Wasserschloss Pürkelgut: Tierarzt stellt bei der Stadt Regensburg einen Bauantrag

Nach vielen Jahren des Stillstands tut sich wieder was im verwunschenen Pürkelgut. Nach Informationen der MZ hat der Tierarzt Roland Fechter einen Bauantrag für das Wasserschloss gestellt.
Das bestätigte sowohl die Stadt, als auch das Landesamt für Denkmalpflege. Kein Wunder: Beim Wasserschloss handelt es sich um eines der bedeutendsten Barocken Profanbauten der Stadt Regensburg. Sowohl das Schloss als auch die umgebende Anlage stehen unter Denkmalschutz. Doch das Gebäude ist eine Ruine. Und es gehört zwei Immobilien-Größen, es ist allerdings in ihrem Privatbesitz.
Stadt wollte Schloss nicht
Ulrich Berger und Thomas Dietlmeier, viele Jahren über gemeinsam im Immobilienzentrum in der Stadt aktiv, haben mit derSchloss Pürkelgut GmbHschon 2016 eine Gesellschaft gegründet. In der Urkunde (liegt der MZ vor) heißt es dazu: „Gegenstand des Unternehmens sind Erwerb, Sanierung sowie Verpachtung und Verwaltung des Anwesens Schloss Pürkelgut in Regensburg.“ Immerwieder gab es Debatten, ob nicht die Stadt das verzaubertwirkende Schloss am östlichen Stadtrand erwerben und sanieren sollte. Doch die Summen, die dafür im Raum standen, waren schwindelerregend: Von bis zu 40 Millionen Euro war die Rede.
Einer, der sich die Sanierung des Schlosses offensichtlich zutraut, ist der Tierarzt Roland Fechter. Er hatte der MZ ein Dossier mit seinen Planungen vorgelegt. Ob er das Konzept nun tatsächlich in voller Gänze umsetzen möchte, ist offen. Fechter spricht nicht mehr mit der MZ über das Wasserschloss. Über seine Anwältin ließ er ausrichten: „Aufgrund der bisherigen Berichterstattung wird keine Stellungnahme mehr erfolgen.“ Ulrich Berger und Thomas Dietlmeier beantworteten schriftliche Anfragen nicht. Auch nach telefonischer Anfrage erfolgte keine Reaktion mehr.
Denkmalschützer schauen genau hin
Juliane Grimm-von Wedemeyer ist Sprecherin des Landesamts für Denkmalpflege, der Behörde, die in Bayern als oberster Hüter der baulichen Kulturschätze wirkt. Sie sagt: „Mittlerweile hat das Bauantragsverfahren begonnen. In diesem Rahmen wird nun auf Grundlage der Voruntersuchung der Bausubstanz ein denkmalfachliches konkretes Maßnahmenkonzept erarbeitet.“ Aus Sicht der Denkmalpflege stehe dabei im Vordergrund, „dass das historische Erscheinungsbild und so viel Substanz wie möglich erhalten bleibt“.
Für Schlagzeilen sorgte in der Vergangenheit, dass Bäume ohne Genehmigung gefällt wurden. Die Stadt leitete vor einem Jahr ein Ordnungswidrigkeitenverfahren ein. Jetzt macht die Stadt klar: „Es müssen alle relevanten Naturschutzbelange bei der Sanierung der Schlossanlage eingehalten werden, insbesondere der Baum- und Artenschutz“, so eine Sprecherin. Und weiter: „Die festgestellten Verstöße hatten die Einleitung eines Ordnungswidrigkeitsverfahrens zur Folge. Das Verfahren ist bereits rechtskräftig abgeschlossen.“ Zuletzt wurde nach Angaben der Sprecherin eine Genehmigung erteilt, „an einem dort befindlichen Graben mehrere Weiden zu entfernen. Die Bäume müssen wieder ersetzt werden“, heißt es dazu.
Auch die Stadt bestätigt, dass ein Bauantrag gestellt wurde. Doch mehr will sie nicht sagen: „Details zum Antrag können aus Datenschutzgründen nicht öffentlich gemacht werden.“
Bugatti-Villa als Vorbild
So bleibt das, was im Pürkelgut passiert, ein Mysterium. Doch das wird sich spätestens dann ändern, wenn der Bauantrag im Stadtrat behandelt wird. Bei dieser Immobilie dürften einige Stadträte auch ganz genau hinsehen. Das Konzept, das Fechter 2021 vorgelegt hatte, sieht eine Tierarztpraxis und Wohnräume für ihn selbst vor. Auch eine Museumsnutzung war darin angedacht. Vorbild für die Sanierung des Wasserschlosses ist laut diesem Gutachten die Bugatti-Villa im französischen Molsheim. Nach Informationen der MZ gibt es aber hohe Hürden für das Projekt.
Das Pürkelgut ist auch Bodendenkmal. Es muss einen Vorgängerbau geben, der auf das 12. Jahrhundert zurückgeht. Überreste sind wohl unter dem Schloss. Zudem wurden immer wieder vorgeschichtliche Funde dort entdeckt. Die Denkmalschutzbehörden dürften also genau darauf blicken, was der Investor mit dem Schloss macht. Vor allem die Nutzung des riesigen Dachstuhl sei schwierig. Naturschutzfragen sind dazu noch gar nicht gestellt.

