Stadtwerke hatte das Kommunalunternehmen, das zu 64,52 Prozent der Stadt gehört, mit der größten Energiekrise hierzulande seit den 70er Jahren zu kämpfen. Seit März vergangenen Jahres hatte die Rewag aber auch noch ein anderes Problem: Mit der fristlosen Kündigung des bisherigen Vorstandsvorsitzenden Torsten Briegel und dessen Erfolg im Prozess vor dem Landgericht gegen die Rewag ist das Kapitel noch nicht abgeschlossen. Schon seit Herbst war aber klar: Mit Robert Greb wird im Frühjahr ein neuer Vorstandsvorsitzender in der Greflinger-straße einziehen.
„Ich freue mich auf den Start in der kommenden Woche“, sagte Greb jetzt zur MZ. Der Ingenieur wechselt von den Stadtwerken Delitzsch bei Leipzig an die Donau. Greb stand schon in den vergangenen Monaten im engen Austausch mit Rewag-Mitarbeitern, jetzt ginge es aber für ihn darum, „inhaltlich noch tiefer einzusteigen und möglichst viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter persönlich kennenzulernen“. Zudem sei er froh, dass er mit seiner neuen Vorstandkollegin Sandra Wimmer Verstärkung bekommen würde. Bislang ist auch Bernhard Büllmann im Haus, der ist aber nach Berlin berufen.
Besuch auf dem Adlersberg war schon drin
In Regensburg fühlt sich Greb jedenfalls pudelwohl. „Alles, was ich bisher gesehen habe, hat mich begeistert“, sagt der neue Rewag-Chef. Die Altstadt begeistere ihn ebenso wie die Umgebung. Auch den Adlersberg kennt der neue Rewag-Chef bereits. „Selbst bei der Wohnungssuche habe ich eigentlich nur nette Menschen getroffen“, so Greb.
Doch die Aufgaben sind groß. Die Rewag sei, wie Deutschland insgesamt, „sehr gut durch diesen Winter und damit die Energiekrise gekommen. Glücklicherweise war der Winter sehr mild und durch die Preisbremsen konnten größere soziale Schieflagen vermieden werden“, sagt der neue Rewag-Chef. „So ganz ist die Krise – zumindest für die Energieversorger – jedoch noch nicht vorbei“, sagt er aber auch. Die stark gefallenen Großhandelspreise der vergangenen Wochen seien auch eine große Herausforderung. Auch die Umsetzung der preisdämpfenden Maßnahmen wie die Preisbremsen und Umsatzsteueränderungen forderten einen hohen Einsatz der Rewag-Mitarbeiter. Doch Greb wird auch in den kommenden Monaten und Jahren vor großen Herausforderungen stehen.
Rewag fehlen derzeit finanzielle Mittel
Was hat er geplant? „Die Krise hat gezeigt, dass der Ausbau der Erneuerbaren Energien und der Ausbau der Strom- und Wärmenetze beschleunigt werden muss“, sagt der neue Rewag-Chef. „Mein Ziel ist es, dass die Rewag dafür der erste Ansprechpartner in Regensburg und der Region wird.“ Um das zu schaffen, müsse der Energieversorger sich weiterentwickeln und durch Know-how sowie Effizienz überzeugen. „Darüber hinaus wird der Umbau der Energielandschaft erhebliche finanzielle Mittel erfordern, die die Rewag in diesem Umfang derzeit nicht hat“, ergänzt er. „Auch dafür müssen wir Lösungen finden, um die Zukunftsfähigkeit der Rewag zu erhalten“, schließt Greb.