Schüsse auf BMW in Regensburg: Raser stellt sich freiwillig bei der Polizei

Von André Baumgarten · 16. März 2023 um 17:50

Die Flucht ist beendet: Nach zwei Wochen ist ein 42-Jähriger mit Anwalt selbst zur Polizei gekommen. Der Raser muss trotz Haftbefehl nicht ins Gefängnis – sein Verteidiger hatte das so ausgehandelt. Und: Es gibt neue Details zur Flucht des BMW-Fahrers.

14 Tage war ein Mann nach einerspektakulären Verfolgungsjagd und sogar Schüssen mitten in Regensburg auf der Flucht. Am Mittwoch hat sich der 42-Jährige bei der Polizei gestellt. Das bestätigte Pressesprecher Claus Feldmeier auf Nachfrage. Nach MZ-Informationen hatte der Raser über einen Rechtsanwalt die Umstände vorher aushandeln lassen. Wohl mit Erfolg: Trotz erheblicher Vorwürfe, die im Raum stehen, wurde der gegen ihn bereits erlassene Haftbefehl zumindest vorläufig außer Vollzug gesetzt.

Am 28. Februar hatte der 42-Jährige in Regensburg für einen Großeinsatz gesorgt: Als die Polizei ihn an jenem Mittwoch, gegen 18.40 Uhr anhalten wollte, suchte der Mann sein Heil in der Flucht. Der silberne BMW war den Zivilfahndern durch eine aggressive Fahrweise aufgefallen. Offenbar war der Fahrer in der Lore-Kullmer-Straße so rasant unterwegs, dass Fußgänger im allerletzten Moment zur Seite springen mussten. Zudem soll der 42-Jährige mit dem 3er-BMW bei Rot über eine Ampel gefahren sein.

Im Parkhaus rammt sich der Raser brutal den Weg frei

Danach wollte sich der Mann im Parkhaus des Regensburger Finanzamtes an der Galgenbergstraße verstecken. Doch er wurde von zwei Polizeistreifen gestellt. Als ein erster Beamter bereits am Fenster war, gab der 42-Jährige Vollgas. Dazu gab es ganz neue Details: „Bei seinem ersten Versuch, die Autos zu rammen, scheiterte der Mann“, sagte Feldmeier. Der Raser nahm also noch einmal Anlauf, rammte die Dienstwagen wuchtiger und raste dann davon. Um ihn zu stoppen, eröffneten die Zivilfahnder daraufhin das Feuer und schossen gezielt auf die Reifen des BMW. Das betonte der Pressesprecher des Oberpfälzer Polizeipräsidiums später.

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Doch selbst platt geschossene Reifen hinderten den Fahrer nicht, aus dem Parkhaus zu kommen. Weit kam er nicht: Etwa 300 Meter weiter endete die Fahrt in der Franz-Meyer-Straße. Dort ließ der Mann den schwer beschädigten BMW stehen und flüchtete schließlich zu Fuß weiter. Es wurde Großalarm ausgelöst: Die Polizei durchkämmte das Gebiet nahe OTH und TechBase weiträumig. Dabei kam auch ein Mantrailer-Suchhund zum Einsatz. Am Himmel über dem Stadtsüden kreiste zudem ein Polizei-Hubschrauber. Ohne Erfolg.

An den beiden Tatorten nahmen zeitgleich Spezialisten der Spurensicherung ihre Arbeit auf. Der Wagen mit einem Regensburger Kennzeichen wurde sichergestellt und abgeschleppt. Aus gut unterrichteten Kreisen hieß es, dass der BMW wohl als gestohlen gemeldet wurde – jedoch erst, als die Polizei an der Meldeadresse nachhakte. Dazu gab es auch zwei Wochen nach dem Vorfall keine Bestätigung. „Das ist Teil laufender Ermittlungen“, sagte Feldmeier.

Bestätigt: 42-Jähriger hatte gar keinen Führerschein

Diese liefen wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, Widerstands und tätlichen Angriffs gegen Vollstreckungsbeamte, Sachbeschädigung „und noch mehr“, wie es damals hieß. Dazu zählt auch das Fahren ohne Fahrerlaubnis – denn einen Führerschein hatte der 42-Jährige schon länger nicht mehr.

In der Franz-Meyer-Straße ließ der 42-Jährige den silbernen BMW stehen und flüchtete zu Fuß weiter. -Foto: Baumgarten