Bluttat in Regensburg: Wurde der 52-Jährige zum Mörder, weil er ausziehen sollte?

Nach dem gewaltsamen Tod einer 79-Jährigen gibt es erste Hinweise auf das Motiv. Ein 52-Jähriger hatte am Dienstag in der Brunhildstraße in Regensburg auf die Seniorin eingestochen und auch deren Enkelin schwer verletzt.
Ließen Alkohol und drohende Perspektivlosigkeit einen Mann zum Mörder werden? Am Dienstag hat ein 52-Jähriger in Regensburg auf seine Vermieterin eingestochen – und sie so getötet. Auch die Enkelin der Frau hat der Angreifer schwer verletzt. Zuvor soll die Seniorin ihrem Untermieter im Streit den Auszug angedroht haben. Der Mann rastete daraufhin aus. Nur wenig später stand er mit einem Messer im Erdgeschoss des Hauses, wie aus Ermittlerkreisen zu erfahren war. Und: „Ich war es“, soll er bei seiner Festnahme zu Polizisten gesagt haben.
Kurz vor 16 Uhr am Dienstag spielten sich dramatische Szenen in der ruhigen Nebenstraße im Stadtsüden ab. Per Notruf alarmierte eine 27-Jährige Polizei und Rettungsdienst. Ihre Oma sei mit einem Messer angegriffen worden. Als wenig später die ersten Streifenwagen am Tatort eintrafen, erwartete der mutmaßliche Täter die Beamten. Der 52-Jährige stand vor der Doppelhaushälfte in der Brunhildstraße. Blutspuren an seiner Hose zeugten davon, dass wohl etwas Schlimmes passiert sein musste.
Verdächtiger direkt vorm Tatort festgenommen
Um 16.08 Uhr nahmen Polizisten den Mann fest. Er leistet keinerlei Widerstand. Noch vor Ort wurden mögliche Spuren gesichert – der 52-Jährige bekam Tüten über die Hände und wurde sofort vom Tatort weggebracht. Im Inneren des Doppelhauses kämpften erst Polizeibeamte, dann Notarzt und Sanitäter um das Leben der 79-Jährigen. Erst nach gut einer halben Stunde beendeten die Retter die Reanimation; für die Seniorin kam am Ende jede Hilfe zu spät. Weitere Details wird die Obduktion zeigen müssen. Erste Ergebnisse hierzu sind laut Polizeisprecher Claus Feldmeier aber frühestens Ende der Woche zu erwarten.
Offiziell schwieg der Mann in seiner Vernehmung durch die Kripo. Wie aus Ermittlerkreisen zu erfahren war, redete er aber zuvor „wie ein Wasserfall“: Schon bei der Festnahme soll er die Bluttat gestanden und von tiefer Reue gesprochen haben. Beim Ermittlungsrichter hatte der 52-Jährige laut Polizeipräsidium Oberpfalz keine Angaben zur Tat gemacht.Die Staatsanwaltschaft beantragte gegen ihn Haftbefehl wegen Mordes– nach MZ-Informationen mit zwei erfüllten Mordmerkmalen: niedrige Beweggründe und auch Heimtücke.
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Mit Zeugenaussagen konnten die Ermittler wohl wesentliche Teile des Angriffs von Dienstag rekonstruieren: Opfer und mutmaßlicher Täter kannten sich – er soll wie ein Sohn für die 79-Jährige gewesen sein, hieß es. Die Seniorin soll ihm mit einem Rausschmiss aus der Wohnung im Obergeschoss gedroht haben. Es hatte öfters Ärger gegeben.
Laut Ermittlern war bei der Tat Alkohol im Spiel
Polizeilich war der Verdächtige bislang ein unbeschriebenes Blatt – keine Vorstrafen, keine Drogen, war zu erfahren. Aber es soll Alkohol im Spiel gewesen sein: Fast zwei Promille soll das Messgerät gezeigt haben. Doch weder dazu noch zu Details wollte sich Verteidigerin Stephanie Bauer äußern. Nur so viel: „Ob sich die Mordmerkmale halten lassen, müssen die Ermittlungen zeigen“, betonte sie. Womöglich werde sich ihr Mandant nächste Woche zur Sache äußern. „Das müssen wir dann mal sehen.“
