Landkreis Cham baut Gemeinschaftsunterkunft in Bad Kötzting weiter aus

Der Krieg in der Ukraine macht sich nicht nur in steigenden Preisen, sondern auch in der Zahl von Flüchtenden aus diesem und anderen Kriegsgebieten der Welt bemerkbar. Eine Entwicklung, die im Landkreis Cham nicht zu einer möglichen Schließung der Gemeinschaftsunterkunft im früheren Kreiskrankenhaus in Bad Kötzting, sondern zum Ausbau führt.
Wie die Pressestelle des Landratsamtes auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilt, fänden aktuell „Ausbauarbeiten im ehemaligen Operationstrakt des Kreiskrankenhauses Bad Kötzting zur Unterbringung von bis zu 40 weiteren Asylbewerbern statt“. Die Maximal-Belegung hatte bislang immer bei knapp unter 200 Personen gelegen.
920 Quadratmeter mehr
Die Arbeiten sollen Ende Mai soweit abgeschlossen sein, dass ein Erstbezug möglich ist. Ausgebaut werden soll dabei eine Fläche von rund 920 Quadratmetern. Die Kosten hierfür belaufen sich auf rund 410 000 Euro, so die Auskunft aus dem Landratsamt. „Bei der Unterkunft im ehemaligen Kreiskrankenhaus Bad Kötzting handelt es sich um eine Gemeinschaftsunterkunft der Regierung der Oberpfalz. Das heißt, die Regierung der Oberpfalz mietet das Objekt vom Landkreis Cham und ist für die Betreuung der untergebrachten Personen zuständig“, heißt es in der Mitteilung weiter. Auch was eine eventuelle Aufstockung des Personals betrifft, sei die Regierung der Oberpfalz zuständig.
Grundsätzlich werde hinsichtlich des Personals für die Betreuung der Gemeinschaftsunterkünfte sowie der dezentralen Unterkünfte des Landratsamtes Cham ein Schlüssel von einem Hausverwalter je 75 in den Unterkünften lebenden Personen zugrundegelegt, heißt es weiter. 2015 eröffnet – damals waren es vor allem Flüchtende aus dem Kriegsgebiet in Syrien – war erst einmal von mindestens drei Jahren ausgegangen worden, in denen Asylsuchende an der Hauserstraße untergebracht werden müssten. Seit Ablauf dieser Frist wird der Mietvertrag des Landkreises mit der Regierung der Oberpfalz regelmäßig verlängert. Eine Lösung auf Dauer? „Nach wie vor wird von einer befristeten Unterbringung von Asylbewerbern im ehemaligen Kreiskrankenhaus ausgegangen.
Die seit Monaten anhaltend angespannte Situation bei der Unterbringung von Asylsuchenden und Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine erfordert die schnelle Schaffung von neuen Kapazitäten für die Unterbringung. Hier war es naheliegend, die noch ungenutzten Flächen im ehemaligen Kreiskrankenhaus auszubauen, da dies mit verhältnismäßigem Aufwand möglich ist und im Vergleich schnell realisiert werden kann.“
Wie geht es den Helfern?
Brigitte Ertl ist seit Eröffnung der Gemeinschaftsunterkunft Koordinatorin für die ehrenamtlichen Helfer. Wie bis zu 40 Menschen ab Juni zusätzlich betreut werden sollen? „Die Zahl der Helfer musste bisher ausreichend sein, weil wir nicht mehr haben, und wird es dann auch sein müssen“, sagt sie auf Nachfrage unserer Zeitung. Erst vor wenigen Monaten seien wieder vier neue Helfer zum Team gestoßen, aber auch ohne zusätzliche Bewohner könnten es gerne noch mehr Helfer sein.
Die werden wohl auch nötig sein, um die Unterkunft mindestens bis ins zehnte Jahr mitbetreuen zu können, denn: „Die prognostizierten Zahlen des Bundes gehen nicht von einer Entspannung der Unterbringungssituation aus, daher wird man ab Nutzung der erweiterten Fläche von mindestens weiteren zwei Jahren Laufzeit ausgehen müssen“, heißt es aus Cham.
Die Unterkunft
Eröffnung:Im Juli 2015 waren es zunächst 34 Asylbewerber, die im zuvor seit Jahren stillgelegten ehemaligen Kreiskrankenhaus St. Josef auf den 2400 Quadratmetern Fläche einquartiert wurden, die der Gebäudeeigentümer Landkreis zu deren Unterbringung renovieren ließ.
Vertrag:In der Hochphase befanden sich rund 200 Personen im Gebäude – Der Mietvertrag zwischen dem Landkreis und der Regierung der Oberpfalz wurde zunächst auf drei Jahre geschlossen.
− wf
