Neubau der Schule: Berching arbeitet an einer Lösung

57 Millionen Euro für eine neue Grund- und Mittelschule: Das schockierte Berchings Stadträte im November. Knapp vier Monate nach dem vorübergehenden Stopp des Neubaus schöpfen die Verantwortlichen neue Hoffnung.
Seit derStadtratssitzungam 22.November, in der Bürgermeister Ludwig Eisenreich die Planungen vorerst für gestoppt erklärte, war es still geworden um das Großprojekt – zumindest öffentlich. Alle Nachfragen zum Neubau der Grund- und Mittelschule hatte die Stadt abgeblockt. Oft wiederholte derBürgermeisterWorte wie: „Wir müssen uns zeitnah zusammensetzen und nach einer finanzierbaren, realisierbaren Lösung suchen.“
Die Öffentlichkeit hat von offiziellen Gesprächen über die Schule kaum etwas mitbekommen. Aber im Hintergrund feilten Verantwortliche weiter an Ideen, auch wenn DFB-Stadtrat Franz Donhauser in der jüngstenHaupt- und Finanzausschusssitzungden abwesenden Eisenreich dafür kritisierte, dass der Bürgermeister keine Lösung für die Schule vorgeschlagen hatte. „Eigentlich sollte das die Führung machen“, sagte Donhauser. „Aber bei uns in Berching kommt ein Vorschlag von einer Minderheitsfraktion.“ Diese habe mit „sehr engagierten Mitarbeitern der Verwaltung“ (O-Ton Donhauser) an einer Lösung für die Schule gearbeitet.
Neubau der Grundschule Berching: Eine Lösung zeichnet sich ab
Von wem diese Idee kommt und wie diese aussieht, teilen die Fraktionssprecher und die Stadtverwaltung öffentlich noch nicht mit. Man wolle die Lösung erst präsentieren, wenn sie in trockenen Tüchern sei. Das haben die Fraktionen und die Stadtverwaltung bei einer Klausur am 1.März besprochen.
Bereits im Januar hatte es eine interne Versammlung zur Schule gegeben. Zuvor hatte sich der Arbeitskreis Schule in zahlreichen Sitzungen intensiv Gedanken über die Schule gemacht. Bei der Klausur im März wurde den Stadträten nun eine mögliche Lösung präsentiert, die von der von Donhauser angesprochenen Minderheitsfraktion angeregt wurde.
„Wir sind schwer an einer Lösung dran“, sagt Christian Meissner, der in diesen Wochen Bürgermeister Eisenreich vertritt. Diese Meinung teilen auch die Fraktionssprecher. Kämmerer Christian Rogoza und das Bauamt seien sehr motiviert zugange, die Idee umzusetzen. Nach dem „Schlag ins Gesicht“ im November sei die Stimmung wieder positiver. An dem architektonischen Ansatz der Planer aus Berlin wolle man festhalten. „Damit sind wir glücklich“, sagt Meissner.
Neubau der Schule: Was kann sich Berching leisten?
Knackpunkt sei aber weiterhin die Finanzierung. Lothar Bierschneider von den Freien Wählern teilt mit, dass seine Fraktion ein offizielles Schreiben an Kultusminister Michael Piazolo (FW) richten will, mit der Frage und Bitte nach weiteren Förderungen für Schulen. Nicht speziell für Berching, sondern für alle Schulen in Bayern. Hintergrund sei der Anspruch auf Ganztagsbetreuung, der ab 2026 in Kraft treten soll. Die ein oder andere zusätzliche finanzielle Förderung könnte dabei nicht schaden, meint Bierschneider.
Denn: 57 Millionen Euro kann sich Berching nicht leisten. Da waren sich die Stadträte im November einig. Wie viel Berching stemmen kann, ist unklar. Bereits in der Vergangenheit hatte die Stadt dazu keine konkrete Angabe gemacht. Auch jetzt verzichtet der stellvertretende Bürgermeister auf eine Zahl.
Neubau der Schule in Berching: Lob für Architekten sehw aus Berlin
Dass man dem Architekten aus Berlin damals keinen Kostenrahmen genannt hatte, kritisierte jüngst nicht nur Franz Donhauser („Das war ein handwerklicher Fehler“), sondern auch Achim Christl (CSU-Stadtrat). Wo jetzt die Schmerzgrenze liegt, wird nicht kommuniziert. „Wir arbeiten im Hintergrund an der Finanzierung“, sagt Meissner. Sofern diese stehe und mit der Rechtsaufsicht abgeklärt sei, könne man sich intern erneut besprechen.
Ist die Idee auch finanzierbar, könne man damit in eine öffentliche Sitzung in den Stadtrat gehen. Das wäre zumindest der Fahrplan von Christian Meissner. Er wolle dem aktuell verhinderten Bürgermeister aber nicht vorgreifen. „Wenn er wieder da ist, entscheidet natürlich er.“