Neunburger Räte in Sorge: Neuer Hirschberg-Turm wird deutlich teurer

Von Ralf Gohlke · 24. März 2023 um 19:00

Die Finanzierung des Neubaus des Hirschberg-Turmes im Ortsteil Fuhrn bereitet den Neunburger Stadträten Bauchschmerzen. Einerseits spricht die Nachfrage aus dem Tourismusbereich für den Neubau, anderseits haben sich die ursprünglichen Kostenschätzungen mehr als verdoppelt.

Bereits im März 2021 hatte der Rat eine Deckelung des städtischen Zuschusses von 70.000 Euro beschlossen. In der jüngsten Sitzung des Stadtrates ging es um eine weitere Aufstockung dieser Mittel in Höhe von rund 61.000 Euro. Aus der von Geschäftsleiter Georg Keil erstellten Sitzungsvorlage erfuhren die Stadträte, dass sich die Kosten aufgrund einer neuen Schätzung vom Februar 2023 von ursprünglich 363.000 Euro auf aktuell 655.000 Euro erhöht hätten.

Um Erhöhung des Zuschusses auf 131.000 Euro gebeten

Der Naturparkverein als Träger der Maßnahme habe die Stadt deshalb um Erhöhung des Zuschusses gebeten. Dies entspräche dies einem Betrag von insgesamt 131.000Euro.

Keil ließ keinen Zweifel daran, dass die Stadt dies mit einer höheren Kreditaufnahme finanzieren müsste. „Als Standortkommune profitieren wir natürlich von dem Turm am meisten“, gab Bürgermeister Martin Birner (CSU) zu bedenken. Er wollte damit die Diskussion aber nicht beeinflussen. Im Zwiespalt sah sich diesbezüglich Stadtrat Walter Drexler (FW). Als Beauftragter für Tourismus sei ihm die Bedeutung des Bauwerkes bewusst, als Stadtrat müsse er allerdings die Finanzen im Blick behalten.

Er haderte insgesamt mit der Finanzierung durch den Naturparkverein, den Landkreis und die Stadt Neunburg. Bodenwöhr hatte einen freiwilligen Beitrag in Höhe von 8000 Euro geleistet. Wenn der Turm gewünscht werde, sollten die Kosten auf die 22 Mitgliedsgemeinden des Naturparkvereins umgelegt werden, schlug er vor. Er konnte sich an bisher keine Maßnahme erinnern, bei der zum Beispiel die Gemeinde Wackersdorf freiwillig eine so hohe Zuzahlung geleistet hätte. Die Fraktion würde dieser Vorlage daher in keinem Fall zustimmen. Keil stellte dazu fest, dass der Verein seine Projekte immer aus eigenen Mitteln finanziert habe, eine Umlage also nicht in Betracht käme.

Bindl: Die Kosten sollten kritisch geprüft werden

„Pro Turm“ äußerte sich Stadtrat Michael Bindl (CSU). Er sah ihn als großen Anziehungspunkt für die Stadt und den Ortsteil. Er verwies auf die Finanzierung der Maßnahme mit 50 Prozent durch den Freistaat, jeweils 20 Prozent von Landkreis und Stadt sowie zehn Prozent durch den Verein. Bindl sprach sich dafür aus, den höheren Zuschuss zu gewähren. Gleichzeitig sagte er aber, die Ausschreibungsergebnisse sollten kritisch geprüft werden.

Für weiteren Diskussionsstoff sorgte in diesem Zusammenhang, dass mit dem Bau des Fundamentes für den neuen Turm bereits Tatsachen geschaffen worden sind. Dazu stellte Marin Birner fest, dass die ursprüngliche Finanzierung ja gepasst hätte, niemand aber mit der Entwicklung auf dem Holzmarkt und mit Corona habe rechnen können. Die Abstimmung erbrachte mit 15:5 Stimmen das Ja für den erhöhten Zuschuss. Die Fraktion der Freien Wähler hatte wie angekündigt ihre Zustimmung verweigert.

Keine Einwände hatte der Rat gegen den Antrag der Meissner Vermögensverwaltungs GmbH zur Platzierung eines Mobilheimes mit vier Stellplätzen auf einem Grundstück an der Ufertal Straße. Ebenfalls gebilligt wurde die Nutzungsänderung einer Wohnung im Obergeschoss eines Wohnhauses in Penting zu einer Ferienwohnung.

Keiner Diskussion bedurfte es, dem Bau einer Löschwasserzisterne in Penting das Einvernehmen zu erteilen. Mit einem Durchmesser von 7,70 Metern und einer Höhe von vier Metern soll der Behälter 145 Kubikmeter Löschwasser fassen können, Standort ist der geplante „Maibaumplatz“.